Masterarbeit, 2022
89 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Grüne Werbung
2.1.1 Definition: Grüne Werbung
2.1.2 Entwicklung und Verbreitung grüner Werbung
2.1.3 Greenwashing und seine Folgen
2.1.4 Glaubwürdigkeit: Definition und Theorien
2.1.5 Glaubwürdigkeit grüner Werbung
2.1.6 Grüne Werbung im Kontext von Social Media
2.2 Der Bandwagon-Effekt
2.2.1 Definition: Bandwagon-Effekt
2.2.2 Der Bandwagon-Effekt und die Glaubwürdigkeit von Online-Inhalten
3 Hypothesen
3.1 Nutzerkommentare und die Glaubwürdigkeit grüner Werbung
3.2 Der mediierende Effekt des wahrgenommenen Greenwashings
3.3 Der moderierende Effekt des Informationsgehaltes der Anzeige
3.4 Der moderierende Effekt der Umwelteinstellung
4 Methode
4.1 Stichprobe
4.2 Material
4.2.1 Auswahl und Beschreibung des Stimulusmaterials
4.2.2 Die Glaubwürdigkeit der Anzeige
4.2.3 Das wahrgenommene Greenwashing
4.2.4 Die Umwelteinstellung
4.3 Versuchsablauf
4.4 Datenaufarbeitung
4.4.1 Reliabilitätsanalysen und Indexbildung
4.4.2 Experiment
5 Deskriptive Statistik
5.1 Stichprobe
5.2 Mittelwerte und Korrelationen
5.3 Manipulationscheck
6 Ergebnisse
6.1 Auswertung der Hypothesen
6.2 Auswertung des Gesamtmodells
6.3 Weiterführende Ergebnisse
7 Diskussion
7.1 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
7.2 Limitationen und Implikationen für künftige Forschungen
7.3 Praktische Implikationen
8 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirkung von Nutzerkommentaren in sozialen Medien auf die Glaubwürdigkeit von "grüner" Werbung. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich diese Kommentare auf das wahrgenommene Greenwashing und die Glaubwürdigkeit der Anzeigen auswirken und welche Bedeutung der Informationsgehalt der Anzeige sowie die Umwelteinstellung der Rezipierenden dabei einnehmen.
2.1.2 Entwicklung und Verbreitung grüner Werbung
Es steht außer Frage, dass grüne Werbung in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen hat. Auch unabhängig von wissenschaftlichen Studien lässt sich grüne Werbung immer häufiger in Supermärkten, Zeitschriften, auf Werbeplakaten oder im Internet auffinden.
Die erste Längsschnittstudie zur Frequenz grüner Werbung wurde im Jahr 1996 von Easterling, Kenworthy und Nemzoff durchgeführt. Die Autor:innen analysierten drei US-amerikanischen Magazine über eine Zeitspanne von 25 Jahren innerhalb der Jahre 1969 bis 1994. Sie konnten Anfang der 70er Jahre zunächst einen starken Anstieg grüner Werbung verzeichnen. Ab der 80er Jahre kam es jedoch zu einer rapiden Abnahme, gefolgt von einer erneuten Zunahme in den 90er Jahren (Easterling et al., 1996). Diese Fluktuationen führen die Autor:innen auf gesellschaftliche Entwicklungen und politische Rahmenbedingungen zurück, darunter auch die verstärkte öffentliche Aufmerksamkeit für den Klimawandel. Ahern et al. (2012) konnten zudem verzeichnen, dass die Frequenz grüner Werbung insbesondere in Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs zunimmt.
Die erste Studie in der Deutschland mit inbegriffen war stammt von Schmidt und Donsbach (2012). Dabei handelt es sich um eine deutschbritische Längsschnittstudie, im Zuge welcher die Autor:innen im Zeitraum von 1993 bis 2009 insgesamt 368 grüne Werbeanzeigen, unter anderem aus den Zeitschriften Spiegel und Focus, analysierten. Die Ergebnisse zeigten, dass es auch in Deutschland zeitweise Fluktuationen in der Frequenz grüner Werbung gab (Schmidt & Donsbach, 2012). Dennoch konnten die Autor:innen eine deutliche Zunahme beobachten. So hat sich der Anteil grüner Werbung an der Gesamtwerbung im Zeitraum von 1993 bis 2009 fast verdoppelt (Schmidt & Donsbach, 2012). Schmidt und Donsbach (2012) fanden in ihrer Studie jedoch keinen Zusammenhang zwischen der Zunahme grüner Werbung und einem ökonomischen Aufschwung. Die Autor:innen führen die Frequenzsteigerung grüner Werbung stattdessen lediglich auf das gesteigerte Umweltbewusstsein der Gesellschaft zurück.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der grünen Werbung, die Bedeutung von Greenwashing und die Relevanz interaktiver Social-Media-Kommunikation für die Glaubwürdigkeitsforschung.
2 Theoretischer Hintergrund: Detaillierte Darlegung von Definitionen, Theorien (ELM, Heuristisch-Systematisches Modell) und dem Bandwagon-Effekt in Bezug auf grüne Online-Werbung.
3 Hypothesen: Ableitung von vier zentralen Hypothesen, die den Zusammenhang zwischen Nutzerkommentaren, Greenwashing, Informationsgehalt und Umwelteinstellung untersuchen.
4 Methode: Darstellung des experimentellen 2x2-Online-Studiendesigns, der Stichprobenplanung, der Stimulusmaterialien und der statistischen Datenaufarbeitung.
5 Deskriptive Statistik: Beschreibung der erhobenen Datensätze, Charakterisierung der Stichprobe sowie erste deskriptive Einblicke in Mittelwertunterschiede und Korrelationen.
6 Ergebnisse: Inferenzstatistische Auswertung der Hypothesen sowie eine umfassende Analyse des Gesamtmodells mittels Moderations- und Mediationsanalysen.
7 Diskussion: Interpretation der Forschungsergebnisse, Reflexion der Limitationen und Diskussion von Implikationen für Werbetreibende und zukünftige Forschung.
8 Fazit und Ausblick: Zusammenfassender Rückblick auf die zentralen Erkenntnisse und Schlussbetrachtungen zum Thema Greenwashing auf Social Media.
Grüne Werbung, Greenwashing, Glaubwürdigkeit, Social Media, Nutzerkommentare, Bandwagon-Effekt, Werbewirkung, Informationsgehalt, Umwelteinstellung, Online-Experiment, Elaboration Likelihood Model, Marketingstrategie, Konsumentenverhalten, Werbeskeptizismus, Nachhaltigkeit.
Die Masterarbeit befasst sich mit der Frage, wie Nutzerkommentare in sozialen Medien die Glaubwürdigkeit von grüner Werbung beeinflussen.
Die Felder umfassen Online-Werbung, Greenwashing-Strategien, die Glaubwürdigkeit von Werbeinhalten auf sozialen Plattformen sowie die Rolle individueller Umwelteinstellungen der Konsumenten.
Das Ziel ist es, die Wirkmechanismen zu untersuchen, durch welche Nutzerkommentare (als Bandwagon-Cues) und der Informationsgehalt von Anzeigen die Glaubwürdigkeitswahrnehmung beeinflussen.
Es wurde ein experimentelles 2 x 2 faktorielles between-subjects Design in einer Online-Studie durchgeführt, wobei Stimulusmaterialien hinsichtlich Nutzerkommentaren und Informationsgehalt variiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Ableitung der Hypothesen, die Beschreibung der methodischen Durchführung, die deskriptive Statistik sowie die inferenzstatistische Analyse der Ergebnisse.
Zentrale Begriffe sind Grüne Werbung, Greenwashing, Glaubwürdigkeit, Social Media, Nutzerkommentare, Bandwagon-Effekt und Umwelteinstellung.
Die Ergebnisse zeigen einen signifikanten und starken negativen Zusammenhang: Je stärker Greenwashing wahrgenommen wird, desto geringer wird die Glaubwürdigkeit der Anzeige eingestuft.
Nicht zwingend. Die Studie belegt eine hohe Kontextabhängigkeit: Ein hoher Informationsgehalt führt insbesondere bei Rezipienten mit starker positiver Umwelteinstellung zu höherer Glaubwürdigkeit.
Es konnte nachgewiesen werden, dass diese Kommentare als heuristische Bandwagon-Cues wirken und einen direkten, wenn auch schwachen Effekt auf die Glaubwürdigkeitsbeurteilung der gesamten Werbeanzeige ausüben.
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