Examensarbeit, 2022
221 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1 Theoretischer Hintergrund
1.1 Yoga
1.1.1 Begriffsbestimmung
1.1.2 Der klassische achtgliedrige Yoga-Übungsweg
1.1.3 Hatha-Yoga
1.1.4 Asana und Pranayama
1.2 Kinder-Yoga
1.2.1 Begriffsbestimmung
1.2.2 Besonderheiten des Kinder-Yoga
1.2.3 Kontraindikationen von Yoga bei Kindern
1.2.4 Fundierte Wirkungen
1.3 Implementierung von Yoga in der Schule
1.3.1 Yoga als regelmäßiges Angebot
1.3.2 Gestaltungsspielräume von Grundschulen
1.3.3 Grenzen der Implementierung
2 Methodisches Vorgehen
2.1 Das leitfadengestützte Experteninterview als Erhebungsmethode
2.2 Planung und Durchführung der Interviews
2.2.1 Stichprobe und Auswahl der ExpertInnen
2.2.1 Der Interviewleitfaden
2.2.3 Die Interviewsituation
2.3 Kritische Betrachtung der Methode
2.4 Die inhaltlich strukturierende Inhaltsanalyse als Auswertungsverfahren
2.5 Gütekriterien
3 Darstellung der Ergebnisse
3.1 Potenziale des Yoga
3.1.1 Ganzheitliche Wirkung
3.1.2 Der Körper
3.1.3 Entspannung und Regulierung
3.1.4 Das Innere
3.1.5 Das Miteinander
3.1.6 Yoga und Lernen
3.2 Der äußere Rahmen des Yoga-Angebotes und notwendige Voraussetzungen auf der organisatorischen Ebene
3.2.1 Im Kleinen anfangen
3.2.2 Individuelle Umsetzung des verbindlichen Yoga-Angebotes und Positionierung zur Verpflichtung
3.2.3 Kooperation, Unterstützung, klare Linie – Notwendigkeit der Befürwortung von Yoga
3.2.4 Akzeptanz von Yoga
3.2.5 Finanzierung des Yoga-Angebotes
3.2.6 Gruppengröße
3.2.7 Räumlichkeiten
3.2.8 Personal
3.2.9 Zeit für Yoga
3.2.10 Planung
3.3 Der Yoga-Unterricht
3.3.1 Inspiration für die Gestaltung
3.3.2 (Notwendige) Materialien
3.3.3 Störungen und Motivationslosigkeit
3.3.4 Individualität der SchülerInnen
3.3.5 Leistungsbeurteilung
3.3.6 Auswirkungen der Corona-Pandemie
4 Interpretation der Ergebnisse
4.1 Chancen eines regelmäßigen, verbindlichen Yoga-Angebotes
4.2 Bedingungen eines regelmäßigen, verbindlichen Yoga-Angebotes
4.3 Grenzen eines regelmäßigen, verbindlichen Yoga-Angebotes
Die Arbeit untersucht die Chancen, Bedingungen und Grenzen eines regelmäßigen, verpflichtenden Yoga-Angebots in Grundschulen, um zu ermitteln, ob eine solche Implementierungsvariante verbreitet werden sollte.
1.1.2 Der klassische achtgliedrige Yoga-Übungsweg
Die Wurzeln des Yoga zu erfassen ist kaum möglich, da aus den frühesten Zeiten der indischen Kulturgeschichte keine schriftlichen Quellen existieren. Zudem wurde das Yoga-Wissen ursprünglich allein in mündlicher Form vom Lehrenden an seinen Schüler weitergegeben (Stück, 1998, S.59). Die ersten bildlichen Darstellungen eines Meditierenden in yogischer Sitzhaltung sind der Zeit der Industalkultur von 2500 bis 1800 v.Chr. zuzuordnen, wohingegen die erste begriffliche Erwähnung in den Veden (ca. 500 v.Chr.), den ältesten überlieferten Schriftdokumenten der indoeuropäischen Sprachfamilie, zu finden ist (Ebert, 1986, S.11). Weiterhin zählen die Upanishaden, die philosophischen Kommentare zu den Veden (ca. 500 v.Chr.), die Bhagavadgita, ein philosophisch-ethisches Lehrgedicht (ca. 400 v.Chr.) und die Yoga-Sutras des Patanjali (ca. 200 v.Chr.) zu den ersten schriftlichen Quellen des Yoga (Stück, 1998, S.59).
In den Yoga-Sutras wurde das Yoga-Wissen erstmalig in Form von einfachen, religionsungebundenen Regeln für Yoga-Praktizierende systematisiert. Sie bilden die Grundlage des Raja-Yogas (klassisches Yoga), das sich neben drei weiteren klassischen, stark geistig geprägten Yoga Richtungen, Jnana-Yoga (Erkenntnis-Yoga), Karma-Yoga (Tat-Yoga) und Bhakti-Yoga (Hingabe-Yoga), entwickelte (Fuchs, 1994, S.9; Fessler/Müller/Salbert & Weiler, 2013, S.193). Um das höchste Ziel, das „Innere Einswerden“ (Täube, 1977, S.21), zu erreichen, gibt es im Raja-Yoga einen achtgliedrigen Pfad, ashtanga-yoga, der das Kernstück der Yoga-Sutras bildet (in Anlehnung an Fuchs, 1994, S.75; Goldstein, 2002, S.48f. und Stück, 2000, S.13f).
1 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des Yoga, beleuchtet die Besonderheiten des Kinder-Yoga und erörtert theoretische Möglichkeiten sowie Barrieren bei der Implementierung von Yoga im schulischen Kontext.
2 Methodisches Vorgehen: Hier wird das leitfadengestützte Experteninterview als Erhebungsmethode begründet und die Durchführung sowie die anschließende inhaltlich strukturierende Inhaltsanalyse nach Kuckartz als Auswertungsverfahren dargelegt.
3 Darstellung der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die aus den Interviews gewonnenen Erkenntnisse zu den Potenzialen des Yoga sowie zu den notwendigen organisatorischen Voraussetzungen und zur konkreten Unterrichtsgestaltung.
4 Interpretation der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und im Hinblick auf die Forschungsfrage zu den Chancen, Bedingungen und Grenzen eines verpflichtenden Yoga-Angebots in der Grundschule interpretiert.
Yoga, Grundschule, Kinder-Yoga, Implementierung, Schulpädagogik, Experteninterview, Schulalltag, Ganzheitliche Wirkung, Schulentwicklung, Förderunterricht, Gesundheitsprävention, Konzentrationsförderung, Soziales Lernen, Unterrichtsgestaltung, Inklusion.
Die Arbeit untersucht das Potenzial und die praktische Umsetzbarkeit eines fest in den Stundenplan integrierten, verbindlichen Yoga-Angebots an Grundschulen.
Die zentralen Themen sind pädagogische und organisatorische Implementierungsmöglichkeiten, die gesundheitlichen und sozialen Wirkungen von Yoga auf Kinder sowie die Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften, Eltern und Schulleitung.
Das Ziel ist es, Chancen, Bedingungen und Grenzen eines verbindlichen Yoga-Angebots in der Grundschule zu identifizieren, um zu klären, ob dessen Verbreitung forciert werden sollte.
Die Verfasserin nutzt leitfadengestützte Experteninterviews und wertet diese mittels der inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse nach Kuckartz aus.
Er beleuchtet theoretische Grundlagen, methodische Ansätze der Erhebung, die Ergebnisse aus fünf Experteninterviews sowie deren Interpretation mit den Schwerpunkten Potenziale, Rahmenbedingungen und Implementierungshürden.
Yoga, Grundschule, Implementierung, Schulpädagogik, Kinder-Yoga, Gesundheitsprävention.
Die Verbindlichkeit wird ambivalent wahrgenommen: Sie bietet die Chance, alle Kinder unabhängig von ihrer Freiwilligkeit zu erreichen, widerspricht jedoch aus der Sicht mancher Experten dem Yoga-Gedanken der Freiwilligkeit und kann zu Disziplinproblemen führen.
Ganztagsschulen bieten durch rhythmisierte Schultage und ein breiteres Spektrum an außerunterrichtlichen Angeboten größere Gestaltungsspielräume, um Yoga effektiv in den Schulalltag zu integrieren.
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