Examensarbeit, 2020
81 Seiten, Note: 2
Einleitung
Bindungstheorie
Entwicklung der Bindungstheorie
Klärung von zentralen Begriffen und deren spezifischer Definitionen
Theoretische Konzepte der Bindungstheorie
Entwicklung von Bindung
Bindungstypen
Verhaltensorganisation und -regulation
Entwicklung des Bindungsverhaltenssystems
Unterschiede in der Verhaltensorganisation
Zusammenfassung
Ziel dieser Arbeit
Theoretischer Zusammenhang zwischen Bindungssicherheit und Verhaltensorganisation
Aktueller Forschungsstand
Bewertung des Forschungsstand in Hinsicht auf die Fragestellung
Fragestellung
Hypothese 1
Hypothese 2
Hypothese 3
Ablauf und Durchführung
Stichprobenbeschreibung
Kurzer Überblick über den Ablauf
Fremde-Situation (Messzeitpunkt T1)
Kooperationsaufgabe (Messzeitpunkt T2)
Darstellung der Forschungsergebnisse
Deskriptive Statistik
Vorläufige Analysen
Inferenzstatistik
Diskussion
Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse
Beantwortung der Fragestellung
Interpretation der Ergebnisse
Beschränkungen der Forschung
Fazit und Implikationen für weiterführende Forschung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Bindungsqualität auf die Verhaltensorganisation zweijähriger Kinder in einem kollaborativen und gleichzeitig frustrierenden Kontext. Ziel ist es, durch die Analyse spezifischer Verhaltensweisen wie individuelle Lösungsversuche, Warteverhalten und die Einbeziehung der Bindungsperson zu klären, ob signifikante Unterschiede zwischen Kindern mit unterschiedlichen Bindungstypen existieren.
Entwicklung der Bindungstheorie
Die Bindungstheorie wurde von dem Psychoanalytiker und Kinderpsychiater John Bowlby (1907-1990) während des zweiten Weltkriegs begründet. Die Grundannahme ist, dass gesunde, gelingende und aufeinander abgestimmte Interaktionen normal sind. Hierbei spielen im Gefüge psychischer Sicherheit Freude, Zärtlichkeit, behutsamer, entgegenkommender und rücksichtsvoller Umgang miteinander eine zentrale Rolle (Grossmann & Grossmann, 2014).
Die Bindungstheorie hat sich aus der Psychoanalyse, der Ethnologie und der Kontrolltheorie entwickelt, welche unter dem Punkt „Theoretische Konzepte der Bindungstheorie“ genauer beleuchtet werden. Bowlby setzte sich zum Ziel, auf die Wichtigkeit einer frühen und gesunden Mutter-Kind-Beziehung hinzuweisen und die Folgen einer Trennung empirisch zu überprüfen. Er war davon überzeugt, dass die aktuellen Lebensumstände und Betreuungserfahrungen von Kindern die eigentlichen Ursachen für psychische Störungen sind. Hierzu veröffentlichte Bowlby seine Erkenntnisse in seiner Trilogie Bindung, Trennung und Verlust, wonach Kinder eine biologische Veranlagung in sich tragen, um Bindungen zu Bindungspersonen zu entwickeln und so die eigenen Überlebenschancen zu erhöhen (Keller, 2011). Die Grundlage der Theorie ist in der Ethnologie zu finden, wonach das Bindungsverhaltenssystem auf den stammesgeschichtlichen Wurzeln der Individuen beruht, welche das Überleben einer Art sichern und die psychische Gesundheit des Individuums fördern.
Robertson und Bowlby haben 1952 drei Phasen der Reaktion auf Trennung identifiziert: Protest (als Folge von Trennungsangst), Verzweiflung (als Folge von Leid und Trauer) und Verleugnung oder Ablösung (im Zusammenhang mit Abwehrprozessen). Sie unterscheiden zwischen Angst, welche bei Abwesenheit der Bindungsperson eintritt und Furcht, welche von äußeren Ereignissen verursacht wird. Besonders wird betont, dass sich Kinder nicht nur vom einem furchterregendem Reiz abwenden, sondern sich gleichzeitig der sicheren Basis, also der Mutter zuwenden.
Einleitung: Dieses Kapitel führt in Bowlbys Bindungstheorie ein und legt dar, wie die nachfolgende Langzeitstudie die kindlichen Verhaltensweisen in frustrierenden, kollaborativen Kontexten empirisch untersucht.
Bindungstheorie: Hier werden die historischen Ursprünge, die zentralen psychologischen Konzepte sowie die Phasen der Bindungsentwicklung und die verschiedenen Bindungstypen ausführlich definiert.
Verhaltensorganisation und -regulation: Dieses Kapitel spezifiziert die Entwicklung der menschlichen Verhaltenssysteme und beschreibt, wie Kinder Strategien zur Emotionsregulation erwerben und zwischen Bindung und Exploration balancieren.
Theoretischer Zusammenhang zwischen Bindungssicherheit und Verhaltensorganisation: Es wird analysiert, wie unterschiedliche Bindungserfahrungen zu spezifischen Mustern der Emotionsregulation und Problemlösung führen, basierend auf dem aktuellen Stand der Forschung.
Fragestellung: Auf Basis der identifizierten Forschungslücke wird die zentrale Forschungsfrage formuliert, ob bei zweijährigen Kindern Unterschiede in der Verhaltensorganisation abhängig von der Bindungssicherheit in kooperativen Aufgaben bestehen.
Ablauf und Durchführung: Dieser Abschnitt beschreibt detailliert das Studiendesign, die Stichprobenauswahl sowie die angewandten Methoden, insbesondere die Fremde-Situation und die Kooperationsaufgabe.
Darstellung der Forschungsergebnisse: Hier werden die erhobenen Daten mittels deskriptiver Statistik sowie inferenzstatistischer Verfahren (Kruskal-Wallis-Test) präsentiert und auf Signifikanz geprüft.
Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse interpretiert, kritisch hinsichtlich der methodischen Einschränkungen reflektiert und Implikationen für zukünftige Forschungsansätze abgeleitet.
Bindungstheorie, Bindungsqualität, Verhaltensorganisation, Emotionsregulation, Fremde-Situation, Kooperationsaufgabe, Problem-Solving, Kleinkindforschung, Ambivalente Bindung, Vermeidende Bindung, Sichere Bindung, Explorationsverhalten, Bindungsverhalten, Frustrationstoleranz, Längsschnittstudie.
Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss, den die frühkindliche Bindungsqualität (klassifiziert nach Ainsworth) auf die Art und Weise hat, wie Kinder im Alter von zwei Jahren mit frustrierenden, kollaborativen Situationen umgehen.
Die zentralen Felder umfassen die Bindungstheorie nach Bowlby, Mechanismen der Emotionsregulation bei Kleinkindern sowie die methodische Beobachtung von Kooperationsverhalten in standardisierten Problemsituationen.
Das Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob sich sicher, unsicher-vermeidend oder unsicher-ambivalent gebundene zweijährige Kinder in ihrer Verhaltensorganisation (z. B. Hilfesuchen versus eigenständige Lösungsversuche) unterscheiden, wenn sie gemeinsam mit einem Erwachsenen eine Aufgabe lösen müssen, die durch künstliche Probleme frustrierend gestaltet ist.
Es werden zwei methodische Zugänge kombiniert: die Fremde-Situation (T1) zur Bestimmung der Bindungsqualität im Alter von ca. 12 Monaten und eine darauf folgende kooperative Problemlösungssituation (T2) bei 24 Monate alten Kindern, deren Verhalten mittels Videokodierung analysiert wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Bindungs- und Regulationsforschung sowie eine empirische Untersuchung, in der die Ergebnisse der Kooperationsaufgaben statistisch ausgewertet und diskutiert werden.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Bindungssicherheit, Verhaltensorganisation, Emotionsregulation, Individual Attempt, Waiting, Kooperationsaufgabe und die verschiedenen Bindungstypen (A, B, C).
Nein, die statistische Überprüfung mittels Kruskal-Wallis-Test ergab in dieser Stichprobe keine signifikanten Unterschiede im Verhalten zwischen den drei Bindungsgruppen bei der Bewältigung der kooperativen Aufgabe.
In einer explorativen Nachanalyse zeigte sich ein signifikanter Unterschied: Weibliche Kinder zeigten häufiger das Warteverhalten (Waiting), während männliche Kinder öfter individuelle Lösungsversuche (Individual Attempt) unternahmen.
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