Diplomarbeit, 2007
150 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Aufbau der Arbeit und Gang der Untersuchung
2. Zur Einführung: Überlebenssicherung, Umwelt und Geschlecht
2.1. Armut, Umwelt und Geschlecht
2.2. Gefährdung der Lebensgrundlagen durch industrielle Landwirtschaft
2.3. Gefährdung der Lebensgrundlagen durch neoliberale Globalisierung
3. Nachhaltige, geschlechtergerechte Entwicklungszusammenarbeit und Armutsbekämpfung
3.1. Armutsbekämpfung auf der entwicklungspolitischen Agenda
3.1.1. Grundlage der Armutsbekämpfung: Mehrdimensionale Armutsdefinition
3.1.2. Die Millenniums-Entwicklungsziele
3.1.3. Die PRSPs als Armutsbekämpfungsstrategie
3.2. Nachhaltige Entwicklung auf der entwicklungspolitischen Agenda
3.3. Gender und Nachhaltigkeit
3.4. Frauen- und Genderaspekte in der Entwicklungszusammenarbeit
3.5. Fazit
4. Der Sustainable Livelihood Ansatz
4.1. Entstehung des Sustainable Livelihood Ansatzes
4.2. Der Sustainable Livelihood Ansatz in der Entwicklungszusammenarbeit
4.2.1. Das Sustainable-Livelihood-Framework
4.2.2. Normative Prinzipien des Sustainable Livelihood Ansatzes
4.2.3. Operative Prinzipien des Sustainable Livelihood Ansatzes
4.3. Geschlechterverhältnisse und Fraueninteressen im Sustainable Livelihood Ansatz
4.3.1. Gender- und Frauenaspekte im Sustainable Livelihood Framework
4.3.2. Gender- und Frauenaspekte der normativen Sustainable Livelihood Prinzipien
4.3.3. Gender- und Frauenaspekte der operativen Sustainable Livelihood Prinzipien
4.3.4. Zusammenfassung der Ergebnisse
5. Analyse von Strategiepapieren der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
5.1. Auswahl der Dokumente und Methode
5.2. Die Analysekriterien
5.3. Analyse des BMZ-Dokuments „Der Beitrag Deutschlands zur Umsetzung der Millennium-Entwicklungsziele“
5.3.1. Nicht oder wenig thematisierte sustainable-livelihood-relevante Kriterien
5.3.2. Sustainable-livelihood-relevante Kriterien mit mittlerer Ausprägung
5.3.3. Sustainable-livelihood-relevante Kriterien mit starker Ausprägung
5.4. Analyse des BMZ-Dokuments „Ländliche Entwicklung. Ein Referenzrahmen“
5.4.1. Nicht oder wenig thematisierte sustainable-livelihood-relevante Kriterien
5.4.2. Sustainable-livelihood-relevante Kriterien mit mittlerer Ausprägung
5.4.3. Sustainable-livelihood-relevante Kriterien mit starker Ausprägung
5.5. Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse
6. Schlusswort: Chancen sustainable-livelihood-basierter Entwicklung für die deutsche Entwicklungspolitik
7. Literatur
Die Arbeit untersucht, inwieweit der "Sustainable Livelihood Ansatz" (SLA) als alternatives Entwicklungskonzept zur Armutsbekämpfung dienen kann, insbesondere im Hinblick auf eine geschlechtergerechte und nachhaltige Entwicklung. Dabei wird analysiert, inwieweit Elemente des SLA in der deutschen Entwicklungspolitik verankert sind, um Chancen für eine verbesserte Armutsbekämpfung und Geschlechtergerechtigkeit aufzuzeigen.
1. Einleitung
„People are the solution, not the problem“ (Haug 1999: 183).
Für die Mehrheit der Weltbevölkerung bilden Privatisierung staatlicher Leistungen, Liberalisierung der Märkte und fortschreitende Kommerzialisierung von Ressourcen (wie Land, Wasser, Biodiversität und Saatgut) den Rahmen, in dem sie ihr Leben gestalten (vgl. Wichterich 2004: I). Dabei wird das Überleben – insbesondere von Armen in den so genannten Entwicklungsländern – durch globalisierte Märkte, Umweltzerstörung und ungesicherte Ernährungslagen zunehmend erschwert (vgl. Grawert 1998: 67).
Weltweit leben schätzungsweise 1,2 Milliarden Menschen in absoluter Armut, also von weniger als einem Dollar am Tag, und 2,8 Milliarden von weniger als zwei Dollar pro Tag (vgl. Weltbank 2005: 278). Vor allem Menschen in den Ländern des Südens und Ostens sind von Armut betroffen. Dabei schätzt die FAO für 2003, dass hier 842 Millionen Menschen chronisch unterernährt sind und täglich 100.000 an Hunger sterben (vgl. FAO, zit. n. Ziegler 2004: 19). Im entwicklungspolitischen Diskurs gerät dabei immer mehr in den Blick, dass Armut nicht geschlechtsneutral ist, sondern dass die Mehrheit der Betroffenen weiblich ist. Die wirtschaftliche, rechtliche und politische Kluft zwischen den Geschlechtern führt außerdem dazu, dass arme Frauen weniger Möglichkeiten haben sich aus Not und Rechtlosigkeit zu befreien als Männer in vergleichbarer Situation (vgl. Rodenberg 2004: 1).
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Problematik von Armut und Umweltzerstörung und führt in das Konzept des Sustainable Livelihood Ansatzes ein.
2. Zur Einführung: Überlebenssicherung, Umwelt und Geschlecht: Dieses Kapitel beleuchtet die prekäre Lebenssituation von armen Frauen und Männern, insbesondere unter dem Einfluss von ökologischer Krise und Globalisierung.
3. Nachhaltige, geschlechtergerechte Entwicklungszusammenarbeit und Armutsbekämpfung: Es werden die internationalen Rahmenbedingungen der Armutsbekämpfung und der Diskurs um Nachhaltigkeit und Gender analysiert.
4. Der Sustainable Livelihood Ansatz: Das Kapitel stellt den SLA ausführlich vor, inklusive seiner Entstehung, seiner Framework-Struktur sowie normativer und operativer Prinzipien.
5. Analyse von Strategiepapieren der deutschen Entwicklungszusammenarbeit: Hier findet die empirische Untersuchung von zwei BMZ-Dokumenten statt, um die praktische Relevanz des SLA zu prüfen.
6. Schlusswort: Chancen sustainable-livelihood-basierter Entwicklung für die deutsche Entwicklungspolitik: Abschließend werden Potenziale und Herausforderungen für eine Anwendung des SLA in der deutschen Politik diskutiert.
Sustainable Livelihood Ansatz, Armutsbekämpfung, Entwicklungszusammenarbeit, Geschlechtergerechtigkeit, Gender Mainstreaming, Nachhaltige Entwicklung, Empowerment, BMZ, Ländliche Entwicklung, Ernährungssicherung, Globalisierung, Armut, Subsistenzwirtschaft, Partizipation.
Die Arbeit analysiert den "Sustainable Livelihood Ansatz" (SLA) als alternatives Konzept zur Armutsbekämpfung und untersucht, ob und wie dieser in der deutschen Entwicklungspolitik umgesetzt wird, um eine geschlechtergerechte Entwicklung zu fördern.
Zentrale Themen sind die mehrdimensionale Armutsbekämpfung, Nachhaltigkeit, Gender-Aspekte, Machtstrukturen in Entwicklungsprozessen sowie die Rolle des Wirtschaftswachstums im entwicklungspolitischen Diskurs.
Das Ziel ist es, zu ermitteln, welchen Beitrag der SLA zu einer geschlechtergerechten nachhaltigen Entwicklungspolitik leisten kann und ob die deutsche Entwicklungszusammenarbeit diesem Verständnis Rechnung trägt.
Die Autorin verwendet die strukturierte Inhaltsanalyse nach Mayring, um zwei zentrale Strategiepapiere des BMZ systematisch zu untersuchen und an den Kriterien des SLA zu messen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung und Diskussion des SLA, die Darstellung der feministischen Perspektive auf Nachhaltigkeit sowie die empirische Analyse der ausgewählten BMZ-Strategiepapiere.
Neben dem SLA sind vor allem Gender, Empowerment, Armut, Nachhaltige Entwicklung, Partizipation und die Analyse der deutschen Entwicklungspolitik entscheidend.
Weil der SLA die Mikroebene und die (re)produktive Arbeit ins Zentrum stellt, was eine Aufwertung der oft weiblich geprägten Subsistenz- und Versorgungsarbeit ermöglicht und ungleiche Machtverhältnisse sichtbar macht.
Die Autorin stellt fest, dass der SLA als Ganzes kaum umgesetzt wird. Die deutsche Politik sei stark wachstumsorientiert und makroökonomisch geprägt, was den ganzheitlichen Anforderungen des SLA widerspricht.
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