Bachelorarbeit, 2022
56 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Der Fußballfan
2.1 Kategorisierungen von Fußballzuschauer:innen
2.2 Subkultur Fußballfan
3. Gewalt
3.1 Gewalttheorien des Individuums
3.2 Kollektive Gewalttheorien
4. Gewaltakteure im Fußball
4.1 Motivation von Gewalt
5. Ultras, Hooligans und Politik
6. Nationale Präventionsangebote und Maßnahmen gegen Gewalt im Fußball
7. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Ursachen für gewalttätiges Verhalten von Hooligans und Ultras im Kontext des Fußballsports und bewertet die Wirksamkeit der präventiven Maßnahmen verschiedener Akteure. Das Ziel ist es, durch eine fundierte Literaturanalyse die treibenden Faktoren dieser Subkulturen zu identifizieren und die Rolle der Fansozialarbeit bei der Gewaltprävention kritisch zu reflektieren.
Hooligans
Ein „Hooligan“ ist eine jüngere, männliche Person, die bei Massenveranstaltungen wie Fußballspielen oder Demonstrationen zu aggressiver, gewalttätiger Randale neigt. Die Wortherkunft leitet sich aus dem englischen ab und bedeutet so viel wie Rowdy (vgl. Dudenredaktion o.J.).
Aggressionen und Gewaltausbrüche in Verbindung mit Sport sind in der Vergangenheit wie in der heutigen Zeit vorzufinden. Historische Untersuchungen zeigen, dass es schon in der Antike zu Gewaltausschreitungen im Umfeld von Sportereignissen kam. Alkoholverbote in Sportarenen wurden ausgesprochen, um die entstandene Gewalt unter den Zuschauer:innen zu verhindern. Im Jahr 1314 wurde in London ein Ballspielverbot ausgesprochen, da es im Zuge dieser Spiele immer wieder zu Ausschreitungen in ganzen Vierteln kam (vgl. Claus 2017 [a], S. 34f.).
Die ersten Hooligans resultierten aus rivalisierenden Jugendbanden des 19./20. Jahrhunderts in Großbritannien. Woher der Begriff "Hooligans" stammt ist unklar. Eine Theorie besagt, dass sich der Begriff aus einem irischen Familiennamen ableitet "O´Hoolihan". Diese Familie soll berühmt für ihre Gewalttätigkeit gewesen sein (vgl. Claus 2017 [a], S. 34f.). Das moderne Verständnis über den Begriff Hooligan, findet sich in den 1960er Jahren des britischen Fußballs wieder. Durch voranschreitende Professionalisierung und Kommerzialisierung des dortigen Fußballsports, entstanden erste Hooligangruppen, sogenannte "Firms". Ihre Mitglieder kamen aus Familien der Arbeiterschicht und nutzen den Fußball und ihre Gewalt als öffentlichen Prostest. Dadurch entstanden mit Beginn der 1970er Jahre Hooligans als dominante Jugendkultur in England. Neben dem Hauptmerkmal der Gewaltausübung, identifizierten sich die Hooligans mit ihrer Herkunft und suchten die Abgrenzung zu ihren Gegnern. Auch optisch setzte man eigene Modetrends in England, insbesondere in Form von hochpreisiger Sportbekleidung. Mit dieser Kleidung wollte man sich von dem klassischen Fan abheben und sich der Polizei nicht so leicht als Fußballfan erkennbar machen (vgl. Claus 2017 [a], S. 36f.).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Gewalt im Fußball ein, skizziert die Aktualität des Problems durch Beispiele und definiert die zentrale Forschungsfrage der Arbeit.
2. Der Fußballfan: Dieses Kapitel klassifiziert verschiedene Typen von Fußballzuschauer:innen und erläutert die Subkulturen Ultras, Hooligans und Hooltras in ihrer historischen und strukturellen Entwicklung.
3. Gewalt: Hier werden theoretische Erklärungsansätze für individuelle und kollektive Gewalt dargelegt, um das Phänomen der Gewaltbereitschaft im Stadionkontext wissenschaftlich zu untermauern.
4. Gewaltakteure im Fußball: Dieses Kapitel untersucht die demografischen Hintergründe und Motivationslagen der Personen in den gewaltbereiten Subkulturen.
5. Ultras, Hooligans und Politik: Diese Analyse beleuchtet die politischen Einstellungen innerhalb der Szenen und die Einflussnahme extremistischer Gruppierungen.
6. Nationale Präventionsangebote und Maßnahmen gegen Gewalt im Fußball: Hier werden die verschiedenen Institutionen, wie DFB und Fanprojekte, sowie deren Ansätze zur Gewaltprävention und Stadionordnung detailliert vorgestellt.
7. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert kritisch die Wirksamkeit präventiver Maßnahmen sowie die Rolle der Gesellschaft bei der Entstehung des Gewaltproblems.
Hooliganismus, Ultras, Fansozialarbeit, Fußball, Gewaltprävention, Subkultur, Gruppendynamik, Stadionverbot, Gewalttheorie, Identitätsstiftung, Fußballfan, Fanprojekte, Rechtsextremismus, Ausschreitungen, Soziale Arbeit.
Die Arbeit analysiert das Phänomen Hooliganismus im deutschen Fußball und die Möglichkeiten der Fansozialarbeit, Gewalt sowie Konflikte durch präventive Maßnahmen zu mindern oder zu verhindern.
Der Fokus liegt auf den Subkulturen der Ultras und Hooligans, wobei auch die neuartige Schnittmenge zwischen beiden Gruppen, die sogenannten "Hooltras", betrachtet wird.
Es soll untersucht werden, welche Faktoren Mitglieder der Subkulturen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen treiben und durch welche Ansätze staatlicher Akteure und Fanprojekte diesen Ausschreitungen im Stadionumfeld wirksam begegnet wird.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung vorhandener Fachliteratur, aktueller Studien sowie soziologischer und psychologischer Gewalttheorien.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Gewalt, die Identifizierung der Akteure, die Analyse des politischen Einflusses auf die Szenen sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit nationalen Präventionsmaßnahmen.
Zentrale Begriffe sind neben den Subkulturen vor allem Gewaltprävention, Identität, Gruppenmechanismen, Stadionverbote und die Rolle der Fansozialarbeit.
Die Polizei fungiert als Exekutive, die präventive Sicherheitsmaßnahmen koordiniert, Daten in der Datei "Gewalttäter Sport" sammelt und Stadionverbote durch Kontrollen überwacht, was teilweise zu starken Spannungen und gegenseitigem Misstrauen führt.
Während Ultras Gewalt häufig spontan und protestorientiert nutzen, um sich gegen Kommerzialisierung abzugrenzen, ist das Vorgehen von Hooligans meist physisch gezielter, wettkampfbetont und im Vorfeld präzise geplant.
Der Begriff beschreibt eine Vermischung zwischen Ultra- und Hooliganszene, bei der sich Teile der Ultragruppen von der ursprünglichen Ausrichtung abspalten und zunehmend Gewalt als aktives Ausdrucksmittel suchen.
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