Bachelorarbeit, 2021
56 Seiten
1. Einleitung
2. Das Frauenbild und die damit verbundenen Handlungsspielräume von Frauen im Nationalsozialismus
3. Betrachtung der vorliegenden Quellen
3.1 Allgemeiner Überblick über die Quellenlage
3.2 Quellen zu Elisabeth Schmitz
3.3 Quellen zu Elisabeth von Thadden
3.4 Quellen zu Katharina Staritz
3.5 Quellen zu Gertrud Mörike
3.6 Quellen zu Johanna Stöffler
4. Untersuchungen anhand ausgewählter Beispiele evangelischer Frauen im Widerstand
4.1 Elisabeth Schmitz
4.1.1 Leben
4.1.2 Einsatz gegen das Regime
4.1.2.1 Denkschrift „Zur Lage der deutschen Nichtarier“
4.2.1.2 Weitere Handlungen
4.2 Elisabeth von Thadden
4.2.1 Leben
4.2.2 Einsatz gegen das Regime
4.2.2.1 In der Schule
4.2.2.2 Im Privaten
4.2.2.3 Die „Teegesellschaft“ und weitere Handlungen
4.3 Katharina Staritz
4.3.1 Leben
4.3.2 Einsatz gegen das Regime
4.3.2.1 Einsatz im beruflichen Rahmen
4.3.2.2 Rundschreiben
4.4 Frauen in der Württembergischen Pfarrhauskette
4.4.1 Kurzer Überblick über die „Württembergische Pfarrhauskette“
4.4.2 Gertrud Mörike
4.4.2.1 Leben
4.4.2.2 Einsatz gegen das Regime
4.4.3 Johanna Stöffler
4.4.3.1 Leben
4.4.3.2 Einsatz gegen das Regime
5. Gemeinsame Betrachtung der verschiedenen Formen von Widerstand und der damit verbundenen Risiken
6. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Handlungsspielräume und spezifischen Widerstandsmuster evangelischer Frauen während der Zeit des Nationalsozialismus. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese Frauen trotz gesellschaftlicher und kirchlicher Restriktionen aktiv Widerstand gegen das NS-Regime leisteten und welche Rolle ihr christlicher Glaube dabei einnahm.
4.2.1.2 Weitere Handlungen
Neben Briefen hielt Elisabeth Schmitz persönlichen Kontakt zu einigen wichtigen Personen im Umkreis der Bekennenden Kirche. 1936 traf sie zum ersten Mal persönlich Karl Barth in Basel und sprach mit ihm über ihre Denkschrift. Bis 1938 fanden mit Barth drei Treffen statt. Seit spätestens Sommer 1937 begann sie, die Dahlemer Kirchengemeinde aufzusuchen, wo Martin Niemöller und Helmut Gollwitzer als dessen inoffizieller Nachfolger nach seiner Verhaftung predigten. Gollwitzer war ein Schüler Karl Barths gewesen, sodass sich Elisabeth Schmitz oft mit ihm unterhielt. Für eine Beamtin wie sie war dies relativ gefährlich, da Dahlem von der Gestapo beobachtet wurde. Im September 1938 wird anhand eines Briefes an Pfarrer Wilhelm Niesel deutlich, dass Schmitz bereit war, „[...] mit ihrem Namen öffentliche pro-jüdische Schutzerklärungen der BK mit zu unterzeichnen [...]“. Dies zeugte von großem Mut, denn dafür wäre sie aus dem Schuldienst entlassen worden.
Nachdem 1938 das NS-Regime immer radikaler agierte, schrieb sie weitere Briefe, in denen sie dazu aufforderte, das Verhältnis von Christen und Juden auf kirchlicher Seite deutlicher zu machen, u.a. an Helmut Gollwitzer, Wilhelm Niesel und Franz Hildebrandt. Auch über ihre Entscheidung im November 1938, den Schuldienst vorerst zu verlassen, informierte sie Helmut Gollwitzer. Vermutlich beeinflusste sie ihn damit und trug dadurch zu dessen Predigt bei, die er am 16. November 1938 hielt und in die er sowohl die Pogromnacht als auch das Versagen der Bekennenden Kirche miteinbezog.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle christlicher Frauen im Widerstand, die oft im Schatten bekannter männlicher Protagonisten blieb, und definiert den Widerstandsbegriff im Kontext der NS-Zeit.
2. Das Frauenbild und die damit verbundenen Handlungsspielräume von Frauen im Nationalsozialismus: Dieses Kapitel erläutert die nationalsozialistische Frauenideologie, die Rolle der Frau in Familie und Gesellschaft sowie die daraus resultierenden Einschränkungen und begrenzten Spielräume.
3. Betrachtung der vorliegenden Quellen: Eine methodische Quellenkritik, die das vorhandene Material wie Privatkorrespondenzen, Denkschriften und Zeitzeugenberichte hinsichtlich ihrer Aussagekraft und Subjektivität bewertet.
4. Untersuchungen anhand ausgewählter Beispiele evangelischer Frauen im Widerstand: Der Hauptteil analysiert die Lebenswege und Widerstandshandlungen verschiedener Frauen, darunter Einzelpersönlichkeiten sowie Pfarrfrauen in der „Württembergischen Pfarrhauskette“.
5. Gemeinsame Betrachtung der verschiedenen Formen von Widerstand und der damit verbundenen Risiken: Ein vergleichender Blick auf die Handlungsweisen der untersuchten Frauen, um Gemeinsamkeiten, Unterschiede und allgemeine Handlungsmuster zu identifizieren.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Einordnung der Ergebnisse in den historischen Gesamtzusammenhang sowie Hinweis auf künftigen Forschungsbedarf.
Nationalsozialismus, Widerstand, Evangelische Kirche, Bekennende Kirche, Frauenbilder, Handlungsspielräume, Judenverfolgung, Nichtarier, Pfarrhauskette, Zivilcourage, Quellenkritik, Christlicher Glaube, Denkschrift, NS-Regime, Zeitzeugenschaft.
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle evangelischer Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus und der Frage, welche Rolle ihr christlicher Glaube dabei für ihr Handeln spielte.
Im Fokus stehen Elisabeth Schmitz, Elisabeth von Thadden, Katharina Staritz sowie die Pfarrfrauen Gertrud Mörike und Johanna Stöffler.
Widerstand wird als politischer Widerstand definiert, der sowohl passiven Ungehorsam (Gehorsamsverweigerung) als auch aktive Schritte zur Hilfe für Verfolgte, insbesondere jüdische Mitbürger, umfasst.
Es handelt sich um eine kirchengeschichtliche Untersuchung, die primär auf der Auswertung und quellenkritischen Analyse von Briefen, Denkschriften, Berichten und Zeitzeugnissen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Einzelprotagonistinnen und die Analyse der „Württembergischen Pfarrhauskette“, wobei jeweils Leben und spezifische Widerstandshandlungen detailliert beleuchtet werden.
Die Arbeit zeigt, dass die Frauen meist aus ihrem christlichen Gewissen heraus handelten, ihre Spielräume trotz starker Ideologien und beruflicher Restriktionen nutzten und oft durch bestehende Netzwerke in den Widerstand eingebunden wurden.
Schmitz war frustriert über das Schweigen der Kirche gegenüber der diskriminierenden Gesetzgebung gegen „Nichtarier“ und wollte eine offizielle Stellungnahme der kirchlichen Institution erzwingen.
Durch die Tarnung jüdischer Flüchtlinge als Bombenflüchtlinge in halb-öffentlichen Pfarrhäusern und die mündliche, informelle Kommunikation zwischen Pfarrern konnte die Gestapo-Überwachung teilweise umgangen werden.
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