Bachelorarbeit, 2022
54 Seiten, Note: 1,0
1 Einführung
1.1 Aufbau der Arbeit
1.2 Forschungsstand
2 Demokratiepädagogik und Diversity
3 Comics als Lernmittel im sozialwissenschaftlichen Sachunterricht
4 Analyse der Comic-Bände
4.1 Ethnisch-kulturelle Prägung
4.2 Geschlecht
4.3 Religiose Glaubensprägung
4.4 Alter
4.5 Behinderung
4.6 Sexuelle Orientierung
5 Didaktische Analyse
5.1 Möglichkeiten des Comics im sozialwissenschaftlichen Sachunterricht
5.2 Grenzen des Comics im sozialwissenschaftlichen Sachunterricht
5.3 Die Aufgaben einer Lehrkraft
6 Schluss
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Repräsentation von Diversity-Dimensionen in den populären Comic-Reihen Tim & Struppi, Asterix und Lucky Luke, um deren Eignung als Lernmittel im sozialwissenschaftlichen Sachunterricht der Grundschule zu evaluieren.
Comics als Lernmittel im sozialwissenschaftlichen Sachunterricht
Comics sind prinzipiell in die Bildgeschichte einzuordnen, in der Bilder als Erzählprinzip fungieren. Der Comic als Unterkategorie der Bildgeschichte ist dabei wiederum ein Sammelbegriff für moderne Bildgeschichten, die durch eine spezifische Form und bestimmte Inhalte gekennzeichnet sind. In der Frühgeschichte dieses Mediums waren für die Form vor allem eine inhaltlich-chronologische Reihenfolge von Panels und im Inhalt eine unterhaltsame wie witzige Geschichte definierend. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts haben sich dabei erhebliche formelle und noch größere inhaltliche Veränderungen ergeben. Die inzwischen große inhaltliche Bandbreite von Comics und Graphic Novels hat dazu geführt, dass der Comic-Theoretiker Scott McCloud eine neue Definition aufgestellt hat, die inzwischen den Diskurs dominiert.
Comics sind in seiner Definition „zu räumlichen Sequenzen angeordnete, bildliche oder andere Zeichen, die Informationen vermitteln und/oder eine ästhetische Wirkung beim Betrachter erzeugen sollen.“ Der für diese Arbeit wichtige Vorteil einer solchen Definition ist, dass der Fokus nicht mehr primär auf der Form liegt, sondern die Funktion und die Auswirkungen des Comics als Medium in den Vordergrund gerückt werden. Comics sind dann kein reines Unterhaltungsmedium mehr, sondern vermitteln Informationen, und diese vermitteln Rollen und Werte. Gundermann kritisiert beispielsweise, dass Comics historisch gesehen oft durch eine Polarisierung von Geschlechterrollen, problematische Vorstellungen körperlicher Normierungen, heteronormative stereotype Geschlechterbilder und Stereotypisierungen des Fremden und des Eigenen gekennzeichnet sind. Diese Informationen sind zwar gesellschaftlich geprägt, Comics reproduzieren sie aber auch wieder und erhalten damit ein System aufrecht, dass Diversität und Toleranz entgegensteht. Dem Einsatz von Comics im Unterricht der Grundschule (und natürlich auch der weiterführenden Schulen) muss daher die Analyse vorausgehen, ob und wie Diversity-Dimensionen repräsentiert werden, was sich das Kapitel 4 vornimmt.
1 Einführung: Diese Einleitung verdeutlicht die Relevanz der Menschenrechte und von Diversity Education in der Grundschule und begründet die Analyse von Comics als Sozialisationsagenten.
2 Demokratiepädagogik und Diversity: Es wird der theoretische Rahmen des Demokratie-Lernens nach Himmelmann dargelegt und die Bedeutung von Diversity-Dimensionen für ein faires Miteinander definiert.
3 Comics als Lernmittel im sozialwissenschaftlichen Sachunterricht: Dieses Kapitel erörtert die Definition des modernen Comics und begründet, warum die Auseinandersetzung mit diesen Medien für den Unterricht unumgänglich ist.
4 Analyse der Comic-Bände: Die Untersuchung der Comic-Reihen erfolgt anhand der sechs Diversity-Dimensionen zur Klärung der Leitfragen nach Repräsentation und Qualität der Darstellung.
5 Didaktische Analyse: Hier werden die Chancen und Grenzen des Comics im Unterricht sowie die spezifische Verantwortung der Lehrkraft bei der Auswahl und Didaktisierung reflektiert.
6 Schluss: Die Arbeit resümiert das gemischte Bild der Analyse und betont die Bedeutung einer didaktisch begründeten, reflektierten Auswahl von Comic-Materialien für den Unterricht.
Comics, Diversity Education, Sozialwissenschaftlicher Sachunterricht, Grundschule, Stereotype, Menschenrechte, Politische Bildung, Medienpädagogik, Repräsentation, Geschlechterrollen, Ethnozentrismus, Didaktik, Inklusion, Demokratiepaedagogik, Sozialisation.
Die Arbeit untersucht, wie Diversity-Dimensionen (wie Geschlecht, ethnische Herkunft oder Alter) in den bekannten Comic-Reihen Tim & Struppi, Asterix und Lucky Luke dargestellt werden und ob diese als Lernmittel für Diversity Education im Sachunterricht taugen.
Zentrale Themen sind Demokratiepädagogik, Diversity Education, Mediensozialisation durch Comics sowie die didaktische Aufbereitung dieser populären Literaturform für den Unterricht.
Ziel ist es, eine Übersicht über die Repräsentation von Vielfalt in den genannten Comics zu geben und kritisch zu bewerten, inwiefern diese für Lernprozesse in der Grundschule genutzt werden können.
Es handelt sich um eine Analyse der Comic-Reihen anhand eines Kriterienrasters, das die sechs Diversity-Dimensionen (Alter, Behinderung, ethno-kulturelle Prägung, Geschlecht, sexuelle Orientierung und Religion) in den Fokus rückt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Demokratie und Medien, die detaillierte inhaltliche Analyse der Comics basierend auf den Diversity-Dimensionen und eine didaktische Reflexion des Einsatzes im Unterricht.
Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Diversity Education, Comic-Didaktik, sozialwissenschaftlicher Sachunterricht, Stereotype, Repräsentation und politische Bildung.
Comics prägen als "pädagogische Maschinen" das Weltbild von Kindern. Da Grundschüler noch sehr offen für Vielfalt sind, stellt dies eine große Chance für Lernprozesse dar, weshalb eine kritische Auseinandersetzung mit dem Medium notwendig ist.
Das Fazit zeigt ein gemischtes Bild: Viele Comics enthalten problematische oder rassistische Stereotype. Sie sind daher nur bei sehr bewusster, didaktisch reflektierter Auswahl einzelner Panels oder spezieller Bände als Lernmittel zu empfehlen.
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