Masterarbeit, 2022
131 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theorieteil
2.1 Die Ziele der politischen Bildung in der Schule und die Demokratie
2.2 Die politische Mündigkeit als Unterrichtsziel
2.2.1 Die politische Handlungskompetenz
2.2.2 Die politische Urteilskompetenz
2.2.3 Die methodischen Fähigkeiten in der politischen Bildung
2.3 Die Urteilsbildung im Sozialkundeunterricht
2.3.1 Die Kriterien eines Urteils
2.3.2 Die fachdidaktische Bedeutung der Urteilsbildung
2.3.3 Die unterrichtspraktische Bedeutung der Urteilsbildung
2.3.4 Die Anbahnung der Urteilsbildung
2.3.5 Die Aktualisierung der Urteilsbildung
2.4 Die politische Urteilsbildung im Gymnasium und der Realschule Plus
2.4.1 Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Bildungsstandards zwischen Gymnasium und Realschule Plus
2.4.2 Die Konsequenzen der Gemeinsamkeiten und Unterschiede für den Unterricht und dessen Ziele
2.4.3 Die Konsequenzen der Gemeinsamkeiten und Unterschiede für die Anbahnung und Aktualisierung der Urteilsbildung
2.4.4 Die Diskrepanz zwischen der theoretischen Relevanz der Urteilsbildung und der praktischen Umsetzung in Gymnasien und Realschulen Plus
3. Empirischer Teil
3.1 Entwicklung der Forschungsfrage
3.2 Beschreibung der Durchführung der leitfadengestützten Interviews
3.2.1 Feldzugang und Sampling
3.2.2 Aufzeichnungsmethode und Dokumentation
3.2.3 Interaktion im Interview
3.3 Forschungsdesign
3.3.1 Leitfadengestütztes Interview nach Philipp A.E. Mayring
3.3.2 Konzeption des Kategoriensystems
3.3.3 Konzeption der Leitfragen
3.4 Auswertung der Ergebnisse
3.4.1 Deskriptive Auswertung der Ergebnisse
3.4.2 Analytische Auswertung der Ergebnisse
3.5 Diskussion der Ergebnisse
3.5.1 Verortung der Ergebnisse im aktuellen Forschungsstand
3.5.2 Selbstreflexion und Kritik an der Untersuchung
4. Schluss
Die Arbeit untersucht den Stellenwert und die praktische Umsetzung der Urteilsbildung im Sozialkundeunterricht an Gymnasien und Realschulen Plus, um aufzuzeigen, wie diese zur politischen Mündigkeit der Schüler*innen beiträgt und durch Lehrkräfte angebahnt und aktualisiert wird.
2.3 Die Urteilsbildung im Sozialkundeunterricht
In der Politikdidaktik besteht breiter Konsens darüber, dass die Urteilsbildung sowohl Ziel als auch Inhalt des Sozialkundeunterrichts darstellt und gleichzeitig zu den schwierigsten Aufgaben der Unterrichtspraxis gehört, da es sich dabei um einen sehr komplexen Vorgang handelt, bei dem es viel zu beachten gilt (vgl. u.a. Massing 2003: 91). Dabei wird politische Urteilsbildung verstanden als „kommunikativer Prozess, in dem das Individuum zu konstatierenden und/oder qualifizierenden Aussagen gegenüber seiner Umwelt gelangt“ (Kayser & Hagemann 2005: 12).
Im Rahmen des Sozialkundeunterrichts können verschiedene Arten eines Urteils gebildet werden. In Bezug auf die politische Urteilskompetenz wurde bereits von der Differenzierung zwischen einem Sachurteil und einem Werturteil gesprochen (vgl. Kap. 2.2.2). Es gibt aber noch eine ganze Reihe anderer Urteilsformen, die innerhalb des Unterrichts gebildet werden können. Diese sind nach Massing das Feststellungs-, Erweiterungs-, Entscheidungs- und Gestaltungsurteil (vgl. Massing 2012: o.S.). Dabei fallen die Feststellungs- und die Erweiterungsurteile unter die Kategorie Sachurteil. Entscheidungs- und Gestaltungsurteile hingegen stellen Urteilsformen dar, welche zum aktiven politischen Handeln bewegen beziehungsweise eine politische Handlung implizieren.
Aufgrund seines enorm hohen Stellenwerts für den Sozialkundeunterricht wird „der Diskussion dessen, was ein politisches Urteil ist und wie es entstehen kann, breiter Raum gegeben, ohne dass ein letzter Konsens hergestellt wird“ (Kayser & Hagemann 2005: 12). Demnach kann auch bloß von Versuchen der Begriffsklärung die Rede sein, wenn über die genaue Bedeutung des Terminus ‚politisches Urteil‘ gesprochen wird. Aus diesem Grund ist es insbesondere für die Urteilsbildung und deren Überprüfung im Sozialkundeunterricht wichtig, Kriterien festzulegen, anhand derer ein Kompetenzzuwachs festzustellen ist. Ferner sind sie auch für das fachdidaktische und unterrichtspraktische Vorgehen von Bedeutung.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Urteilsbildung als notwendige Komponente zur Erreichung politischer Mündigkeit im Sozialkundeunterricht ein und formuliert die zentralen Forschungsfragen.
2. Theorieteil: In diesem Abschnitt werden die theoretischen Grundlagen der politischen Bildung, das Konzept der politischen Mündigkeit sowie die fachdidaktische und unterrichtspraktische Bedeutung der Urteilsbildung erörtert.
3. Empirischer Teil: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung der Forschungsfrage, das qualitative Forschungsdesign mittels leitfadengestützter Experteninterviews sowie die anschließende deskriptive und analytische Auswertung der gewonnenen Daten.
4. Schluss: Der letzte Abschnitt fasst die Erkenntnisse der Untersuchung zusammen, reflektiert die Ergebnisse im Kontext des aktuellen Forschungsstandes und identifiziert weiterführenden Forschungsbedarf.
Politische Bildung, Mündigkeit, Urteilsbildung, Sozialkundeunterricht, Handlungsfähigkeit, Urteilskompetenz, Didaktik, Politikunterricht, Fachdidaktik, Gymnasium, Realschule Plus, qualitative Inhaltsanalyse, Lehrplan, politische Partizipation
Die Masterarbeit befasst sich mit dem Stellenwert und der Anwendung der Urteilsbildung im Sozialkundeunterricht an weiterführenden Schulen, speziell im Hinblick auf das Erreichen politischer Mündigkeit.
Zu den Kernbereichen zählen die theoretische Einordnung der politischen Mündigkeit, die Analyse von Bildungsstandards in unterschiedlichen Schularten sowie eine empirische Untersuchung der Unterrichtspraxis.
Ziel ist es zu klären, welchen Stellenwert die Urteilsbildung für die politische Mündigkeit einnimmt und auf welche Weise Lehrkräfte an Gymnasien und Realschulen Plus diese Urteilsbildung im Unterricht anbahnen und aktualisieren.
Die Arbeit nutzt ein qualitatives Forschungsdesign, bestehend aus leitfadengestützten Interviews mit vier aktiv lehrenden Sozialkundelehrkräften, deren Aussagen mittels Inhaltsanalyse nach Philipp A.E. Mayring ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden Theorieteil, der Konzepte wie Sach- und Werturteile sowie das Urteilsraster nach Peter Massing beleuchtet, und einen empirischen Teil, der die Lehrerperspektiven auf die praktische Umsetzung reflektiert.
Zentrale Begriffe sind Politische Bildung, Urteilsbildung, Sozialkundeunterricht, politische Mündigkeit, Kompetenzerwerb und qualitative Sozialforschung.
Die Untersuchung zeigt, dass institutionelle Rahmenbindungen, wie die Anzahl der Unterrichtsstunden und die Verfügbarkeit ausgebildeter Fachlehrkräfte, die praktische Umsetzung der Urteilsbildung an Realschulen Plus und Gymnasien maßgeblich beeinflussen und teils zu einer Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis führen.
Es zeigt sich, dass Lehrkräfte, insbesondere fachfremd Unterrichtende, oft auf Schulbücher angewiesen sind, die jedoch häufig nicht den Anforderungen an eine tagesaktuelle politische Urteilsbildung genügen, was ein Hindernis für einen lebendigen Unterricht darstellt.
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