Magisterarbeit, 2002
95 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Das Labyrinth: Form, Deutungen, Mythos
2.1 Form und Ursprung
2.2 Deutungen
2.3 Das Labyrinth im Mythos
2.4 Die Perspektiven
3. Das Labyrinth im Erzählgeschehen: Friedrich Dürrenmatt
3.1 Überblick
3.1.1 Absurdität, Paradoxie, Groteske
3.1.2 Platons Höhlengleichnis
3.2 Die Erzählungen
3.2.1 „Die Stadt“
3.2.2 „Aus den Papieren eines Wärters“
3.2.3 „Der Winterkrieg in Tibet“
3.2.4 „Minotaurus“
3.3 Die narrative Gestaltung
3.3.1 „Die Stadt“ / „Der Winterkrieg in Tibet“
3.3.2 „Minotaurus“
4. Das Labyrinth in der narrativen Struktur: Franz Kafka
5. Schluss
Die Arbeit untersucht die Verwendung des Labyrinth-Motivs bei Friedrich Dürrenmatt und Franz Kafka, um aufzuzeigen, wie das Symbol als ästhetisches Ausdrucksmittel für die Erkenntniskritik und das absurde Verhältnis zwischen dem fragenden Menschen und einer schweigenden Welt dient.
1. Einleitung
Mit dem Begriff „Labyrinth“ verknüpfen sich auf Anhieb vielerlei Assoziationen, die eine weite Bandbreite von Positivem bis Negativem durchlaufen, ja bis zu deren Endpole vordringen: Verirrung, Tod, Angst, Chaos, Gefahr, Geburt, Suche, Leben, Spiel, Geborgenheit, Überwindung usw. In diesen Assoziationen manifestiert sich nicht nur die Vielgestaltigkeit des Symbols, sondern es wird darüber hinaus sofort deutlich, dass sich mit dem Begriff des Labyrinths die gegensätzlichsten Vorstellungen vereinen: das Labyrinth ist ein Symbol von äußerst ambivalentem Charakter. Es verwundert nicht, dass es sich um ein Menschheitssymbol handelt, das eine lange Geschichte bis zurück ins 2. oder vermutlich 3. Jahrtausend v. Chr. aufweist, sich seitdem in jeglichen Kunstformen niedergeschlagen hat und zahlreichen Wandlungen unterlegen ist.
Insofern sind einer Untersuchung des Labyrinth-Motivs immer gewisse Grenzen gesetzt, will man nicht in eine bloße Aufzählung verfallen. In meiner Arbeit versuche ich, an zwei modernen Schriftstellern, Dürrenmatt und Kafka, die Verwendung des Labyrinth-Motivs exemplarisch herauszustellen. Auf welche Weise wird das Labyrinth-Motiv gestaltet und mit welcher Bedeutung wird es versehen? Ausgangsthese ist die Annahme, dass die Bezugnahme auf das Labyrinth im Spannungsfeld zwischen Tradition und Erneuerung vollzogen wird. Insofern werde ich zunächst einen kurzen Überblick über das Symbol und seine Bedeutungen liefern, wobei ich jedoch hauptsächlich nur die Aspekte berücksichtigen werde, die für die spätere Untersuchung an den Texten relevant sind.
Eine wichtige Unterscheidung, die gleich zu Beginn vorgenommen werden muss, bezieht sich auf die literarische Verarbeitung des Labyrinth-Motivs. Dieses kann nicht nur auf der Basis des erzählten Geschehens in Erscheinung treten, sondern sich auch als narrative Struktur in einem Text niederschlagen. Den ersten Aspekt werde ich an ausgewählten Texten Dürrenmatts untersuchen, für den zweiten Aspekt werde ich die Erzählung „Der Bau“ von Franz Kafka heranziehen.
1. Einleitung: Diese Einführung legt den theoretischen Grundstein der Untersuchung und definiert das Labyrinth-Motiv als ambivalentes Menschheitssymbol, das Dürrenmatt und Kafka exemplarisch zur Darstellung des absurden Verhältnisses zwischen Mensch und Welt nutzen.
2. Das Labyrinth: Form, Deutungen, Mythos: Es wird ein Überblick über die verschiedenen Labyrinth-Formen, mythologischen Ursprünge und initiationsgeschichtlichen Deutungen gegeben, um den mythologischen Kontext für die nachfolgende Analyse zu etablieren.
3. Das Labyrinth im Erzählgeschehen: Friedrich Dürrenmatt: Das Kapitel untersucht anhand ausgewählter Erzählungen, wie Dürrenmatt das Labyrinth-Motiv mit Camus' Absurditätsbegriff und Platons Höhlengleichnis verknüpft, um das Scheitern menschlicher Erkenntnis zu verdeutlichen.
4. Das Labyrinth in der narrativen Struktur: Franz Kafka: Hier wird analysiert, wie Kafka das Labyrinth-Motiv direkt in die narrative Syntax seiner Erzählung „Der Bau“ überführt, was zu einer labyrinthischen Erzählweise führt, die den Erkenntnisgewinn verweigert.
5. Schluss: Die Arbeit resümiert, dass für beide Autoren das Labyrinth zum Symbol einer Sinnkrise und eines absurden Weltzustands wird, in dem jede Erkenntnissuche zwangsläufig an den eigenen Grenzen scheitert.
Labyrinth, Friedrich Dürrenmatt, Franz Kafka, Absurdität, Platons Höhlengleichnis, Initiation, Subjektgenese, Erkenntniskritik, narrative Struktur, Allegorie, Mythologie, Sinnlosigkeit, Selbstentfremdung, Schreibakt, Identitätsverlust.
Die Magisterarbeit befasst sich mit der literarischen Auseinandersetzung von Friedrich Dürrenmatt und Franz Kafka mit dem Labyrinth-Motiv und dessen Bedeutung für die Darstellung menschlicher Erkenntnisprobleme.
Die zentralen Themen umfassen die Philosophie des Absurden, die Transformation antiker Mythen, das Scheitern von Initiation und Selbsterkenntnis sowie die Verbindung zwischen Inhalt und narrativer Form.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie das Labyrinth-Motiv gestaltet wird und welche spezifischen Bedeutungen es im Spannungsfeld zwischen Tradition und Erneuerung in den Werken der beiden Autoren erhält.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die die Texte durch die Folie des antiken Mythos sowie philosophische Ansätze (Camus, Platon) interpretiert und dabei auch die narrative Struktur auf ihre Labyrinth-Analogien hin untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche Untersuchung der Erzählungen Dürrenmatts (z.B. „Die Stadt“, „Minotaurus“) und eine strukturelle Analyse von Kafkas Erzählung „Der Bau“.
Die Analyse ist geprägt durch Begriffe wie Labyrinthische Erzählweise, Erkenntnislosigkeit, Absurdität, Identitätskrise und die Rolle des Autors als Konstrukteur von Welten.
Das Gleichnis dient als Hintergrundfolie, um die Problematik der Erkenntnis und die Täuschung durch bloße Schattenbilder zu verdeutlichen, was Dürrenmatt in eine spezifisch pessimistische Weltsicht übersetzt.
Während Dürrenmatt das Labyrinth stärker als Ort und Symbol des erzählten Geschehens nutzt, geht Kafka darüber hinaus und implementiert eine labyrinthische narrative Struktur, die den Leser aktiv in das Labyrinth der Sinnverweigerung hineinzieht.
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