Bachelorarbeit, 2022
43 Seiten, Note: 2,0
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1 Einleitung
2 Methodik
3 Psychoanalyse
3.1 Grundlegendes
3.2 Übertragung und Beziehung
3.3 Gegenübertragung
3.4 Widerstand
3.5 Psychoanalytische Grundregeln
4 Körperpsychotherapie
4.1 Geschichte der Körperpsychotherapie
4.2 Grundlegende Strömungen der Körperpsychotherapie
4.3 Analytische Körperpsychotherapie
5 Rezeption der Arbeiten von Tilmann Moser
5.1 Biografie Tilmann Moser
5.2 Arbeiten von Tilmann Moser
5.3 Psychoanalytische Kritik an der Arbeit von Tilmann Moser als Haltung der Abstinenz
6 Diskussion
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der psychoanalytischen Haltung der Abstinenz und dem integrativen Ansatz körpertherapeutischer Elemente. Ziel ist es, die konträren Positionen zu kontrastieren und zu evaluieren, unter welchen Bedingungen die Einbeziehung körperlicher Interventionen in den psychoanalytischen Prozess zulässig oder sinnvoll sein kann.
Berührung der Stirn
Zeigt sich bei einem Patienten beispielsweise ein intensives Schwächegefühl oder Erschöpfung, da „Affekt oder Abwehr seine Ichkräfte übersteigen (Moser, 2001, S.27)“ bietet Moser unter anderen an, die Hand auf die Stirn des Patienten zu legen (Moser, 2001). Die Hand kann so dem Patienten Halt ermöglichen (Moser, 2001). Hierbei dient die Berührung nicht als Tröstung oder als anvisierte Beseitigung des Affekts, sondern um Beistand zu zeigen in einer Situation, in der der Patient dies vermutlich oft nicht hatte (Moser, 2001). Das Symbol der schützenden Hand, welche diese verkörpert, kann durch Internalisierungsvorgänge mit der Zeit aufgenommen werden und wirkt strukturbildend, aber auch regressionsfördernd (Moser, 2001). Regelmäßiges Erkunden und Nachfragen, ob die Situation für den Patienten passt und ob und wie diese verändert werden soll, betont Moser als sehr wichtig (Moser, 2001).
1 Einleitung: Die Einleitung führt die fachliche Kontroverse zwischen körperorientiertem Agieren und der klassischen psychoanalytischen Abstinenz ein.
2 Methodik: Dieses Kapitel erläutert die Kriterien der durchgeführten Literaturrecherche sowie die verwendeten Datenbanken und Schlüsselwörter.
3 Psychoanalyse: Es werden die theoretischen Säulen der klassischen Psychoanalyse inklusive Übertragung, Gegenübertragung und Widerstand dargelegt.
4 Körperpsychotherapie: Dieser Abschnitt beleuchtet die historische Entwicklung, die verschiedenen Strömungen und die spezifische Ausprägung der analytischen Körperpsychotherapie.
5 Rezeption der Arbeiten von Tilmann Moser: Neben Mosers Biografie werden seine therapeutischen Fallbeispiele und die an ihm geübte, scharfe psychoanalytische Kritik analysiert.
6 Diskussion: Die erarbeiteten Positionen werden vergleichend gegenübergestellt und im Hinblick auf ihre Eignung und Risiken bewertet.
7 Fazit: Das Resümee hält fest, dass keine einheitliche Position existiert und betont die hohen Anforderungen an Ausbildung und Supervision für den verantwortungsvollen Einsatz körperorientierter Methoden.
Psychoanalyse, Körperpsychotherapie, Abstinenz, Agieren, Tilmann Moser, Übertragung, Gegenübertragung, Widerstand, Körpergedächtnis, Frühstörungen, Analytische Psychotherapie, Berührung, Psychosomatik, Regression, Heilungsprozess
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld in der psychoanalytischen Behandlung zwischen der klassischen Forderung nach Abstinenz und dem integrativen Einsatz von körpertherapeutischen Elementen.
Die Schwerpunkte liegen auf den psychoanalytischen Grundbegriffen, der Systematik der Körperpsychotherapie und der kritischen Auseinandersetzung mit der Arbeit von Tilmann Moser.
Ziel ist es zu klären, unter welchen Bedingungen und aus welchen Gründen eine körperliche Integration im psychoanalytischen Setting sinnvoll sein kann oder diese kritisch zu hinterfragen ist.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche in einschlägigen psychologischen und psychoanalytischen Datenbanken basiert.
Der Fokus liegt auf der Analyse der Biografie von Tilmann Moser, der Darstellung seiner klinischen Fallarbeit und der detaillierten Gegenüberstellung der psychoanalytischen Kritik an seinem Ansatz.
Zentrale Begriffe sind Abstinenz, Agieren, Körperpsychotherapie, Übertragung, Gegenübertragung und das Körpergedächtnis.
Die Kontroverse begründet sich in der Gefahr der Rollenüberschreitung, der potenziellen Sexualisierung der therapeutischen Beziehung und dem Konflikt mit dem psychoanalytischen Auftrag der "Enthaltsamkeit".
Moser plädiert für einen offeneren Umgang mit dem Körper und nutzt gezielte körperliche Interventionen, um den Zugang zu frühkindlichen traumatischen Erfahrungen zu ermöglichen, die verbal oft unzugänglich bleiben.
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