Bachelorarbeit, 2017
45 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Das Poema Mio Cid im Spannungsfeld von Mündlichkeit und Schriftlichkeit
3. Veränderung des Verbalsystems im Altspanischen
3.1 Das Verbum per se
3.2 Der Verlust des synthetischen Passivs
3.3 Verba Inchoatica
3.4 Imperativ
3.5 Partizipialien
3.5.1 Infinitiv
3.5.2 Partizipien
3.5.3 Gerundium und Gerundivum
4. Die grammatikalische Kategorie Aspekt und ihre Relevanz im ATM-Komplex
5. Verbalveränderungen in den verschiedenen Tempora
5.1 Präsens
5.1.1 zum „historischen Präsens“
5.2 Verlust des synthetischen Futurs
5.2.1 Beginn des „romanischen Futurs“
5.2.2 hypothetisches Futur
5.2.3 Futuro de subjuntivo
5.3 Imperfekt
5.4 Perfekt
5.4.1 Perfektperiphrase
5.5 Plusquamperfekt
6. Fazit
Die Arbeit untersucht den Wandel des Verbalsystems vom Lateinischen zum Altspanischen, mit einem besonderen Fokus auf die Entwicklung von einer synthetischen zu einer analytischen Struktur. Unter Rückgriff auf das „Poema de Mio Cid“ als Referenzwerk wird erforscht, wie sich einzelne verbale Elemente und Tempora im Zuge dieses Sprachwandels verändert haben.
1. Einleitung
The verb system of Latin-Romance remained much better preserved than did the case system of nouns and adjectives. The tenses and personal and mood forms remained more or less intact, although some forms were heavily influenced by a certain amount of analogical restructuring (Lloyd 1989: 159).
Aus diesem Zitat des amerikanischen Romanisten Lloyd wird deutlich, dass sich das lateinische Verbalsystem – anders als das Kasussystem – weitestgehend erhalten hat. Das Hauptaugenmerk der vorliegenden Arbeit liegt nun auf der Untersuchung, inwiefern das altspanische Verbalsystem, das die Basis für das Neuspanische darstellt, sich auf dasjenige Verbalsystem des Lateinischen zurückbeziehen lässt. Ferner soll erforscht werden, welchen Wandel es von der lateinischen Basis aus genommen hat und welche einzelnen sprachlichen Elemente sich im Zuge dessen veränderten.
Wenn man von Latein spricht, so sind der sermo urbanus, die Sprache der Hochgebildeten mit lediglich geringer Sprecheranzahl und der sermo vulgaris, der eher ungebildeten großen Sprecherzahl wie Arbeiter, Händler, Kolonisten und Soldaten klar zu scheiden.
1. Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, den Wandel des Verbalsystems vom Lateinischen zum Altspanischen zu untersuchen und die linguistische Basis hierfür darzulegen.
2. Das Poema Mio Cid im Spannungsfeld von Mündlichkeit und Schriftlichkeit: Analysiert die Bedeutung des Epos für die Erforschung des Altspanischen und den historischen Kontext inklusive der Urheberschaftsdebatte.
3. Veränderung des Verbalsystems im Altspanischen: Untersucht grundlegende Modifikationen im Verbalsystem, wie den Verlust des synthetischen Passivs, Veränderungen bei Inchoativa und Imperativen sowie die Reduzierung der infiniten Verbformen.
4. Die grammatikalische Kategorie Aspekt und ihre Relevanz im ATM-Komplex: Erläutert die theoretischen Grundlagen von Aspekt, Tempus und Modus sowie deren dynamisches Zusammenspiel im Sprachwandel.
5. Verbalveränderungen in den verschiedenen Tempora: Detaillierte Analyse der diachronen Entwicklung einzelner Zeiten, vom Präsens bis hin zu komplexen Bildungen wie dem Plusquamperfekt.
6. Fazit: Fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen, insbesondere den Übergang von synthetischen zu analytischen Sprachstrukturen im Altspanischen.
Altspanisch, Verbalsystem, Latein, Sprachwandel, Poema de Mio Cid, Vulgärlatein, Analytizität, Synthetizität, Tempus, Aspekt, Modus, Periphrase, Morphosyntax, Mittelalterliche Epik, Romanisierung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der philologischen Untersuchung des Wandels des spanischen Verbalsystems von der lateinischen Ursprungsbasis bis hin zum Altspanischen.
Zentrale Themen sind der Prozess der Grammatikalisierung, der Abbau synthetischer Formen zugunsten analytischer Periphrasen sowie der Einfluss von Mündlichkeit auf die literarische Überlieferung.
Das primäre Ziel ist es, den Entwicklungsprozess der verbalen Synthetizität zur Analythizität zu beschreiben und dabei die syntaktischen Veränderungen des spanischen Verbalsystems zu illustrieren.
Es handelt sich um eine diachrone sprachwissenschaftliche Untersuchung, die primär auf der Auswertung des „Poema de Mio Cid“ sowie linguistischer Fachliteratur basiert.
Der Hauptteil analysiert spezifische verbale Kategorien, den Verlust des Passivs, die Entwicklung von Inchoativa, die Funktion des Imperativs sowie detaillierte diachrone Tempusstudien.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Philologie, Romanistik, historischen Sprachwandel und mittelalterliche Epik geprägt.
Das Epos dient als wichtiges Textkorpus, da es volkssprachliche Elemente enthält und somit einen Einblick in eine Phase des Spanischen bietet, die noch nicht durch moderne grammatikalische Kodifizierungen stark überformt war.
Der Verlust illustriert den allgemeinen Wandel des Systems von einer morphologischen Flexionssprache hin zu einer stärker analytisch-periphrastisch geprägten Struktur.
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