Diplomarbeit, 2002
125 Seiten, Note: gut
EINLEITUNG
I. Teil PARAGUAYS WEG VON DER KOLONIALZEIT BIS ZUR UNABHÄNGIGKEIT
1. Paraguay während der Kolonialzeit
2. Die Unabhängigkeit
2.1. Die Invasion Belgranos
2.2. Die Mairevolution und die Proklamation der Republik
II. Teil DIE DIKTATUR DES DR. FRANCIA
1. Dr. Francias Aufstieg zur Macht
1.1. Zur Person des Dr. Francia
1.2. Francias wachsender Einfluss auf die paraguayische Politik
1.2.1. Teilnahme an Verschwörung und Regierungsarbeit
1.2.2. Verhandlungen mit Buenos Aires/gleichzeitiger Rücktritt Francias
1.2.3. Abermaliger Rücktritt Francias und Steigerung seines Ansehens
1.2.4. Notwendigkeit der Rückkehr Francias in die Regierung
2. Die Errichtung der Republik und der Konsulatsregierung: Francia wird Konsul
3. Der Übergang von der Konsulatsregierung zur Diktatur Francia wird Diktator
3.1. Der Kongress von 1814
3.2. Das erste Regierungsjahr der Diktatur
3.3. Der Kongress von 1816
4. Die Diktatur
4.1. Ausbau der Macht
4.1.1. Francias Eliten- und Ausländerpolitik
4.1.1.1. Das „Droit d´Aubaine“
4.1.1.2. Heiratsbestimmungen
4.1.1.3. Zur „Fremdenfeindlichkeit“ Francias
4.1.2. Bildung einer loyalen Armee
4.1.3. Aufbau einer paraguayischen Nationalkirche
4.1.3.1. Francias antiklerikale Einstellung
4.1.3.2. Maßnahmen gegen die Kirche
4.1.3.3. Vorteile Francias Kirchenpolitik für den Staat
4.1.4. Verschwörung und Repression
4.1.4.1. Die große Verschwörung von 1820
4.1.4.2. Die Repression
4.1.4.3. Bewertung seiner repressiven Politik
4.2. Das Reformwerk Francias
4.2.1. Verwaltung, Infrastruktur und öffentliche Sicherheit
4.2.2. Wirtschaftsreformen
4.2.3. Landwirtschaft
4.2.4. Industrie und Gewerbe
4.2.5. Bildungspolitik
4.2.5.1. Förderung des Elementarunterrichts
4.2.5.2. Vernachlässigung der höheren Bildung
4.2.5.3. Zur „Intelligenz-Vernichtungss-These“ der Politik Francias
4.3. Außenhandel und Außenpolitik – zur „Isolationspolitik“ Francias
4.3.1. Verhältnis zu Buenos Aires/Argentinien / Handel über Pilar
4.3.2. Verhältnis zu Brasilien / Handel über Itapúa
4.3.3. Verhältnis zu England
4.3.4. Verhältnis zu Entre Ríos / Uruguay
4.3.5. Verhältnis zu Bolivien
4.3.6. Konsequenzen der Isolationspolitik Francias
4.4. Das Erbe der Diktatur Francias
III. Teil FRANCIAS HERRSCHAFT IM HISTORISCHEN KONTEXT LATEINAMERIKAS: CAUDILLO UND CHARISMATIKER?
1. Die widersprüchliche Darstellung der Diktatur Francias in der Historiographie
1.1. Die Geschichtsscheibung Europas im 19. Jahrhundert
1.2. Die Lateinamerikanische Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts
1.3. Die Neuinterpretation moderner Historiker des 20. Jahrhunderts
2. Francias Herrschaft im lateinamerikanischen Kontext: Caudillo und Charismatiker?
2.1. Das Herrschaftsmodell laut Weber – die charismatische Herrschaft
2.2. Francia – ein charismatischer Herrscher?
2.3. Allgemeine Betrachtungen zum Begriff Caudillo
2.4. Francia – ein Caudillo?
SCHLUSSBETRACHTUNG
Die Arbeit untersucht die Herrschaft des paraguayischen Diktators Dr. José Gaspar Rodríguez de Francia (1814–1840) im historischen Kontext Lateinamerikas. Das zentrale Ziel ist es, die Grundlagen seiner absoluten Machtausübung zu analysieren, wobei die Forschungsfrage darauf abzielt, ob Francia als "Charismatiker" nach Max Weber oder als "Caudillo" einzustufen ist, und inwieweit seine Isolationspolitik zur Konsolidierung des Staates beitrug.
4.1.3.2. Maßnahmen gegen die Kirche:
Nach seiner Wahl zum Diktator begann Francia gegen die in Paraguay noch befindlichen spanischen Priester vorzugehen.
Um die Ordensgeistlichen gegen jeden ausländischen Einfluss abzuschirmen, unternahm er 1815 den ersten Schritt, um die Kirche unter die nationale Jurisdiktion zu stellen. Er verbot jegliche Einmischung von ausländischen Geistlichen in Kirchen- und Gemeindeangelegenheiten Paraguays und entband die paraguayischen Geistlichen von ihrer Gehorsamspflicht gegenüber den Ordensprovinzialen, Dom- und Ordenskapiteln und Kircheninspektoren ausländischer Staaten.
Zugleich wurde ihnen verboten, von kirchlichen Würdenträgern des Auslands Titel oder Ehrungen anzunehmen.
Weiters schloss er einige Geistliche aus dem kirchlichen Leben aus, wie z.B. den Erzdiakon Antonio Miguel de Arcos y Matas und den Generalvikar José Baltasar de Casafús – beide Spanier – und ersetzte sie durch paraguayische Kleriker.
Ferner mussten alle Geistlichen, bevor die Regierung ihre Zugehörigkeit zu einem Orden anerkannte, erst ihre „wahre Vaterlandsliebe“ beweisen. Dies geschah, indem sie rückhaltlos der Souveränität der Republik und der Unabhängigkeit von Spanien zustimmten und der Regierung einen Treueschwur leisteten.
I. Teil PARAGUAYS WEG VON DER KOLONIALZEIT BIS ZUR UNABHÄNGIGKEIT: Dieses Kapitel erläutert die kolonialen Ursprünge Paraguays und den Unabhängigkeitsprozess, der durch die politische Instabilität in Spanien und die Ambitionen von Buenos Aires vorangetrieben wurde.
II. Teil DIE DIKTATUR DES DR. FRANCIA: Der Hauptteil analysiert detailliert den Aufstieg Francias zur Macht, seine Konsolidierung als Diktator durch den Ausschluss der Elite sowie seine tiefgreifenden Reformen in Wirtschaft, Bildung und Kirchenpolitik.
III. Teil FRANCIAS HERRSCHAFT IM HISTORISCHEN KONTEXT LATEINAMERIKAS: CAUDILLO UND CHARISMATIKER?: Hier erfolgt eine theoretische Reflexion über die Herrschaftsmodelle, in der die Autorin Francia als Caudillo qualifiziert, ihm jedoch das von Weber definierte Charisma abspricht.
Dr. Francia, Paraguay, Diktatur, Unabhängigkeit, Caudillo, Charisma, Max Weber, Isolationspolitik, Historiographie, Nationalkirche, Agrarreform, lateinamerikanische Geschichte, Souveränität, Machtkonsolidierung, Elitenpolitik.
Die Diplomarbeit analysiert die 30-jährige Diktatur von Dr. José Gaspar Rodríguez de Francia in Paraguay und versucht, seine Herrschaftsweise theoretisch sowie historisch einzuordnen.
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der paraguayischen Unabhängigkeit, die innenpolitische Machtpolitik gegenüber Kirche und Elite, die Isolationspolitik sowie die wissenschaftliche Debatte um seine Person.
Die Arbeit untersucht, worauf Francia seine absolute Macht gründete und ob er als charismatischer Führer nach Max Weber oder als typischer lateinamerikanischer Caudillo zu betrachten ist.
Die Autorin nutzt eine historiographische Analyse, vergleicht historische Quellen und setzt diese in Bezug zu soziologischen Herrschaftstheorien (Max Weber) und entwicklungstheoretischen Konzepten.
Im Hauptteil werden Francias Aufstieg, seine Maßnahmen gegen die spanische Oligarchie und Kirche, seine Reformen in Landwirtschaft und Industrie sowie die Repression während seiner Diktatur detailliert beschrieben.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Paraguay, Dr. Francia, Diktatur, Caudillo, Souveränität, Isolationspolitik und nationale Unabhängigkeit.
Francia sah die Kirche aufgrund ihrer Bindung an das spanische Imperium als Gefahr für die Unabhängigkeit Paraguays, weshalb er sie dem Staat unterordnete und ihre Privilegien beschnitt.
Die Isolationspolitik war laut der Autorin ein bewusstes Mittel, um Paraguay wirtschaftlich und politisch unabhängig von ausländischen Mächten und imperialistischen Abhängigkeiten zu halten.
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