Diplomarbeit, 2006
75 Seiten, Note: A
1. Einleitung
1.1 Motivation der Arbeit
1.2 Terminologische Vorbemerkungen
1.3 Aufbau der Arbeit
1.4 Methode der Untersuchung
2. Grundlagen der Ausfuhrgarantien des Bundes
2.1 Deckungsfähige Risiken
2.2 Motive der Außenwirtschaftsförderung
2.3 Zur Historie der Ausfuhrgarantien
2.4 Ordnungspolitische und rechtliche Grundlagen
2.5 Internationale Zusammenarbeit
3. Abgrenzung der Ausfuhrgarantien des Bundes
3.1 Abgrenzung zu den privaten Exportkreditversicherern
3.2 Abgrenzung zur Exportfinanzierung
4. Das System der staatlichen Ausfuhrgarantien
4.1 Systematische Grundlagen
4.1.1 Garantien und Bürgschaften
4.1.2 Kurzfristige und mittel-/langfristige Geschäfte
4.1.3 Fabrikations- und Kreditrisiken
4.2 Lieferantenkreditdeckungen
4.2.1 Einzeldeckung
4.2.2 Revolvierende Deckung
4.2.3 Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung
4.2.4 Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung-light
4.2.5 Nutzung der Deckungsformen
4.3 Antrags- und Entscheidungsverfahren
4.3.1 Organisatorische Grundlagen und Verfahren
4.3.2 Kriterien der Indeckungnahme
4.4 Entschädigungsverfahren und Umschuldung
5. Die Reform der Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung
5.1 Die Punkte der Reform
5.1.1 Einbeziehungsrecht statt Einbeziehungspflicht
5.1.2 Entgeltsystem und Bonus/Malus-System
5.1.3 Verkürzte Vertragslaufzeit auf ein Jahr
5.1.4 Wegfall der Kursbegrenzung bei Hartwährungen
5.1.5 Umsatzmelderecht bei isolierter politischer Deckung
5.1.6 Senkung der Selbstbeteiligung für wirtschaftliche Schäden
5.1.7 Einführung einer Anbietungsgrenze
5.1.8 Wegfall der isolierten politischen Deckung bei Sichtakkreditiven
5.1.9 Neustrukturierung der Umsatzmeldungen
5.1.10 Obligatorische Onlineabwicklung
5.2 Software für die Abwicklung der Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung
6. Schlussbetrachtung und Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht die Bedeutung staatlicher Exportkreditgarantien, insbesondere der zum 01.01.2006 reformierten Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung (APG), für Unternehmen der chemischen Industrie. Ziel ist es, die Auswirkungen der Reform auf die Unternehmenspraxis zu analysieren, wobei die Ergebnisse durch eine empirische Umfrage unter Großunternehmen der Branche untermauert werden.
1.1 MOTIVATION DER ARBEIT
„Unternehmen, die sich vor Forderungsausfällen … schützen wollen, schließen eine Kreditversicherung ab.“
Ganz im Sinne dieses Zitats sieht die heutige Unternehmenspraxis aus. Mit einer Warenkreditversicherung als Teil des Risikomanagements können Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abgesichert werden, die durch die Vergabe von Lieferantenkrediten an Kunden entstehen. Forderungsausfälle bedrohen Unternehmen mit geringer Eigenkapitalausstattung und schlechter Bonität in ihrer Existenz. Aber auch solvente Unternehmen müssen sich die Frage stellen, wie sich ein Forderungsausfall auf die Bilanz auswirken könnte – zumindest, wie viel schadensfreier Mehrumsatz nötig wäre, um einen Forderungsausfall zu amortisieren.
Genutzt werden kann eine WKV sowohl im In- als auch im Ausland. Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf den Außenhandel und die für dieses Segment angebotenen Kreditversicherungen. Im Gegensatz zum Binnenhandel geht die Abwicklung von Geschäften in anderen Ländern oft mit höheren Risiken einher. Längere Transportwege, ein eventuell nötiger Wechsel der Transportmittel oder länderspezifische Einflussfaktoren, wie z. B. die Zollabwicklung, sorgen für längere Transport- und Bearbeitungszeiten. Diese wirken direkt auf die Zahlungsziele, die dadurch länger als im Inland ausfallen und das Risiko eines Forderungsausfalls für den Lieferanten anwachsen lassen. Höhere Risiken ergeben sich aber auch aus anderen, dem Exporteur teilweise unbekannten wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen.
1. Einleitung: Stellt die Motivation, Terminologie, den Aufbau der Arbeit sowie die verwendete postalische Umfragemethode unter Unternehmen des VCI-Arbeitskreises vor.
2. Grundlagen der Ausfuhrgarantien des Bundes: Erläutert die Risikostruktur (Länder- und wirtschaftliche Risiken), die Motive der Außenwirtschaftsförderung sowie den historischen und ordnungspolitischen Rahmen.
3. Abgrenzung der Ausfuhrgarantien des Bundes: Differenziert das staatliche System von privaten Exportkreditversicherern und ordnet es in den Bereich der staatlichen Nicht-Exportfinanzierung ein.
4. Das System der staatlichen Ausfuhrgarantien: Beschreibt die systematischen Grundlagen, Deckungsformen wie die APG, Antragsverfahren sowie die Entschädigungs- und Umschuldungsprozesse.
5. Die Reform der Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung: Analysiert die einzelnen Reformpunkte zum 01.01.2006, deren Auswirkungen auf die Unternehmenspraxis sowie die Rolle von IT-Software bei der Abwicklung.
6. Schlussbetrachtung und Ausblick: Bewertet das staatliche System als unverzichtbares Instrument für die Exportwirtschaft und fasst die Reform als praxisorientierte Flexibilisierung zusammen.
Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung, APG, Hermesdeckung, Exportkreditgarantie, Kreditversicherung, Warenkreditversicherung, Exportförderung, Chemische Industrie, Risikomanagement, Außenhandel, Risikodeckung, Bonitätsprüfung, Reform, Exportfinanzierung, Forderungsausfall.
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der staatlichen Exportkreditgarantien (bekannt als Hermesdeckungen) für Unternehmen der deutschen chemischen Industrie und untersucht spezifisch die Auswirkungen der Reform der Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung (APG) zum 01.01.2006.
Im Zentrum stehen die Risikostruktur des Außenhandels, die Funktionsweise staatlicher Absicherungsinstrumente, die Abgrenzung zu privaten Versicherern sowie eine detaillierte Evaluation der APG-Reform.
Das Ziel ist es, den Nutzen und die Anwendungspraxis der reformierten APG für Chemieunternehmen aufzuzeigen und die Reformschritte auf ihre Praktikabilität hin zu bewerten.
Es wurde eine postalische Umfrage unter elf Unternehmen des Arbeitskreises „Außenwirtschaftliche Absicherung“ des Verbandes der Chemischen Industrie durchgeführt, ergänzt durch eine statistische Auswertung der Antworten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der staatlichen Garantien, das System der verschiedenen Deckungsformen, die detaillierte Analyse der einzelnen Reformpunkte sowie deren Implementierung in IT-Softwarelösungen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere APG, Hermesdeckung, Exportkreditgarantie, Risikomanagement, Außenhandel, Chemische Industrie und staatliche Außenwirtschaftsförderung.
Das Einbeziehungsrecht wurde von den befragten Unternehmen durchweg positiv aufgenommen und in der Umfrage als eine der wichtigsten und am meisten geschätzten Neuerungen der Reform hervorgehoben.
Ja, laut der Umfrage besteht insbesondere der Wunsch nach einer direkten Schnittstelle für monatliche Umsatzmeldungen aus der Software KVsprint, um den verbleibenden manuellen Aufwand bei der Onlineabwicklung zu eliminieren.
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