Bachelorarbeit, 2021
46 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
2. Die Mutterrolle in der Gesellschaft um 1800
2.1. uneheliche Schwangerschaften um 1800
2.2. Kleists Rolle der Mutter
3. Das Erdbeben in Chili
3.1. Die Rolle der Josephe
3.2. sprachliche Darstellungen von Mütterlichkeit
3.3. Umgang mit der unehelichen Empfängnis
3.4. Verhältnis von Mütterlichkeit und Patriarchat
4. Die Marquise von O...
4.1. Die Rolle der Marquise
4.2. Die Rolle der Obristin
4.3. Umgang mit der unehelichen Empfängnis
4.4. Verhältnis Mütterlichkeit und Patriarchat
5. Umgang mit unehelichen Schwangerschaften in anderen Werken
6. Mütterlichkeit zur Durchbrechung des Patriarchats?
7. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Rolle der Mütterlichkeit in Heinrich von Kleists Novellen "Das Erdbeben in Chili" und "Die Marquise von O..." im Kontext patriarchaler Gesellschaftsstrukturen um 1800. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, ob Mütterlichkeit als eine mögliche Kraft zur Durchbrechung dieser Strukturen fungieren kann.
3. Das Erdbeben in Chili
Donna Josephe stammt aus einer adeligen Familie und ist die Tochter von Don Henrico Asteron, einem der reichsten Edelleute der Stadt. Josephe begeht in der Geschichte gleich mehrere Sittenbrüche, die für den weiteren Verlauf entscheidend sind. Zuerst geht sie ein zärtliches Einverständnis mit ihrem Hauslehrer Jeronimo Rugera ein, weshalb Don Asteron Jeronimo aus dem Hause verwiesen und von seinem Beruf entbunden hat. Jeronimo ist vom bürgerlichen Stand, daher ist es gegen die Sitte, dass adelige Josephe ein Verhältnis mit ihm eingegangen ist. Im Allgemeinen Landrecht für preußische Staaten von 1794 steht geschrieben, dass die väterliche Einwilligung für eine Hochzeit verweigert werden kann, falls eine Person des Adels eine Person einer niedrigeren Klasse heiraten will. Don Asteron hat somit rechtliche Entscheidungsgewalt gegenüber seiner Tochter. Ein weiterer Verstoß gegen das Allgemeine Landrecht ist der Verstoß gegen die Gehorsamspflicht, weil das Verhältnis zwischen Josephe und Jeronimo weiter anhält und sie sich dadurch dem Willen ihres Vaters widersetzt.
1. Einleitung: Stellt die Relevanz der Mütterlichkeit in Kleists Werken vor und definiert das Ziel der Arbeit, die Rolle der Mutter im Verhältnis zum Patriarchat zu untersuchen.
2. Die Mutterrolle in der Gesellschaft um 1800: Zeichnet das historische Bild der Frau und Mutter nach, das durch patriarchale Strukturen und die Definition der Familie als Rechtsverband geprägt war.
3. Das Erdbeben in Chili: Analysiert die Figur der Josephe und wie sie durch ihr Handeln und ihre Mütterlichkeit mit dem Patriarchat in Konflikt gerät.
4. Die Marquise von O...: Untersucht die Rolle der Marquise und ihrer Mutter sowie den Umgang mit der ungewollten Schwangerschaft in einer patriarchalen Gesellschaft.
5. Umgang mit unehelichen Schwangerschaften in anderen Werken: Bietet einen vergleichenden Blick auf zeitgenössische Literatur, um die Besonderheit von Kleists Behandlung des Themas zu verdeutlichen.
6. Mütterlichkeit zur Durchbrechung des Patriarchats?: Synthetisiert die Ergebnisse und erörtert, inwiefern Mütterlichkeit subversive Züge gegenüber der patriarchalen Ordnung aufweist.
7. Fazit: Fasst zusammen, dass Kleist in seinen Werken zwar keine Auflösung des Patriarchats propagiert, die Mütterlichkeit jedoch als wesentliches, menschliches Gegenelement darstellt.
Heinrich von Kleist, Mütterlichkeit, Patriarchat, Das Erdbeben in Chili, Die Marquise von O..., uneheliche Schwangerschaft, Gesellschaftsstruktur, 1800, Weiblichkeit, Familienbild, Emanzipation, Sittenbruch, Liebe, Preußisches Allgemeines Landrecht, Literaturanalyse
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Mütterlichkeit in zwei bekannten Novellen von Heinrich von Kleist und hinterfragt, wie diese Frauenfiguren innerhalb einer starren patriarchalen Ordnung agieren.
Die zentralen Felder sind die Rolle der Frau und Mutter um 1800, der gesellschaftliche Umgang mit unehelichen Schwangerschaften sowie die patriarchalen Machtstrukturen des frühen 19. Jahrhunderts.
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob und unter welchen Bedingungen Mütterlichkeit als Kraft dienen kann, um patriarchale Normen zu durchbrechen oder diese zumindest zu kritisieren.
Die Arbeit betreibt eine literaturwissenschaftliche Analyse von Kleists Texten, unterfüttert durch historische Sekundärliteratur zu Familienstrukturen und Zeitgeist um 1800.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine detaillierte Figuren- und Motiv-Analyse an den Beispielen "Das Erdbeben in Chili" und "Die Marquise von O..." sowie einen Vergleich mit zeitgenössischen Autoren.
Schlüsselbegriffe sind "Mütterlichkeit", "Patriarchat", "Sittenbruch" und "gesellschaftliche Konventionen" im literarischen Werk Heinrich von Kleists.
Im Gegensatz zu Schiller oder Wagner, die uneheliche Mutterschaft oft mit Tragik und Kindesmord verknüpfen, entwirft Kleist in seinen Novellen einen differenzierteren Ansatz, bei dem Mütterlichkeit Überlebensstrategien ermöglicht.
Die Idylle dient als temporärer (utopischer) Gegenentwurf zur patriarchalen Stadtgesellschaft, in der Mütterlichkeit kurzzeitig die gesellschaftlichen Hierarchien außer Kraft setzen kann.
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