Bachelorarbeit, 2022
53 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Theorie
2.1 Infrastrukturen
2.2 Plattformen
2.2.1 Die Plattform
2.2.2 Das Plattformen Ökosystem
2.2.3 Die Plattformgesellschaft
2.3 Apps
2.4 Inklusions- und Exklusionsmechanismen
3 Methodik – Der App Walkthrough
4 Analyse
4.1 StepStone
4.2 Geschäftsmodell, Vision, Verwaltung
4.3 Beginn und Registrierung
4.4 Tägliche Nutzung
4.5 App schließen und verlassen
5 Fazit
Die Arbeit untersucht kritisch die Inklusions- und Exklusionsmechanismen, die in digitalen Infrastrukturen am Beispiel der Job-App StepStone wirken. Dabei wird analysiert, wie die technischen Strukturen der App die Nutzererfahrungen beeinflussen und inwiefern diese Mechanismen zu einer Kategorisierung der Nutzenden führen, anstatt sie von der Nutzung auszuschließen.
2.4 Inklusions- und Exklusionsmechanismen
Der Begriff der Exklusion taucht politisch und wissenschaftlich erstmals in den späten 1980er Jahren in Frankreich (fr. exclusion) auf und wurde folgend auch in ganz Europa immer bekannter. In dieser Arbeit möchte ich mich auf die soziologische Debatte zum Thema Inklusion und Exklusion beziehen, um daraus Rückschlüsse auf Inklusions- und Exklusionsmechanismen zu ziehen.
Die Basis für die heutige soziologische Systemtheorie zu Inklusion und Exklusion legte Niklas Luhmann, der sich auf die ersten Ausführungen dazu von Talcott Parsons bezog. Luhmanns geht davon aus, dass die Differenzierung zwischen Inklusion und Exklusion „zu den Konstitutionsbedingungen moderner Gesellschaften“ gehört. Er beschreibt eine Gesellschaft, die aus verschiedenen Funktionssystemen wie zum Beispiel Wirtschaft, Recht, Wissenschaft und Politik besteht. Diese Funktionssysteme grenzen sich voneinander ab, indem sie durch interne Kommunikationsformen kommunizieren. Dabei definierte Luhmann die Exklusion aus den Funktionssystemen nicht als Ausschließung. Er geht von einer Vollinklusion aus, bei der die Funktionssysteme einen offenen Charakter aufweisen. Die Exklusion hat im Rahmen der Vollinklusion die Aufgabe „die Bestandteile von Individualität zu bezeichnen, die Menschen nicht in die Kommunikation innerhalb der Funktionssysteme einbringen können“. Die Exklusion nach Luhmann bedeutet also die Abspaltung von Individualität und Rolle aus Voraussetzung für die Vollinklusion.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Apps im Alltag ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Inklusions- und Exklusionsmechanismen in der StepStone App.
2 Theorie: Dieses Kapitel erläutert die medienwissenschaftlichen Grundlagen zu Infrastrukturen und Plattformen sowie soziologische Theorien zu Inklusion und Exklusion.
3 Methodik – Der App Walkthrough: Hier wird der App Walkthrough als zentrale Analyse-Methode vorgestellt und dessen theoretische Einbettung in die Akteur-Netzwerk-Theorie begründet.
4 Analyse: Das Hauptkapitel wendet die Walkthrough-Methode auf die StepStone App an und untersucht die verschiedenen Beobachtungsdimensionen von der Registrierung bis zur täglichen Nutzung.
5 Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage und resümiert, dass die Mechanismen der App in der Regel inklusiv wirken und keine systemischen negativen Exklusionen vorliegen.
StepStone, App Walkthrough, Inklusion, Exklusion, Plattformökonomie, Digitale Infrastruktur, Medienentwicklung, Soziologische Systemtheorie, Datenverarbeitung, Algorithmus, Nutzerverhalten, Jobplattform, App-Analyse, Plattformisierung, Interaktionssystem
Die Arbeit analysiert die Job-App StepStone als digitale Infrastruktur unter medienwissenschaftlicher und soziologischer Perspektive, insbesondere hinsichtlich der Mechanismen von Inklusion und Exklusion.
Die zentralen Themen sind plattformbasierte Infrastrukturen, die Funktionsweise von mobilen Applikationen als Massenmedien und die soziologische Systemtheorie der Inklusion und Exklusion.
Die Arbeit untersucht, inwiefern die Inklusions- und Exklusionsmechanismen der StepStone App Auswirkungen auf die Nutzenden haben und ob sie diese von der Nutzung ausschließen oder lediglich in bestimmte Gruppen einordnen.
Die gewählte Methode ist der "App Walkthrough" nach Light, Burgess und Duguay, ergänzt durch die Akteur-Netzwerk-Theorie.
Der Hauptteil widmet sich der praktischen Analyse der StepStone App, wobei Bereiche wie das Geschäftsmodell, die Registrierung, die tägliche Nutzung und das Verlassen der App detailliert geprüft werden.
Kritisch sind Begriffe wie Inklusion, Exklusion, Datenökonomie, digitale Infrastrukturen und die spezifische "Walkthrough"-Methode.
Die Analyse zeigt, dass StepStone überwiegend geschlechtsneutral formuliert oder korrekt gendert, wobei es punktuelle Unterschiede zwischen der App-Oberfläche und den Stellenanzeigen der Unternehmen gibt.
Nein, die Analyse kommt zu dem Schluss, dass keine negativen Exklusionen stattfinden; Nutzer werden über personalisierte Algorithmen lediglich in spezifische Interessen- oder Berufsgruppen eingeordnet.
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