Bachelorarbeit, 2022
129 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsdefinitionen
2.1.1 Gender Pay Gap
2.1.2 Geschlechtsspezifische Berufsklassifizierung
2.2 Gender Pay Gap im historischen Verlauf
2.3 Humankapitaltheorie
2.3.1 Überblick über die Theorie
2.3.2 Bildungsdauer oder Berufserfahrung
2.3.3 Oaxaca-Blinder-Zerlegung
2.3.4 Erklärungsansätze für die Lohnlücke
2.4 Devaluationsthese
2.4.1 Entwertung von Frauenberufen und weiblicher Erwerbstätigkeit
2.4.2 Diskriminierung
2.4.3 Comparable Worth – Arbeitsbewertungen im Fokus
2.4.4 Doing Gender und Gender Status Beliefs
2.5 Berufswahltheorie nach Gottfredson
2.5.1 Kernelemente des Konzepts
2.5.2 Entwicklungsstufen der Eingrenzung
2.5.3 Prinzipien der Kompromissfindung
2.6 Herleitung des Forschungsinteresses
3 Forschungsmethodisches Vorgehen
3.1 Auswahl und Begründung der Methode
3.2 Durchführung der Studie
3.3 Vorstellung des Erhebungsinstruments
3.4 Stichprobe
3.5 Vorgehensweise der Auswertung
3.5.1 Datenbereinigung
3.5.2 Statistische Testverfahren
3.5.3 Definitionen und Berechnungen
4 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
4.1 Geschlechtsspezifische Lücke in den Gehaltserwartungen
4.1.1 Erwartete Lohnlücke
4.1.2 Erwartetes Lebenszeiteinkommen
4.1.3 Gehaltserwartungen nach Jahrgang und Alter
4.1.4 Vergleich mit den Angaben von Student*innen
4.1.5 Interpretation der erwarteten Lohnlücke
4.2 Zerlegung in Studienrichtungen und Geschlechterdominanzen
4.2.1 Stereotype Studienwünsche
4.2.2 Erwartete Lohnlücke nach Studienrichtungen
4.2.3 Lohnlücke nach Geschlechterdominanz der Studienbereiche
4.2.4 Vergleich mit den Angaben von Student*innen
4.2.5 Interpretation der Zerlegungen
4.3 Nebenjobs, Bildungsaspiration und Berufspositionen
4.3.1 Nebenjobs während der Schulzeit
4.3.2 Angestrebte Bildungsdauer und Abschlüsse
4.3.3 Berufspositionsvorstellung
4.3.4 Interpretation der Ergebnisse
4.4 Kinderwünsche und Erwerbsunterbrechungen
4.4.1 Familie vs. Karriere
4.4.2 Auswirkungen eines Kinderwunschs auf Gehalt und Arbeitszeit
4.4.3 Erwerbsunterbrechungen und Betreuungszeiten
4.4.4 Vergleich mit den Angaben von Student*innen
4.4.5 Interpretation der Aspekte der Kindererziehung
4.5 Gehaltsverhandlungen
4.5.1 Gehaltsforderungen und Reservationslöhne
4.5.2 Verhandlungsstile
4.5.3 Vergleich mit den Angaben von Student*innen
4.5.4 Interpretation der Verhandlungsstile
4.6 Diskriminierung
5 Methodendiskussion
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit humankapitalistische Ansätze sowie Aspekte der Devaluation und der Berufswahltheorie nach Gottfredson die Erwartungen von Schüler*innen an ihren Eintritt in den Arbeitsmarkt prägen. Ziel ist es, ein besseres Verständnis dafür zu gewinnen, ob und wie diese theoretischen Annahmen in den Gehalts- und Karriereerwartungen der Jugendlichen zum Ausdruck kommen, und diese Ergebnisse durch einen Vergleich mit den Daten von Student*innen einzuordnen.
2.1.1 Gender Pay Gap
Der Gender Pay Gap oder Gender Wage Gap beschreibt die Lohnlücke bzw. das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Er gibt den Unterschied der geschlechtsspezifischen, durchschnittlichen Bruttostundenlöhne vor Abzug von Einkommenssteuer und Sozialversicherungsbeiträgen an, wobei Unternehmen ab einer Größe von zehn Mitarbeitenden in die Berechnung aufgenommen werden (European Parliament, 2022, S. 1–2). Hinsichtlich der Berücksichtigung unterschiedlicher Einflussfaktoren wird zwischen dem unbereinigten und dem bereinigten Gender Pay Gap unterschieden.
Die Ermittlung des unbereinigten Gender Pay Gaps erfolgt, indem die Differenz zwischen den durchschnittlichen Stundenlöhnen männlicher und denen weiblicher Beschäftigter ins Verhältnis zu den durchschnittlichen Stundenverdiensten von Männern gesetzt wird (Destatis, 2022c). Angegeben wird die unbereinigte Lohnlücke in Prozent.
Im Gegensatz zum unbereinigten Gender Pay Gap werden bei der Berechnung des bereinigten Gender Pay Gaps Einflussfaktoren, wie unterschiedliche Berufsgruppen, Qualifikationen oder zeitliche Aspekte der Beschäftigung, berücksichtigt (Destatis, 2022c). Auf diese Einflussfaktoren wird in Kapitel 2.3.3 näher eingegangen. Der Berechnung des bereinigten Gender Pay Gaps liegen äquivalent zu der des unbereinigten die Bruttostundenverdienste zugrunde. Der bereinigte Gender Pay Gap wird auch als unerklärlicher Teil des Lohngefälles bezeichnet, da er auf keine statistisch erfassbaren Erklärungen zurückzuführen ist (Jochmann-Döll & Scheele, 2020, S. 9).
Mit Begriffen wie „geschlechtsspezifische Lohnlücke“ oder „Gender Pay Gap“ ist in dieser Ausarbeitung stets die Lohnlücke zuungunsten der Frauen gemeint.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema des Gender Pay Gaps ein und formuliert die Forschungsfrage, inwieweit ökonomische und soziologische Theorien in den Erwartungen von Schüler*innen an den Arbeitsmarkt widergespiegelt werden.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über relevante Begriffsdefinitionen, historische Entwicklungen und die theoretische Fundierung durch die Humankapitaltheorie, die Devaluationsthese und die Berufswahltheorie nach Gottfredson.
3 Forschungsmethodisches Vorgehen: Hier wird die quantitative Forschungsmethode beschrieben, die auf einer schriftlichen Befragung basiert und deren Design sich an der Studie von Kiessling et al. (2019) orientiert.
4 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse: Dieser Hauptteil präsentiert die empirischen Ergebnisse zu Gehaltserwartungen, Studienwünschen, Kinder- und Familienplanungen sowie Gehaltsverhandlungen und interpretiert diese im Kontext der gewählten Theorien.
5 Methodendiskussion: Im vorletzten Kapitel wird das methodische Vorgehen reflektiert und kritisch hinterfragt, wobei Stärken und Grenzen der empirischen Untersuchung sowie Potenziale für zukünftige Forschung aufgezeigt werden.
6 Fazit: Das Abschlusskapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige gesellschaftliche Maßnahmen zur Stärkung der Zielgruppe und zur Reduktion von Lohnungleichheiten.
Gender Pay Gap, Humankapitaltheorie, Devaluationsthese, Berufswahltheorie, Gottfredson, Doing Gender, Gehaltserwartungen, Lohnlücke, Arbeitsmarktsegregation, Geschlechterstereotype, Lebenszeiteinkommen, Diskriminierung, Studienwahl, Arbeitsmarkteintritt, Gehaltsverhandlungen
Es geht um die Analyse der Erwartungen von Schüler*innen an den Eintritt in den Arbeitsmarkt und deren Beziehung zum Gender Pay Gap aus ökonomischer und soziologischer Perspektive.
Zentral sind die Humankapitaltheorie, die Devaluationsthese, Berufswahltheorien, Gehaltsvorstellungen, Familienplanung und geschlechtsspezifische Rollenbilder.
Das Ziel ist zu prüfen, ob sich soziologische und ökonomische Theorien zur Lohnungleichheit in den Erwartungen und Berufswünschen von Schüler*innen widerspiegeln.
Es handelt sich um eine empirische quantitative Studie, bei der mittels eines schriftlichen Fragebogens Daten von Schüler*innen erhoben und statistisch analysiert wurden.
Der Hauptteil befasst sich mit der Darstellung und Interpretation der erhobenen Gehalts- und Karriereerwartungen der Schüler*innen, zergliedert nach Studienrichtungen und persönlichen Lebensplänen.
Schlüsselbegriffe sind Gender Pay Gap, Humankapitaltheorie, Devaluationsthese, Berufswahl, Geschlechterstereotype und Gehaltserwartungen.
Die empirische Analyse zeigt, dass männliche Schüler durchgehend signifikant höhere Gehaltserwartungen als weibliche Schülerinnen haben, was sich auch im projizierten Lebenszeiteinkommen widerspiegelt.
Die Studie zeigt, dass sich weibliche Schülerinnen in ihrer Karriereplanung stärker von Kinderwünschen beeinflusst fühlen und Erwerbsunterbrechungen eher als potenziell lohnmindernd wahrnehmen als ihre männlichen Mitschüler.
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