Masterarbeit, 2009
73 Seiten, Note: 1,7
1. EINLEITUNG
1.1 Einführung in die Problemstellung und Schwerpunkte der Masterarbeit
1.2 Aufbau der Masterarbeit
2. THEORETISCHER HINTERGRUND
2.1 Klassifikation der Depression
2.2 Hauptsymptome und Zusatzsymptome der Depression
2.3 Epidemiologische Bedeutung
2.3.1 Bundesgesundheitssurvey 1998
2.3.2 Studien von Krankenkassen 2004-2008
3. HISTORISCHES VERSTÄNDNIS DER DEPRESSION: EINE KRANKHEIT IM WANDEL
3.1 Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges: Die undefinierbare Krankheit
3.2 Seit den 1950er Jahren: Die Depression wird gesellschaftsfähig
3.3 Jahrtausendwende: Depression als Volkskrankheit
4. DIE DEPRESSION IM VERGLEICH MIT ANDEREN VOLKSKRANKHEITEN
4.1 Was ist eine Volkskrankheit?
4.2 Monetäre Schäden durch Volkskrankheiten
5. DIE URSACHENFORSCHUNG
5.1 Kollektive Sichtweisen der Ursachenforschung
5.2 Individuelle Sichtweisen der Ursachenforschung
6. DIE DIAGNOSE
7. THEORETISCHE MODELLE DES KRANKHEITS- UND THERAPIEVERLAUFS EINER DEPRESSION
7.1 Psychologische und psychosoziale Modelle der Depression
7.1.1 Beurteilung der Modelle nach dem Geschlechteraspekt
7.1.2 Beurteilung der Modelle nach ihrer wissenschaftlichen Anerkennung
7.2 Biologische Modelle der Depression
8. BEGLEITERKRANKUNGEN UND KONSEQUENZEN DER DEPRESSION
8.1 Körperlich krank und depressiv
8.2 Depression und Sucht
8.3 Depression und Erschöpfung
8.4 Suizidalität
9. UMGANG MIT DER DEPRESSION AUS DER GESCHLECHTERPERSPEKTIVE
9.1 Eigenschaften von Männern und Frauen
9.2 Die männliche Depression
10. MÄNNERSPEZIFISCHE GESUNDHEITSSTRATEGIEN
10.1 Präventionsansätze für Männer
10.1.1 Psychohygiene
10.1.2 Salutogenese
10.2 Präventionskampagnen
10.2.1 Europäischer Raum: „Depression kann jeden treffen“
10.2.2 US-amerikanischer Raum: „Real men. Real depression.“
11. SCHLUSSBETRACHTUNG UND FAZIT
Das Hauptziel dieser Masterarbeit besteht in einer gesundheitswissenschaftlichen Darstellung der Depression in der heutigen Gesellschaft. Dabei wird untersucht, inwieweit der Begriff "Volkskrankheit" für Depressionen gerechtfertigt ist, welche Theorien zur Entstehung existieren und wie die historische sowie aktuelle gesellschaftliche Wahrnehmung den Umgang mit der Krankheit beeinflusst. Ein besonderer Fokus liegt auf geschlechtsspezifischen Unterschieden, insbesondere der männlichen Depression, und der Wirksamkeit von Präventionsstrategien.
3.1 Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges: Die undefinierbare Krankheit
Schon seit dem Mittelalter fand eine medizinische Versorgung für Menschen mit psychischen Erkrankungen statt. Das Krankheitsbild war jedoch als solches noch völlig unbekannt (Becker et. al. 2008, S. 32). Erstmals wurden im 19. Jahrhundert Menschen mit seelischen Störungen in eigenen medizinischen Institutionen versorgt (ebd., S. 35). Von einem differenzierten Krankheitsbild wurde dennoch nicht gesprochen. Betroffene wurden als „Geisteskranke“ tituliert, die stationären Einrichtungen als „Irrenasyle“. Mediziner beschäftigten sich in ihren Forschungen ausschließlich mit schweren psychischen Krankheiten, die heute dem Spektrum der Manien und Schizophrenien zugeordnet werden (Simhandl u. Mitterwachauer 2007, S. 2).
Aus heutiger Sicht ein nicht akzeptabler Zustand und doch schon der erste Fortschritt. Die Menschen in der frühen Neuzeit gingen davon aus, die Seele des psychisch kranken Menschen sei von einem Dämon besetzt und unheilbar (Ehrenberg 2008, S. 41). Bis in die 1940er Jahre war die Krankheit den „Gesunden“ in der Bevölkerung fremd, was zur Folge hatte, dass sie ihnen Angst machte. Die Betroffenen wurden vom sozialen Leben ausgeschlossen und in ihrer Persönlichkeit rein auf ihre Krankheit reduziert. Diesen Effekt beschreibt Steger (2007, S. 24), indem er sagt, dass unter dieser „Urangst“ der Bevölkerung, von Generation zu Generation weitergegeben, letztlich auch noch die heutigen Kranken leiden, wenn auch nicht mehr in dieser Ausprägung.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Problemstellung, Zielsetzung und der Aufbau der Masterarbeit im Kontext der gesundheitswissenschaftlichen Darstellung von Depressionen.
2. THEORETISCHER HINTERGRUND: Beschreibung der Klassifikationssysteme ICD 10 sowie DSM-IV und eine kritische Auseinandersetzung mit der epidemiologischen Datenlage zur Depression in Deutschland.
3. HISTORISCHES VERSTÄNDNIS DER DEPRESSION: EINE KRANKHEIT IM WANDEL: Nachzeichnung der historischen Entwicklung des Krankheitsverständnisses von der "Irrenanstalt" bis zur heutigen Anerkennung als Volkskrankheit.
4. DIE DEPRESSION IM VERGLEICH MIT ANDEREN VOLKSKRANKHEITEN: Analyse der begrifflichen Definition einer Volkskrankheit und ein ökonomischer Vergleich der Depression mit Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
5. DIE URSACHENFORSCHUNG: Diskussion der Entstehungsbedingungen unterteilt in kollektive, gesellschaftspolitische Faktoren und individuelle psychosoziale Ursachen wie Rollenstress und Copingstile.
6. DIE DIAGNOSE: Untersuchung der Problematik unerkannter Depressionen, der diagnostischen Schwierigkeiten bei Allgemeinmedizinern und der Rolle von Persönlichkeitsinventaren.
7. THEORETISCHE MODELLE DES KRANKHEITS- UND THERAPIEVERLAUFS EINER DEPRESSION: Darstellung psychologischer, psychosozialer und biologischer Therapiemodelle sowie deren kritische Würdigung im Hinblick auf den Geschlechteraspekt.
8. BEGLEITERKRANKUNGEN UND KONSEQUENZEN DER DEPRESSION: Analyse der Komorbiditäten wie Sucht, Erschöpfung sowie eine differenzierte Betrachtung der Suizidalität und deren Risikofaktoren.
9. UMGANG MIT DER DEPRESSION AUS DER GESCHLECHTERPERSPEKTIVE: Untersuchung der geschlechtstypischen Unterschiede in der Sozialisation und der daraus resultierenden speziellen Form der "männlichen Depression".
10. MÄNNERSPEZIFISCHE GESUNDHEITSSTRATEGIEN: Vorstellung von Präventionsansätzen für Männer und ein Vergleich der europäischen Kampagne "Depression kann jeden treffen" mit der US-amerikanischen Initiative "Real men. Real depression."
11. SCHLUSSBETRACHTUNG UND FAZIT: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit und Identifikation von weiterem Forschungsbedarf, insbesondere hinsichtlich der männlichen Suizidprävention.
Depression, Volkskrankheit, Männergesundheit, Epidemiologie, Psychotherapie, Geschlechterunterschiede, ICD 10, Suizidalität, Stress, Arbeitsunfähigkeit, Sucht, Prävention, Salutogenese, Psychohygiene, Diagnostik
Die Arbeit bietet eine umfassende gesundheitswissenschaftliche Untersuchung der Depression, beleuchtet ihre gesellschaftliche Bedeutung als Volkskrankheit, ihre Ursachen und den Wandel ihres Verständnisses im Laufe der Zeit.
Zentrale Felder sind die Epidemiologie, der historische Wandel des Krankheitsverständnisses, die ökonomischen Auswirkungen im Vergleich zu anderen Krankheiten, Ursachenforschung sowie die spezifische Rolle der Geschlechter bei Diagnose und Behandlung.
Ziel ist die gesundheitswissenschaftliche Analyse der Depression, wobei insbesondere die geschlechtsspezifischen Unterschiede, insbesondere bei der "männlichen Depression", und die Frage nach effektiven Präventionsstrategien im Vordergrund stehen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Auswertung aktueller wissenschaftlicher Literatur, epidemiologischer Statistiken, Krankenkassendaten und der Analyse von Präventionskampagnen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die historische Betrachtung, die Ursachenforschung, die Diagnostik, die Begleiterkrankungen, die geschlechtsspezifische Perspektive und schließlich spezifische Gesundheitsstrategien für Männer.
Die zentralen Begriffe sind Depression, Volkskrankheit, Männergesundheit, Geschlechterunterschiede, Prävention, Suchtproblematik, Diagnose, Epidemiologie und Suizidalität.
Die Arbeit stellt fest, dass Frauen in der Statistik der Depressionsdiagnosen dominieren, während Männer ihr Leiden oft durch "männliche Formen" wie Sucht oder Aggressivität ausdrücken und seltener Hilfe suchen. Die Analyse versucht aufzuzeigen, wie diese Unterschiede durch Rollenbilder geprägt sind und warum Standarddiagnosen bei Männern oft versagen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass viele allgemeine Kampagnen, wie die europäische EAAD-Initiative, Männer aufgrund ihrer anonymen und distanzierten Ansprache kaum erreichen. Als erfolgreiches Gegenbeispiel wird die US-amerikanische Kampagne "Real men. Real depression." genannt, die auf persönliche Schicksale setzt und die speziellen Bedürfnisse und Barrieren von Männern besser berücksichtigt.
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