Bachelorarbeit, 2022
44 Seiten, Note: 1,4
1. Einführung
2. Theoretische Konzepte
2.1 Medien
2.2 Sport
2.3 Medialisierung
2.4 Das reziproke Verhältnis von Medien und Sport
2.5 Journalismus/Sportjournalismus
2.6 PR/Sport-PR
2.7 Determinationsthese und Intereffikationsmodell
3. LeBron James: Das Paradebeispiel für Intereffikation? - Eine Analyse
3.1 „The Decision“ 2010 vs. 2018
3.2 Veränderte Machtverhältnisse im Intereffikationsmodell
4. Fazit, Limitationen und Ausblick
Diese Arbeit untersucht die Veränderung im wechselseitigen Verhältnis von Sport-PR und Sportjournalismus über das letzte Jahrzehnt, am Beispiel der Vereinswechsel von LeBron James in den Jahren 2010 und 2018. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Verschiebung der Machtverhältnisse durch den Zuwachs an medialer Kontrolle für Sportler und PR-Akteure.
3.1 „The Decision“ 2010 vs. 2018
Sommer 2010: Nach fast zwei Monaten Bedenkzeit und zahlreichen Verhandlungen mit unterschiedlichen Teams entschied LeBron James, die Verkündung seiner Pläne für die nächste Saison auf den 8. Juli zu legen. Sportjournalist Jim Gray hatte die Idee, das ganze im Fernsehen übertragen zu lassen. Als Resultat plante ESPN eine 75-minütige Live-Show, die sich vollständig um seine „Decision“ drehen sollte. James stimmte dem sofort zu und beschloss, dass die Einnahmen aus dem Event an eine Charity-Organisation gespendet werden sollten. Dieser Lichtblick wurde im Laufe der Sendung schnell durch die amateurhafte Produktion und die mangelnde Fähigkeit von James, seine Beweggründe überzeugend zu artikulieren, überschattet (Thomsen, 2018).
Der Basketballstar begann mit Plattitüden über seine Jahre in Cleveland, die vielen gescheiterten Versuche, der Stadt den langersehnten Titel zu bringen, sowie Berichten über frühere NBA-Meister, die alle mit Superstars gespickte Teams hatten. Explizit sagte er es nicht, doch die Andeutung, dass mit Cleveland ein Titelgewinn momentan nicht möglich sei, wurde immer offensichtlicher. Der auf dem Spielfeld so selbstbewusst wirkende „King James“ wurde von Minute zu Minute nervöser und wiederholte sich des Öfteren (Thomsen, 2018). Auch die Rechtfertigungen nahmen zu und damit egoistisch klingende Sätze wie: „I wanted to do what was best for LeBron James and what LeBron James is going to do to make him happy“ (ESPN, 2010a).
1. Einführung: Die Einleitung steckt den Kontext der Arbeit ab und stellt die Forschungsfrage bezüglich des veränderten Verhältnisses von Sport-PR und Sportjournalismus anhand des Fallbeispiels LeBron James vor.
2. Theoretische Konzepte: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe Medien, Sport, Medialisierung sowie Journalismus und PR, bevor es zur Determinationsthese und dem für die Analyse zentralen Intereffikationsmodell überleitet.
3. LeBron James: Das Paradebeispiel für Intereffikation? - Eine Analyse: Hier erfolgt die empirische Anwendung des Intereffikationsmodells auf die beiden wegweisenden Entscheidungen von LeBron James aus den Jahren 2010 und 2018.
4. Fazit, Limitationen und Ausblick: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Grenzen der Arbeit und bietet Ansätze für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen.
Sportjournalismus, Sport-PR, Intereffikationsmodell, Medialisierung, LeBron James, The Decision, Twitter, soziale Medien, Disintermediation, Machtverhältnisse, PR-Induktionen, Journalismus-Adaptionen, Sportkommunikation, Agendasetting, Massenmedien.
Die Arbeit befasst sich mit der wechselseitigen Abhängigkeit und Beeinflussung von Sportjournalismus und Sport-PR im letzten Jahrzehnt.
Im Zentrum stehen die Medialisierung des Sports, das Intereffikationsmodell sowie der Wandel in der Art der öffentlichen Kommunikation von Profisportlern.
Die Arbeit untersucht, inwiefern sich das Verhältnis von Sport-PR und Sportjournalismus verändert hat und ob die Sport-PR durch den Aufstieg digitaler Kanäle an Macht gewonnen hat.
Es wird eine Fallstudienanalyse durchgeführt, die das Intereffikationsmodell auf die Kommunikation von LeBron James in den Jahren 2010 und 2018 anwendet.
Der Hauptteil analysiert die PR-Strategien bei „The Decision“ 2010 im Vergleich zur Social-Media-basierten Verkündung 2018 und leitet daraus Machtverschiebungen ab.
Wichtige Begriffe sind Medialisierung, Intereffikation, Disintermediation und die Induktions- sowie Adaptionsleistungen zwischen den Systemen PR und Journalismus.
Im Jahr 2010 war das Fernsehen das dominierende Massenmedium mit der höchsten Reichweite in den USA, was es zur attraktivsten Plattform für eine maximale öffentliche Aufmerksamkeit machte.
Während 2010 eine klassische TV-Produktion unter den Bedingungen der Medienlogik von ESPN stattfand, nutzte James 2018 soziale Medien, wodurch er die Kontrolle über das Timing und die Form der Verkündung behielt und Vermittler umging.
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