Bachelorarbeit, 2022
50 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung: Islamic Banking – zwischen Erfolgsstory und Blindem Fleck. Eine Herausforderung für die CSR-Forschung
2. Corporate Social Responsibility – „Westliche“ Forschungsperspektiven
2.1. Theorien und Ansätze nach Garriga und Melé (2004)
2.2 Die integrative und normative Stakeholdertheorie
3. Die normative islamische Stakeholdertheorie und die islamische Ethik
3.1. Die normative islamische Stakeholdertheorie
3.2. Der Koran und die Sunnah als Quellen der islamischen Ethik
3.3. Die Prinzipien der islamischen Ethik
3.4. Die Stakeholder und ihre Anliegen – Eine Kategorisierung
4. Islamic Banking – Kontextualisierung und Finanzmarktinstrumente
4.1. Anfänge
4.2. Die Prinzipien des Islamic Banking
4.3. Unterschiede zum konventionellen Banking
4.4. Hauptfinanzmarktinstrumente des Islamic Banking
5. Hermeneutische Analyse mikro- und makro-empirischer Untersuchungen von islamischen Unternehmen bezüglich CSR
5.1. Zwischenfazit
6. Kuwait Finance House – Sustainability Report 2019 - 2020
6.1. Die fünf Pfeiler der Kuwait Finance House CSR-Aktivitäten
6.2. Code of Business Conduct and Ethics Policy
7. Diskussion, Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Rolle einer islamischen Ausrichtung für CSR-Aktivitäten im Finanzwesen. Ziel ist es, die in Finanzberichten ersichtlichen islamischen Werte mit westlichen CSR-Prinzipien zu vergleichen und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede herauszuarbeiten.
3.4. Die Stakeholder und ihre Anliegen – Eine Kategorisierung
Auf Basis der zuvor skizzierten Prinzipien der islamischen Ethik lassen sich die Stakeholder und deren Anliegen folgendermaßen zusammenfassen, und, wie bereits erwähnt, priorisieren in primäre Stakeholder, sekundäre Stakeholder und tertiäre Stakeholder (vgl. Beekun und Badawi 2005; Belal, Abdelsalam et al. 2014).
Den Shareholdern liegt viel daran, dass die Unternehmen nur in Aktivitäten verwickelt sind, die nicht haram (von der Sharia verboten) sind – dies sind im Islam bspw. Pornographie, der Verkauf oder die Produktion von Alkohol und Tabak, Prostitution und Glücksspiel (vgl. Murphy und Smolarski 2020: 832). Ein weiteres und in diesem Kontext relevantes Beispiel ist das Verbot der riba – das Verbot des Zinsnehmens (vgl. Siddiqi 2004). Im Koran ist auch geregelt, wie Unternehmen mit ihren Mitarbeiter*innen umgehen sollten. So sollten Mitarbeiter*innen nicht ausgebeutet (Koran 2:286) und faire, angemessene Löhne gezahlt werden (vgl. Al-Dhareer.Al-Ameen 1997: 51). Unternehmen haben zudem eine Fürsorgepflicht den Mitarbeiter*innen gegenüber (vgl. Beekun und Badawi 2005: 137). Außerdem sind laut dem Koran Frauen und Männer gleichberechtigt (Koran 4:1, 7:189, 4:125, 3:195) und Mitarbeiter*innen sollen nach ihren Fähigkeiten und Qualifikationen ausgewählt werden, nicht nach ihrem Geschlecht, ihrer Stellung oder ihren Beziehungen (vgl. Beekun und Badawi 2005: 137). Zu respektieren sind zudem die Gebetszeiten und der Glaube insgesamt – von Muslim*innen und Nicht-Muslim*innen (vgl. Rice 1999: 349-352) sowie müssen Mitarbeiter*innen keine Gründe offenlegen, wenn sie nicht imstande sind ihre Arbeit auszuführen (vgl. Beekun und Badawi 2005: 139). Gleichzeitig haben die Mitarbeiter*innen die Pflicht, ihr Bestes (ihsaan) zu tun, um das Vertrauen, welches ihnen vom Arbeitgeber entgegengebracht wird, zu ehren – dazu gehören auch eine unbedingte Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber und dem Wahren von Betriebsgeheimnissen (vgl. Beekun und Badawi 2005: 139).
1. Einleitung: Islamic Banking – zwischen Erfolgsstory und Blindem Fleck. Eine Herausforderung für die CSR-Forschung: Kapitel 1 führt in das Thema ein, erläutert den Forschungsbedarf durch das Wachstum islamischer Banken und definiert das Ziel der Arbeit, islamische Werte mit den Prinzipien westlicher CSR-Forschung zu vergleichen.
2. Corporate Social Responsibility – „Westliche“ Forschungsperspektiven: Kapitel 2 ordnet CSR theoretisch ein, indem es verschiedene Forschungsperspektiven (instrumentell, politisch, sozial-integrativ, ethisch) nach Garriga und Melé vorstellt.
3. Die normative islamische Stakeholdertheorie und die islamische Ethik: Kapitel 3 erarbeitet das theoretische Fundament der islamischen Ethik und Stakeholdertheorie, basierend auf Koran und Sunnah, und kategorisiert Stakeholder.
4. Islamic Banking – Kontextualisierung und Finanzmarktinstrumente: Kapitel 4 kontextualisiert die Entwicklung des islamischen Bankenwesens und erläutert dessen spezifische Prinzipien sowie die gebräuchlichen Finanzmarktinstrumente.
5. Hermeneutische Analyse mikro- und makro-empirischer Untersuchungen von islamischen Unternehmen bezüglich CSR: Kapitel 5 analysiert den Stand der empirischen Forschung zu CSR-Aktivitäten von islamischen Banken und stellt Diskrepanzen zwischen Ideal und Realität fest.
6. Kuwait Finance House – Sustainability Report 2019 - 2020: Kapitel 6 dient als Fallbeispiel und prüft an Hand des Berichts des Kuwait Finance House, wie das Unternehmen seine CSR-Aktivitäten entlang der Stakeholder-Kategorisierung umsetzt.
7. Diskussion, Fazit und Ausblick: Kapitel 7 fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Grenzen der Übertragbarkeit westlicher Konzepte und gibt einen Ausblick auf die Bedeutungsentwicklung islamischer Banken.
Islamic Banking, Corporate Social Responsibility, CSR, islamische Ethik, Stakeholdertheorie, Kuwait Finance House, Sharia, Riba, Gewinn- und Verlustverteilung, nachhaltiges Wirtschaften, Finanzmarktinstrumente, Unternehmensverantwortung, Bankwesen, Nachhaltigkeitsbericht, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.
Die Bachelorarbeit untersucht, wie der Begriff und die Aktivitäten des Corporate Social Responsibility (CSR) in islamischen Finanzinstituten verstanden und umgesetzt werden.
Die zentralen Felder sind die islamische Finanzethik, die normative Stakeholdertheorie nach Beekun und Badawi sowie der Vergleich zwischen islamischen Geschäftsprinzipien und westlichen CSR-Standards.
Ziel ist es, die islamischen Werte, die sich in den Finanzberichten widerspiegeln, mit CSR-Prinzipien westlicher Forscher zu vergleichen und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede zu identifizieren.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung und eine hermeneutische Analyse von 20 qualitativen und quantitativen empirischen Studien sowie eine exemplarische Fallstudie zum Sustainability Report 2019-2020 des Kuwait Finance House.
Im Hauptteil werden CSR-Perspektiven, die islamische Ethik, die Funktionsweise des Islamic Banking sowie eine detaillierte Analyse der CSR-Berichterstattung in islamischen Organisationen und konkret im Fallbeispiel Kuwait Finance House behandelt.
Islamic Banking, Corporate Social Responsibility (CSR), islamische Ethik, Stakeholdertheorie und Kuwait Finance House sind zentrale Schlagworte.
Die Priorisierung unterscheidet sich von westlichen Theorien, da sie auf moralischen Gesichtspunkten des Islams beruht, um die legitimen Interessen der Stakeholder mit einer überbetrieblichen Gemeinwohlmaximierung zu verknüpfen.
Sharia-Gremien sind für die Einhaltung der islamischen Prinzipien zuständig und beeinflussen somit mittelbar den finanziellen Erfolg. Die Arbeit merkt jedoch an, dass sie oft noch stark für Reputationszwecke instrumentalisiert werden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

