Bachelorarbeit, 2009
79 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Qualitätsmanagement
2.1 Zum Begriff der Qualität
2.2 Was ist Qualitätsmanagement?
2.3 Warum Qualitätsmanagement?
3. Organisationskultur
3.1 Organisationskultur und Organisationsklima
3.2 Organisationskultur und Qualität – Ein Zusammenhang?
4. Organisationskultur japanischer Unternehmen
4.1 Zaibatsu - Geschichtlicher Ursprung heutiger japanischer Unternehmen
4.2 Kaisha – Charakteristika moderner japanischer Unternehmen
4.3 Die Gruppe – Der Inbegriff japanischer Organisationskultur
5. Organisationskultur sozialer Organisationen
5.1 Geschichte und Tradition sozialer Organisationen als Identitätsindikator
5.2 Struktur sozialer Organisationen
5.3 Das Leitbild als Ausdruck der Organisationskultur in sozialen Organisationen
6. Kaizen
6.1 Kaizen als Werkzeug im Qualitätsmanagement
6.2 Kaizen als Inbegriff japanischer Organisationskultur?
7. Doitsu no Kaizen
7.1 Auf Vergleichskurs zwischen Japan und Deutschland
7.2 Problembereiche der Übertragung von Kaizen in soziale Organisationen
7.3 Doitsu no Kaizen – Ein Qualitätsmanagementmodell für die Soziale Arbeit?
8. Zusammenfassung und Fazit
Die Arbeit untersucht, ob das japanische Qualitätsmanagementmodell Kaizen auf die deutsche Soziale Arbeit übertragen werden kann, um deren Qualitätssicherung und -entwicklung zu optimieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern kulturell geprägte Organisationsstrukturen eine solche Implementierung beeinflussen.
Die Gruppe – Der Inbegriff japanischer Organisationskultur
Der Wohlstand der japanischen Wirtschaft ist nicht zuletzt auf den enormen Fleiß der japanischen Beschäftigten zurückzuführen. Trotz des enormen hierarchischen und disziplinarischen Drucks arbeiten japanische Angestellte im Durchschnitt ein Viertel bis ein Drittel mehr als ihre Kollegen in Deutschland oder anderen westlichen Industrieländern. Im Jahre 1992 waren es z. B. 2000 – 2100 Stunden pro Jahr (vgl. Coulmas 1993). Was ist das Geheimnis hinter dieser enormen Disziplin und diesem enormen Arbeitseifer? Die Antwort hierauf sind zwei wichtige Grundbegriffe der japanischen Arbeitswelt: Wa (Konsens/Harmonie) und Ganbaru (beharrlich sein/durchhalten).
Sie bestimmen den Arbeitsalltag des japanischen Angestellten (vgl. Heß 1997). Diesen beiden Grundbegriffen liegen drei bedeutende handlungsleitende Grundmuster zu Grunde: 1) Soziale Harmonie auf Grundlage eines stark ausgeprägten Gruppenverhaltens und der Ablehnung von Individualismus. 2) Hohe Identifikation mit dem Unternehmen bzw. dem Betriebsclan. 3) Hohe Identifikation mit dem Nationalstaat. (vgl. Bobke / Lecher 1990).
Widmen wir uns zunächst dem ersten Punkt. Gruppenarbeit ist nach Heß das wesentlichste Merkmal des japanischen Arbeitssystems. Der japanische Betrieb orientiert sich ganz klar am Prinzip der Gruppenleistung. Für den Mitarbeiter ist es wichtig, dass er sich in die Harmonie der Gruppe einfügt und diese dadurch entstehende Beziehung zur Gruppe bindet den Mitarbeiter. Wir haben bereits gehört, dass es in japanischen Unternehmen keine Stellenbeschreibungen gibt. Alle Aufgaben sind stets gruppengebunden. Wie wichtig das Gruppenprinzip ist, zeigt sich darin, dass selbst japanische Kinder als Teil einer Gruppe aufwachsen und praktisch niemals allein sind. Weder in der Vorschule noch in der späteren schulischen Laufbahn. Das Erziehungsideal liegt nicht in der Ausbildung von Individualismus, sondern in der Fähigkeit zur Anpassung an den Gruppenkonsens.
1. Einleitung: Darstellung der historischen Entwicklung des Qualitätsmanagements und der Notwendigkeit einer Übertragung auf die Soziale Arbeit vor dem Hintergrund knapper Ressourcen.
2. Qualitätsmanagement: Definition der Qualitätsbegriffe und Vorstellung verschiedener Modelle, ergänzt um eine kritische Betrachtung des Qualitätsmanagements in der Sozialwirtschaft.
3. Organisationskultur: Klärung der Begriffe Organisationskultur und Organisationsklima sowie die Untersuchung ihres Einflusses auf die Qualität von Dienstleistungen.
4. Organisationskultur japanischer Unternehmen: Historische Herleitung und Charakterisierung japanischer Strukturen, die durch Gruppenorientierung und das Konzept der „Kaisha“ geprägt sind.
5. Organisationskultur sozialer Organisationen: Analyse der Struktur und Identitätsbildung deutscher sozialer Organisationen im Vergleich zum japanischen Vorbild.
6. Kaizen: Detaillierte Beschreibung der Kaizen-Philosophie als kontinuierlicher Verbesserungsprozess und dessen Verankerung in der japanischen Unternehmens- und Lebenskultur.
7. Doitsu no Kaizen: Kritische Prüfung einer möglichen Übertragung des Kaizen-Prinzips auf den deutschen Sozialsektor und Entwicklung des Konzepts eines deutschen Weges.
8. Zusammenfassung und Fazit: Synthese der Erkenntnisse zur Frage, ob ein asiatisches Modell unter spezifischen kulturellen Anpassungen in deutschen Organisationen praktikabel ist.
Kaizen, Qualitätsmanagement, Organisationskultur, Soziale Arbeit, Japanische Unternehmen, Gruppenorientierung, Doitsu no Kaizen, Leitbild, Kontinuierlicher Verbesserungsprozess, Sozialwirtschaft, Identität, Soziale Dienstleistungen, Unternehmenskultur, Effizienz, Kundenorientierung.
Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit des japanischen Qualitätsmanagementmodells Kaizen im Kontext der deutschen Sozialen Arbeit unter Berücksichtigung der jeweiligen Organisationskulturen.
Die zentralen Themen sind Qualitätsmanagement, Organisationskultur, die Struktur japanischer Unternehmen sowie die Geschichte und Eigenheiten sozialer Organisationen in Deutschland.
Das Ziel ist es zu ermitteln, ob Kaizen eine für die Soziale Arbeit ertragreiche Methode ist, um Qualität zu sichern, und ob ein kulturell fremdes Modell auf deutsche Strukturen übertragbar ist.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Grundlagen des Managements mit organisationskulturellen Perspektiven verknüpft und diese für einen interkulturellen Vergleich nutzt.
Der Hauptteil analysiert die Definitionen von Qualität und Organisationskultur, stellt die japanischen Strukturen den deutschen gegenüber und diskutiert die Herausforderungen der Übertragung von Kaizen.
Die wichtigsten Begriffe sind Kaizen, Organisationskultur, Sozialwirtschaft, Qualitätsmanagement, Gruppenorientierung und Leitbildentwicklung.
Weil Kaizen in Japan kein isoliertes Instrument ist, sondern tief in der Kultur der Gruppenidentität und Loyalität verwurzelt ist, was die Bedingung für den Erfolg dieses Modells darstellt.
Es bezeichnet die vom Autor vorgeschlagene Modifikation des japanischen Kaizen zu einem "deutschen Kaizen", das die dortigen Gegebenheiten, wie das Leitbild der Träger, respektiert.
Der Autor identifiziert eine Kollision zwischen der kollektivistischen japanischen Philosophie des Kaizen und der individualistischen Prägung des deutschen Arbeitsmarktes.
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