Bachelorarbeit, 2012
52 Seiten, Note: 2,00
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Definitionen der Sucht
2.1.1. Stoffgebundene Sucht
2.1.2. Stoffungebundene Sucht
2.2. Historische Aspekte des Glückspiels
2.3. Rechtslage in Österreich
2.4. Pathologisches Glücksspiel
2.4.1. Definition pathologische Spielsucht
2.4.2. SpielerInnentypologien
2.4.3. Glückspielarten
2.4.4. Die Entstehung und der Verlauf von krankhaftem Glückspiel
2.5. Gesellschaftliche Faktoren der Glückspielsucht bei Männern
2.6. Komorbidität
2.7. Theoriekonzepte
2.8. Organisationsspezifischer Kontext
2.8.1. Die Stiftung Maria Ebene
2.8.2. Fall aus der Praxis
2.8.3. Behandlungskonzepte der Stiftung
2.8.3.1. Stationäre Behandlung
2.8.3.2. Ambulante Behandlung
2.8.4. Alternative Behandlungsmöglichkeiten nach dem Stand der Forschung
2.8.4.1. Stationäre Behandlung
2.8.4.2. Ambulante Behandlung
2.8.4.3. Selbsthilfegruppen
2.9. Aufgaben der Sozialen Arbeit
3. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die pathologische Spielsucht als „Stiefkind“ der Suchtbehandlung und Suchtforschung betrachtet werden kann. Ziel ist es, den aktuellen Stand der Forschung zur Spielsucht darzulegen, Behandlungskonzepte kritisch zu analysieren und insbesondere für das Krankenhaus der Stiftung Maria Ebene alternative Ansätze sowie Aufgaben der Sozialen Arbeit im Umgang mit spielsüchtigen PatientInnen aufzuzeigen.
2.4.4. Die Entstehung und der Verlauf von krankhaftem Glückspiel
Zu Beginn ist das Glückspielverhalten meist unproblematisch, es wird aus Nervenkitzel oder zur Unterhaltung gespielt und die Einsätze sind gering. Beim Großteil der Menschen bleibt es auch dabei. (Vgl. Petry, I.F./Petry, J. 2010, S. 22)
Wie aber entsteht aus diesem „Freizeitvergnügen“ ein süchtiges Verhalten? Wieso wird trotz immer größerer Verluste dennoch weitergespielt? Wer ist besonders gefährdet süchtig zu werden und wie verläuft eine typische Spielsuchtkarriere?
Wenn die SpielerInnen zu Beginn regelmäßig Gewinne erzielen, versuchen sie dieses Gewinnerlebnis zu wiederholen. Mit der Häufigkeit des Spielens steigen auch die Einsätze und die Spieldauer an. Das Ziel bezieht sich nicht mehr ausschließlich darauf einen Gewinn zu erzielen, sondern es steht die Ablenkung von privaten Problemen oder das Entfliehen von Stress im Vordergrund. Die Zeit die SpielerInnen vor einem Automaten verbringen wird häufig als befreiend und entspannend beschrieben. Wenn ein Gewinn erzielt wird, wird dieser nicht dem Zufall zugeschrieben, sondern den eigenen Fähigkeiten. Gerade diese Erlebnisse geben den Anlass weiterzuspielen, weil das System jetzt „durchschaut“ wurde oder gerade alles so gut läuft. (Vgl. Petry, I.F./Petry, J. 2010, S. 22)
Genau umgekehrt verhält es sich bei Verlusten. Es entstehen Schuldgefühle oder Scham und die Verluste werden nicht den eigenen Fähigkeiten zugeschrieben, sondern auf äußere Umstände geschoben. Ab diesem Zeitpunkt kann es bereits gefährlich werden, nämlich dann, wenn das Glückspiel zum festen Bestandteil des Tagesablaufes und damit zur Gewohnheit wird. Die Gefahr besteht darin, die Kontrolle über das Spielen zu verlieren. Wie bei stoffgebundenen Süchten kann es dann zum Kontrollverlust kommen. (Vgl. Petry, I.F./Petry, J. 2010, S. 22 f)
Die zunehmenden Schulden und andere durch das Spielen verursachte Probleme fördern die Flucht in das Glückspiel, um dem Stress kurzfristig zu entgehen. Dieser Kreislauf führt schließlich zur Spielsucht, es entsteht ein starkes Verlangen zu spielen (der sog. Suchtdruck oder Spieldruck). Viele SpielerInnen schildern, sie wollen noch ein letztes Mal Spielen um einen Gewinn zu erzielen der alle Verluste ausgleicht und damit alle Probleme löst.
1. Einleitung: Beschreibt die persönliche Motivation des Autors aufgrund seiner Praktikumserfahrung und legt die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit dar.
2. Hauptteil: Bietet ein umfassendes theoretisches Fundament zu Suchtdefinitionen, der Geschichte des Glückspiels, rechtlichen Grundlagen, pathologischem Glücksspiel, Typologien und Präventionsansätzen sowie praktische Einblicke in die Institution Stiftung Maria Ebene.
3. Resümee: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, reflektiert die Rolle der Spielsucht in Forschung und Praxis und unterstreicht den weiteren Handlungsbedarf trotz positiver Entwicklungen.
Spielsucht, pathologisches Glücksspiel, Suchtbehandlung, Stiftung Maria Ebene, Sozialarbeit, Glückspielgesetz, Verhaltenssucht, Komorbidität, Spielertypologie, Prävention, Schuldnerberatung, Kontrollillusion, Therapiekonzepte, Selbsthilfegruppen, psychosoziale Betreuung.
Die Arbeit untersucht die Thematik der pathologischen Spielsucht aus der Perspektive der Sozialen Arbeit, insbesondere im Kontext einer Suchtklinik, und hinterfragt den Stellenwert der Spielsucht als „Stiefkind“ der Suchtforschung.
Zentrale Themen sind die Definitionen von Sucht, die historische Entwicklung des Glückspiels, die rechtliche Situation in Österreich, die psychologischen Hintergründe der Spielsucht sowie aktuelle und alternative Behandlungskonzepte.
Die Forschungsfrage lautet, ob die Spielsucht als „Stiefkind“ der Suchtbehandlung und -forschung bezeichnet werden kann; das Ziel ist die Recherche und Einordnung alternativer Behandlungsmöglichkeiten für die Stiftung Maria Ebene.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu theoretischen Konzepten der Suchtforschung sowie auf einer praxisbezogenen Auswertung durch die Erfahrungen des Autors während eines Praktikums.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Definitionen, historische Analysen, die Darstellung des Krankheitsbildes des pathologischen Glücksspiels, die Organisation der Stiftung Maria Ebene und eine detaillierte Erörterung von Behandlungsansätzen.
Neben dem Kernthema Spielsucht sind Begriffe wie soziale Arbeit, Prävention, pathologisches Glücksspiel, Komorbidität und Therapiekonzepte zentral.
Angehörige können in eine Co-Abhängigkeit geraten, weshalb ihre Einbeziehung in die therapeutische Arbeit als sinnvoll und ratsam erachtet wird, um sowohl die Betroffenen als auch das soziale Umfeld zu stützen.
Ein zentraler Unterschied liegt in der Notwendigkeit, bei Spielsüchtigen einen spezifischen Umgang nicht nur mit der Sucht, sondern insbesondere mit Geld und Schulden zu thematisieren und vertraglich zu regeln.
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