Masterarbeit, 2021
242 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Problemstellung und Zielsetzung
2.1 Problemstellung
2.2 Kompetenz als zentrales Ziel beruflicher Bildung
2.3 Berufsbezogene Kompetenzdimensionen
2.4 Wie kann eine Empirie gelingen?
2.5 Der Wissensbegriff als Basis berufswissenschaftlicher Forschung
2.6 Berufliche Arbeitsaufgaben als Struktureinheit
2.7 Notwendigkeit einer Modellierung
3 Entwicklung einer Struktur- und Niveaumodellierung
3.1 Handeln und seine Bedingungen
3.1.1 Interne Bedingungen
3.1.2 Externe Bedingungen
3.1.3 Das Handeln
3.1.4 Ergänzende Differenzierungen
3.2 Erweiterung um Niveaustufen
3.3 Ergänzende Adaptionen
3.4 Niveaustufen der internen Bedingungen
3.5 Niveaustufen der externen Bedingungen
4 Zielsetzung und Forschungsdesign
5 Sektoranalyse
5.1 Zielsetzung und Vorstellung des Instruments
5.2 Durchführung
5.2.1 Allgemeine Bezugsklassifikationen
5.2.2 Entwicklung des RD
5.2.3 Entwicklung von Berufsstrukturen
5.2.4 Etablierung von Berufsbildern
5.2.5 Strukturierung der beruflichen Tätigkeit
5.3 Ergebnisse der Sektoranalyse
5.4 Vorstrukturierung durch Begriffe des Prozessmanagements
5.5 Einordnung in Kern- und Unterstützungsprozesse
6 Fallstudien
6.1 Zielsetzung und Vorstellung des Instruments
6.2 Durchführung
6.3 Ergebnisse
7 Arbeitsprozessanalysen
7.1 Zielsetzung und Vorstellung des Instruments
7.2 Arbeitsbeobachtungen
7.3 Handlungsorientiertes Expertengespräch
7.4 Gliederung der Leitfragen
7.5 Bildung von Leitfragen
7.6 Dokumentation der Arbeitsprozessanalysen
8 Identifikation von Arbeitsaufgaben
8.1 Durchführung
8.2 Ergebnisse
9 Experten-Facharbeiter-Workshop
9.1 Zielsetzung und Vorstellung des Instruments
9.2 Durchführung
9.3 Ergebnisse
10 Systematisierung und Ergebnisse
11 Implikationen für die berufliche Bildung
11.1 Die Passung von Klafkis Grundgedanken
11.2 Stufen der Kompetenzentwicklung
11.3 Entwicklung vom Anfänger zum Experten
11.4 Relatives Expertentum
11.5 Aufgabentypen, Wissensformen und Bewältigung
11.6 Zuordnung zu Entwicklungsstufen und Ausbildungsabschnitten
11.7 Verbindung der beruflichen Implikationen und der Berufsfeldmatrix
12 Methodenreflexion
12.1 Reflexion des Verfahrens
12.2 Reflexion mit Hilfe qualitativer Gütekriterien
12.3 Reflexion mit Hilfe berufswissenschaftlicher Gütekriterien
13 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwiefern eine empirisch geleitete Berufsfeldanalyse zur Professionalisierung der Notfallsanitäter-Ausbildung beitragen kann, indem sie die Diskrepanz zwischen curricularen Vorgaben und der tatsächlichen beruflichen Wirklichkeit aufdeckt und theoretisch modelliert. Ziel ist es, eine Struktur- und Niveaumodellierung zu entwickeln, die als Basis für die gezielte Kompetenzentwicklung im Rettungsdienst dient.
2.6 Berufliche Arbeitsaufgaben als Struktureinheit
Eine isolierte Erfassung einzelner Komponenten könnte unweigerlich zu einer verkürzten Betrachtung beruflicher Kompetenz führen. Unterschiedliche Situationen beinhalten verschiedene Anforderungen und ein weit gefasster Wissens- und Könnensbegriff lässt sich, wie dargestellt, im Handlungsvollzug einschließen. Damit bleibt berufliche Handlungskompetenz in ihrer Gesamtheit gewürdigt und wird nicht dauerhaft in Einzelfacetten zerlegt, um die Eindimensionalität analytischer Konstrukte zu überwinden (vgl. Franke, 2005, S. 140). Daraus ergeben sich folgende handlungsleitende Fragestellungen: - Wie bewältigen Experten berufliche Handlungssituationen? - Wie entwickelt sich diese berufliche Kompetenz? - Wie können diese Kompetenzen erkannt und erfasst werden?
Diese Fragen beziehen sich direkt auf die Handlung im beruflichen Arbeitsprozess und fokussieren die Sicht des Subjektes (vgl. Becker, 2010, S. 57). Forscher sind also darauf angewiesen, sich ins Feld zu begeben. Dieses wird repräsentiert durch das jeweilige berufliche Handlungsfeld, im Sinne einer Domäne. Eine Domäne ist im Allgemeinen dadurch gekennzeichnet, dass sich jemand „herrschaftlich“ und kompetent beruflich betätigen kann. Das Tun ist dabei an komplexe Situationen und die Anforderungen beruflicher Arbeitsaufgaben gebunden. Das Arbeitsprozesswissen der jeweiligen Facharbeiter ist also domänengebunden und kann anhand der Beschreibung von beruflichen Arbeitsaufgaben präzisiert werden (vgl. ebd., S. 58). Für der Erschließung von Domänen/berufliche Handlungsfeldern sind die Betrachtung der Person, das berufliche Handeln und der Handlungsgegenstand und deren Zusammenhänge notwendig, der durch diese charakteristischen Arbeitsaufgaben abgebildet wird. Sie haben einen subjektbezogenen Prozesscharakter, da beruflich Handelnde anhand von Arbeitsaufgaben Prozessschritte durchlaufen und ein Ergebnis herbeiführen. Sie bearbeiten die Arbeitsaufgabe, nutzen Werkzeuge und Methoden in einem organisationalen Rahmen, um den Arbeitsgegenstand einem Ergebnis zuzuführen. Diese domänenspezifischen Prozesse sind situativ sach- und sinnzusammenhängend eingebunden. Der Handelnde ist mit einem Arbeitsprozess konfrontiert und muss sich mit Gegenständen der Facharbeit auseinandersetzen (vgl. ebd., S. 59-60). Die Bewältigung von Arbeitsaufgaben unter der Anwendung von Arbeitsprozesswissen ereignet sich als Performanz, die beobachtbar ist und Rückschlüsse auf die inkorporierten Wissensbestände und Kompetenzen zulässt (vgl. Spöttl, 2010, S. 165). Eine Korrespondenz zu den vorgestellten Dimensionen der beruflichen Kompetenz ist erkennbar.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Diskrepanz zwischen theoretischer Ausbildung und beruflicher Realität im Notfallsanitäter-Alltag und begründet die Notwendigkeit einer empirischen Berufsfeldanalyse.
2 Problemstellung und Zielsetzung: Hier werden die Herausforderungen der Kompetenzorientierung in Curricula analysiert und das Ziel einer fundierten empirischen Grundlagenforschung definiert.
3 Entwicklung einer Struktur- und Niveaumodellierung: Dieses Kapitel führt theoretische Modelle zum Handeln und Kompetenzerwerb ein sowie die Matrix-Struktur zur Modellierung von Niveaustufen.
4 Zielsetzung und Forschungsdesign: Es wird der methodische Ansatz der berufswissenschaftlichen Feldforschung dargelegt, um das Berufsfeld empirisch greifbar zu machen.
5 Sektoranalyse: Das Kapitel bietet eine strukturierte Bestandsaufnahme des Rettungsdienstsektors unter Berücksichtigung rechtlicher und organisatorischer Rahmenbedingungen sowie Berufsstrukturen.
6 Fallstudien: Hier wird der Zugang zur realen Arbeitswelt beschrieben, um arbeitsprozessnahe Daten in ausgewählten Betrieben zu erheben.
7 Arbeitsprozessanalysen: Dieses Kapitel erläutert die methodische Vorgehensweise bei der Erfassung von Arbeitsprozesswissen mittels Beobachtung und handlungsorientiertem Expertengespräch.
8 Identifikation von Arbeitsaufgaben: Es wird die Vorgehensweise beschrieben, aus den Analysen konkrete Arbeitsaufgaben zu identifizieren, die als Basis für die weitere Modellierung dienen.
9 Experten-Facharbeiter-Workshop: Das Kapitel dokumentiert die Validierung der identifizierten Aufgaben durch Facharbeiter, um eine konsentierte Berufsfeldbeschreibung zu erzielen.
10 Systematisierung und Ergebnisse: Die gewonnenen Erkenntnisse werden zusammenfassend in die entwickelten Kategorien und Strukturmodelle überführt.
11 Implikationen für die berufliche Bildung: Es erfolgt die Ableitung pädagogischer Schlussfolgerungen für die Ausbildung zum Notfallsanitäter, basierend auf den erfassten Kompetenzniveaus.
12 Methodenreflexion: Eine kritische Evaluierung der angewandten Forschungsmethoden hinsichtlich wissenschaftlicher Gütekriterien.
13 Fazit und Ausblick: Abschließende Betrachtung der Forschungsergebnisse und Empfehlungen für weiterführende Studien oder curriculare Anpassungen.
Notfallsanitäter, Berufsfeldanalyse, Kompetenzmodellierung, Arbeitsprozesswissen, berufliche Bildung, Handlungskompetenz, Rettungsdienst, Curriculumsentwicklung, Leitsätze, Experten-Facharbeiter-Workshop, Ausbildung, Fallstudien, Praxisanleitung, Professionalisierung, Qualifikation.
Die Masterthesis befasst sich mit der empirischen Analyse des Berufsfeldes „Notfallsanitäter“. Ziel ist es, eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für die Ausbildung zu schaffen, indem berufliche Wirklichkeiten durch eine strukturierte Modellierung besser verstanden und in die curriculare Gestaltung integriert werden.
Die zentralen Themen sind die berufliche Handlungskompetenz, die Analyse von Arbeitsprozessen im Rettungsdienst, die Entwicklung von Struktur- und Niveaumodellen für Kompetenzanforderungen sowie die Verbesserung der Lernortkooperation.
Das primäre Ziel ist es, eine empirisch basierte Berufsfeldbeschreibung zu erstellen, die als Fundament für eine zielgerichtete Kompetenzentwicklung dient. Es soll geklärt werden, welche beruflichen Anforderungen tatsächlich bestehen und wie diese in Niveaustufen für die Ausbildung übersetzt werden können.
Die Autorin wählt eine qualitativ-berufswissenschaftliche Feldforschung. Diese umfasst Sektoranalysen, Fallstudien in Betrieben, detaillierte Arbeitsprozessanalysen mittels Arbeitsbeobachtung und handlungsorientierten Fachinterviews sowie einen Experten-Facharbeiter-Workshop (EFW) zur Validierung der Daten.
Der Hauptteil erstreckt sich von der theoretischen Fundierung der Kompetenz- und Handlungsbegriffe über die konkrete Erhebung der Sektordaten und Fallstudien bis hin zur Identifikation von Arbeitsaufgaben und deren Einordnung in die neu entwickelte Matrix.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Notfallsanitäter, Arbeitsprozesswissen, Kompetenzmodellierung, berufliche Bildung, Rettungsdienst, Lernfeldorientierung und Handlungskompetenz.
Ja, die Arbeit differenziert zwischen Ausbildungsformen (dreijährig vs. ergänzungsgeprüft) und beleuchtet im Kapitel zu den Berufsstrukturen, wie durch Gesetzesänderungen (vom RettAssG zum NotSanG) unterschiedliche Qualifikations- und Erfahrungswege im Rettungsdienst entstanden sind.
Die Autorin thematisiert die pandemiebedingte Erschwernis bei der Datenerhebung offen und begründet, warum trotz fehlender flächendeckender aktueller statistischer Daten ein gewinnbringender qualitativer Einblick durch die gewählte Feldforschung möglich war.
Das Modell wird herangezogen, um die systemischen Beziehungen eines beruflichen Handlungssystems abzubilden. Es verdeutlicht die Interdependenz von Subjekt, Arbeitsgegenstand und räumlichen/sozialen Faktoren, ergänzt die Analyse jedoch um die notwendige Struktur- und Niveaumatrix der Autorin.
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