Bachelorarbeit, 2022
69 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
2 Theoretischer Bezugsrahmen
2.1 Missbrauch im Kindesalter
2.1.1 Begriffsbestimmung
2.1.2 Formen des Missbrauchs
2.1.3 Prävalenzen
2.2 Kinderwunsch
2.2.1 Begriffsbestimmung
2.2.2 Kinderwunschmotive und Absichten
2.2.3 Gewollte und ungewollte Kinderlosigkeit
2.3 Bindungstheorie
2.3.1 Bindungssystem
2.3.2 Bindungsqualität
2.3.3 Bindungsstörungen
2.4 Aktueller Forschungsstand
2.5 Zielsetzung / Fragestellung
3 Methodik
3.1 Versuchsablauf
3.2 Stichprobe
3.3 Verwendete Fragebögen
3.4 Untersuchungsdesign und angewandte statistische Verfahren
4 Ergebnisse
4.1 Deskriptive Datenanalyse
4.2 Testung der Hypothesen
5 Diskussion
5.1 Diskussion der Ergebnisse
5.2 Limitationen
5.2.1 Versuchsablauf
5.2.2 Stichprobe
5.2.3 Verwendete Fragebögen
6 Ausblick
6.1 Theoretische und praktische Implikationen
6.2 Handlungsempfehlungen für zukünftige Forschungen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Einfluss von Kindesmissbrauchserfahrungen auf den späteren Kinderwunsch und die Beziehungsgestaltung im Erwachsenenalter. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei, ob diese traumatischen Bedingungen durch das Bindungsverhalten zu den Eltern sowie psychische Belastungsfaktoren den Kinderwunsch beeinflussen.
2.1.2 Formen des Missbrauchs
Die rechtliche Grundlage bildet § 1631 des Bürgerlichen Gesetzesbuches (BGB), worin Kinder ein Recht auf gewaltfreie Erziehung zugesprochen wird. Demnach gelten körperliche Bestrafung, seelische Verletzung und andere entwürdigende Maßnahmen als unzulässig (Banaschak, 2016, S. 99). Für das weitere Verständnis werden im Folgenden die häufigsten bekannten Missbrauchsformen kurz erläutert:
a) Körperlicher Missbrauch (KM): Allgemeiner körperlicher Missbrauch umfasst, nach Jungjohann von der ju-care Kinderhilfe (2008, S. 3), die körperliche Ausnutzung bzw. Ausbeutung eines Menschen für eigene Zwecke. Dieser äußert sich z. B. in Kinderarbeit, Arbeit unter sklavenähnlichen Bedingungen (Jungjohann, 2008, S. 3) oder Schlägen bzw. Quälerei aufgrund sadistischer Bedürfnisse und Machtausübung (Pekarsky, 2020, S. 2). Bei Kindesmisshandlung fügen Bezugspersonen den Kindern körperlichen Schaden zu oder führen Handlungen aus, die zu einem erhöhten Verletzungsrisiko führen können. Jacobi et al. (2010, S. 234) führen als meistverbreitete Form stumpfe Gewalteinwirkung auf. Hierunter wird flächige mechanische Einwirkung auf den Körper verstanden, die sowohl zu Hämatomen als auch, bei tangentialer Einwirkung, zu Abschürfungen, Frakturen und Verletzungen innerer Organe führen kann. Die Ausprägung dieser Form reicht von der Gewaltausübung mit der flachen Hand oder mit der Faust bis hin zu Tritten oder Gewaltanwendung mittels Gegenständen. Ferner stellen laut Loos et al. (2020, S. 3) thermische Verletzungen wie Verbrühung, Verbrennung und Verätzung sowie Formen des Schüttelns, Fallenlassens und Beißens weitere Missbrauchsformen dar. Das Schütteltrauma zählt als eine Sonderform der körperlichen Misshandlung und betrifft weitgehend Säuglinge, die am Oberkörper oder an den Oberarmen gegriffen und dermaßen stark geschüttelt werden, dass der Kopf vor- und zurückschlägt und in Rotationsbewegungen verfällt. Durch die schwache Halsmuskulatur im Säuglingsalter gilt grobes Schütteln als akut lebensbedrohlich (Banaschak et al., 2016, S. 100 f.). Gemäß Jacobi et al. (2010, S. 99) kann der bloße ungeschickte Umgang mit einem Kind derartige körperliche Verletzungen nicht herbeiführen.
1 Einleitung: Diskutiert die gesellschaftliche Relevanz von gewaltfreier Erziehung und die psychologischen Auswirkungen von Kindesmissbrauch.
2 Theoretischer Bezugsrahmen: Definiert die zentralen Konzepte Kindesmissbrauch, Kinderwunsch sowie Bindungsqualität und stellt den aktuellen Forschungsstand dar.
3 Methodik: Beschreibt das Untersuchungsdesign, die Online-Stichprobe und die eingesetzten standardisierten Messinstrumente wie CTQ und BBE.
4 Ergebnisse: Präsentiert die deskriptive Analyse und die statistische Testung der aufgestellten Hypothese mittels Korrelation und Regression.
5 Diskussion: Reflektiert die Ergebnisse unter Berücksichtigung der Limitationen und ordnet sie in den wissenschaftlichen Kontext ein.
6 Ausblick: Formuliert Implikationen für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen und praxisorientierte Handlungsempfehlungen.
Kindesmissbrauch, Kinderwunsch, Bindungstheorie, Bindungsqualität, Kindheitserfahrungen, Trauma, Emotionale Misshandlung, Psychische Belastung, Bindungsstörungen, Fertilität, Entwicklung, Psychologie, Soziale Bindung, Traumatische Ereignisse, Statistik
Die Arbeit untersucht, inwiefern Missbrauchserfahrungen in der Kindheit das spätere Kinderwunschverhalten im Erwachsenenalter beeinflussen, wobei die Bindungsqualität eine zentrale Rolle spielt.
Die Arbeit verknüpft die Felder Entwicklungspsychologie (Bindungstheorie), traumatische Kindheitserfahrungen (Missbrauch) und die Motivationspsychologie des Kinderwunsches.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Missbrauchserfahrungen in der Kindheit und das daraus resultierende Bindungsverhalten einen signifikanten Einfluss auf den späteren Kinderwunsch ausüben.
Es wurde eine quantitative Querschnittstudie durch eine Online-Umfrage mit 652 Probanden durchgeführt, die mithilfe von Korrelationsanalysen und multipler linearer Regression ausgewertet wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Bezugsrahmen (Definition von Missbrauch, Kinderwunsch, Bindungstheorie), die Methodik sowie die Darstellung der Ergebnisse aus deskriptiver Analyse und Hypothesentestung.
Die wichtigsten Schlagworte sind Kindesmissbrauch, Kinderwunsch, Bindungstheorie, Bindungsqualität, Trauma und emotionale Dysregulation.
Die Studie konnte keinen signifikanten direkten Zusammenhang zwischen dem Ausmaß an Kindesmissbrauch (CTQ) und dem Kinderwunsch feststellen, fand jedoch signifikante Korrelationen zwischen Bindungsstilen und Kinderwunschmotiven.
Es wird auf eine mögliche Stichprobenverzerrung (Selection Bias) hingewiesen, da Teilnehmer aufgrund der sensiblen Thematik bestimmte Fragen (z.B. Elternbindung) überspringen konnten.
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