Magisterarbeit, 2005
98 Seiten, Note: 1
I. Einleitung
1. Untersuchungsgegenstand
2. Untersuchungsansatz
3. Quellenlage und Forschungsstand
II. Die Regierungsparteien und ihre Koalitionsbeziehungen
1. SPD
2. Bündnis 90/Die Grünen
3. Koalitionsbeziehungen zwischen SPD und Bündnis 90/Die Grünen
III. Fallstudien zur Konfliktlösung
1. Atomausstieg
1.1 Akteurskonstellationen
1.1.1 Bundesregierung
1.1.2 Koalitionsparteien
1.2 Interaktionsformen
1.2.1 Verlauf der Konfliktlösung
1.2.2 Analyse der Interaktionsformen
1.2.2.1 Hierarchische Steuerung
1.2.2.2 Verhandlungen
1.3 Zusammenfassung
2. Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr
2.1 Akteurskonstellationen
2.1.1 Bundesregierung
2.1.2 Koalitionsparteien
2.2 Interaktionsformen
2.2.1 Verlauf der Konfliktlösung
2.2.2 Analyse der Interaktionsformen
2.2.2.1 Hierarchische Steuerung
2.2.2.2 Verhandlungen
2.3 Zusammenfassung
3. Agenda 2010
3.1 Akteurskonstellationen
3.1.1 Bundesregierung
3.1.2 Koalitionsparteien
3.2 Interaktionsformen
3.2.1 Verlauf der Konfliktlösung
3.2.2 Analyse der Interaktionsformen
3.2.2.1 Hierarchische Steuerung
3.2.2.2 Verhandlungen
3.3 Zusammenfassung
IV. Schlussfolgerungen
Die vorliegende Studie analysiert die Entscheidungsprozesse und Konfliktlösungsmuster innerhalb der rot-grünen Bundesregierung zwischen 1998 und 2003, um zu verstehen, wie Koalitionsregierungen trotz der Spannungen zwischen Kooperationszwang und parteipolitischem Wettbewerb funktionsfähig bleiben.
1. Untersuchungsgegenstand
Regierungen in der Bundesrepublik sind in aller Regel Koalitionsregierungen. In der Geschichte der Bundesrepublik setzten sich alle bisherigen Bundesregierungen aus Koalitionen zusammen. Damit sind Koalitionsregierungen ein fester Bestandteil im politischen System Deutschlands.
Eine Koalition ist ein Zweckbündnis auf Zeit. Zwei oder mehrere Parteien schließen sich zu einem solchen Bündnis zusammen, um eine notwendige Mehrheit für eine Regierungsbildung zu erreichen. Als eine Voraussetzung für die Zusammenarbeit muss ein Grundbestand an Gemeinsamkeiten zwischen den Koalitionspartnern vorhanden sein. Die Parteien versprechen sich von einer Kooperation, dass sie gemeinsame Interessen und Ziele in der Regierungsarbeit verwirklichen können. Trotz bestehender Gemeinsamkeiten sind die Interessenlagen der Koalitionsparteien jedoch in keinem Fall deckungsgleich. Auch wenn die Koalitionsparteien ein Bündnis eingegangen sind, so stehen sie auch weiterhin im Wettbewerb um die Durchsetzung politischer Konzepte und um die Gunst der Wähler. Koalitionsbeziehungen sind daher sowohl durch Merkmale der Kooperation als auch des Wettbewerbs gekennzeichnet. Dieser Umstand verdeutlicht den Charakter einer Koalition als Zweckgemeinschaft.
In diesem Spannungsfeld aus Kooperation und Wettbewerb kommt es unweigerlich zu Konflikten zwischen den Koalitionsparteien. Das Erkenntnisinteresse dieser Studie betrifft die Frage, nach welchen Mustern Konflikte in Koalitionsregierungen gelöst werden. Es sollen dabei Entscheidungsprozesse analysiert werden, um die Handlungsweise von Regierungsbündnissen besser erklären zu können. Zu diesem Zweck werden Konfliktlösungsprozesse in der Regierungskoalition zwischen SPD und Bündnis 90/Die Grünen betrachtet. Das Ziel dieser Studie ist es, aus den Handlungsweisen der rot-grünen Koalition Muster der Konfliktlösung herauszuarbeiten. Abschließend soll der Frage nachgegangen werden, welche allgemeinen Erkenntnisse über die Konfliktbewältigung in Regierungsbündnissen aus diesen Mustern gezogen werden können.
I. Einleitung: Definiert den Untersuchungsgegenstand der rot-grünen Koalition und legt den methodischen Ansatz des akteurzentrierten Institutionalismus dar.
II. Die Regierungsparteien und ihre Koalitionsbeziehungen: Charaktersiert die SPD und Bündnis 90/Die Grünen und beleuchtet deren interne Strukturen sowie die Dynamik ihres koalitionären Verhältnisses.
III. Fallstudien zur Konfliktlösung: Analysiert anhand der Fälle Atomausstieg, Afghanistan-Einsatz und Agenda 2010 die konkreten Entscheidungsprozesse und Interaktionsformen.
IV. Schlussfolgerungen: Bündelt die Erkenntnisse aus den Fallstudien und leitet allgemeine Muster für das Handeln in Koalitionsregierungen ab.
Koalition, rot-grüne Bundesregierung, Konfliktlösung, Entscheidungsprozesse, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, akteurzentrierter Institutionalismus, Hierarchische Steuerung, Verhandlung, Reformpolitik, Regierungsstil, Atomausstieg, Afghanistan-Einsatz, Agenda 2010, Koalitionsmanagement.
Die Arbeit untersucht, wie die rot-grüne Koalition (1998–2003) mit internen Konflikten und politischen Herausforderungen in Regierungsbündnissen umging.
Im Zentrum stehen die Koalitionsbeziehungen, die interne Parteistruktur von SPD und Grünen sowie die Anwendung informeller und formeller Konfliktlösungsmechanismen.
Das Ziel ist es, Muster der Konfliktlösung herauszuarbeiten, die erklären, wie Koalitionsregierungen trotz divergierender Interessenlagen handlungsfähig bleiben.
Die Autorin stützt sich methodisch auf den „akteurzentrierten Institutionalismus“ von Fritz Scharpf und nutzt die qualitative Methode der Fallstudien.
Der Hauptteil analysiert drei spezifische Fallstudien: den Atomausstieg, den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr und die Einführung der Agenda 2010.
Begriffe wie Koalitionsmanagement, hierarchische Steuerung, Verhandlung, Regierungspraxis und innerparteiliche Spannungen sind für das Verständnis der Untersuchung zentral.
Hierarchische Steuerung wird als ein wesentliches Machtmittel identifiziert, das insbesondere vom Bundeskanzler genutzt wurde, um Regierungsvorhaben gegen Widerstände in Partei und Fraktionen durchzusetzen.
Die Fallstudien zeigen unterschiedliche Intensitäten und Ebenen von Konfliktlinien (Interessen- vs. Wertkonflikte), wobei der Einsatz der Vertrauensfrage bei der Agenda 2010 und dem Afghanistan-Einsatz die hierarchische Komponente besonders scharf hervorhob.
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