Bachelorarbeit, 2022
48 Seiten, Note: 1,2
1 Unaufmerksames Antworten in Persönlichkeitsfragebögen: Ein Vergleich des Rating-Skalen- und mehrdimensionalen Forced-Choice Formats
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Gründe für unaufmerksames Antworten
2.2 Auswirkungen von unaufmerksamen Antworten auf die Datenqualität
2.3 Detektion von unaufmerksamen Antworten
2.4 Fragestellung
2.5 Forschungsfragen
3 Methodik
3.1 Untersuchungsdesign
3.2 Stichprobe
3.3 Materialien
3.4 Prozedur
3.5 Auswertung
4 Ergebnisse
4.1 Korrelationen zwischen den Indizes
4.2 Prüfung der Forschungsfragen
5 Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht das Problem des unaufmerksamen Antwortens in psychologischen Persönlichkeitsfragebögen und analysiert, ob das mehrdimensionale Forced-Choice-Format (MFC) im Vergleich zur klassischen Rating-Skala (RS) eine Reduktion dieses Antwortverhaltens ermöglicht. Dabei wird explizit die Forschungsfrage verfolgt, ob der Anteil unaufmerksamer Antworten über verschiedene Indizes hinweg signifikant zwischen diesen beiden Antwortformaten sowie zwischen unterschiedlichen Teilstichproben (Labor vs. Internet) variiert.
Unaufmerksames Antworten in Persönlichkeitsfragebögen: Ein Vergleich des Rating-Skalen- und mehrdimensionalen Forced-Choice Formats
Daten sind für die Forschung von absoluter Bedeutung und sollten von guter Qualität sein, bevor sie analysiert und interpretiert werden, um aussagekräftige und wahrheitsgemäße Ergebnisse zu erzielen (Nayak & Narayan, 2019). Zur Generierung von quantitativen Daten in der psychologischen Forschung werden häufig Umfragen in Form von elektronischen Fragebögen verwendet. Bei der Erstellung eines Fragebogens ist die Entscheidung des Antwortformats äußerst wichtig und sollte dementsprechend ein expliziter Schritt im Testkonstruktionsprozess sein (Wetzel & Greiff, 2018). Der Grund dafür ist, dass diese Entscheidung Einfluss auf die Gültigkeit der Schlussfolgerungen nehmen kann, die über die Merkmalsausprägungen der Testteilnehmer*innen oder über Beziehungen zwischen Konstrukten und Kriterien gezogen werden (Brown & Maydeu-Olivares, 2013; Wetzel & Frick, 2020).
Zu den am häufigsten verwendeten Antwortformaten sozialwissenschaftlicher Datenerhebung zählt, seit ihrer Einführung durch Thurstone (1929) und Likert (1932), die Rating-Skala (RS). Das Antwortformat vom Likert-Typ ist ein Beispiel für eine Rating-Skala, bei der die Items den Befragten einzeln oder alle auf einmal in einem Raster mit denselben Antwortformatoptionen präsentiert werden (Dueber et al., 2019). Die Teilnehmer*innen bewerten die präsentierten Aussagen mit Hilfe einer Auswahl an Antwortmöglichkeiten, wie zur Anschauung in Abbildung 1 dargestellt. Hierbei lässt die Gestaltung der Antwortoptionen viel Handlungsspielraum, wie zum Beispiel bei der Anzahl und der Benennung der Antwortstufen, wodurch die Antwortoptionen optimal an den individuellen Fragebogen angepasst werden können. Dennoch weist dieses Antwortformat einige Nachteile auf, welche nicht zu vernachlässigen sind. Bisherige Studien konnten zeigen, dass viele Teilnehmer*innen eine Antwortverzerrung aufweisen, wenn solch ein Antwortformat verwendet wird (Wetzel et al., 2016). Zu den Antwortverzerrungen gehören die Akquieszenz (Bartram, 2007), extremes Antworten (Cheung & Chan, 2002) sowie sozial erwünschtes Antworten (Christiansen et al., 2005). Darüber hinaus tritt auch unaufmerksames Antworten (engl. Careless Responding) häufig als Antworttendenz auf und hat maßgeblich negative Auswirkungen auf die Datenqualität (Maniaci & Rogge, 2014; Meade & Craig, 2012).
1 Unaufmerksames Antworten in Persönlichkeitsfragebögen: Ein Vergleich des Rating-Skalen- und mehrdimensionalen Forced-Choice Formats: Einführung in die Relevanz der Datenqualität und Vorstellung der untersuchten Antwortformate.
2 Theoretischer Hintergrund: Definition des Konstrukts "unaufmerksames Antworten", Erläuterung der Ursachen und Folgen sowie Darstellung gängiger Detektionsmethoden.
3 Methodik: Beschreibung des Studiendesigns, der Stichproben (Labor vs. Internet), der verwendeten Materialien und der statistischen Auswertungsverfahren.
4 Ergebnisse: Präsentation der Deskriptivstatistik, Korrelationsanalysen der Detektionsindizes und Überprüfung der zentralen Forschungsfragen.
5 Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse, Interpretation der Befunde im Kontext früherer Forschung und Ausblick auf zukünftige Studien.
Unaufmerksames Antworten, Careless Responding, Rating-Skala, Forced-Choice Format, Datenqualität, Antwortverzerrung, Persönlichkeitspsychologie, Online-Umfragen, Testkonstruktion, Response Time Index, Mahalanobis-Distanz, Triplet-Varianz, LongString, Datenbereinigung, Forschungsvalidität.
Es geht darum, die Forschung zu unaufmerksamem Antwortverhalten zu verbessern, indem systematisch untersucht wird, ob mehrdimensionale Forced-Choice-Formate (MFC) im Vergleich zu herkömmlichen Rating-Skalen (RS) das Risiko für unaufmerksame Antworten senken können.
Zentrale Felder sind die psychologische Datenqualität, die methodische Einordnung von Antwortformaten, die statistische Detektion von unaufmerksamen Teilnehmenden und die Rolle des Erhebungskontexts (Labor vs. Internet).
Das Ziel ist der empirische Vergleich der Häufigkeit unaufmerksamer Antworten bei RSS- und MFC-Formaten unter Verwendung verschiedener Post-hoc-Indikatoren, um zu klären, welches Format robuster gegenüber mangelnder Motivation der Teilnehmenden ist.
Es handelt sich um eine explorative Sekundärdatenanalyse, bei der mittels verschiedener statistischer Indizien (z.B. Response Time Index, Varianz-Maße) Gruppenunterschiede zwischen Probanden in MFC- und RS-Bedingungen über Chi-Quadrat-Tests und Effektstärken (Cohens ω) geprüft werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Antwortverzerrungen, die detaillierte Beschreibung der verwendeten Berechnungsmodelle (Methodik) und die systematische Auswertung der Daten hinsichtlich verschiedener, meist post-hoc ermittelter Indikatoren.
Die Arbeit lässt sich als Beitrag zur psychologischen Testmethodik verorten, die sich kritisch mit der Robustheit moderner Fragebogenformate bei unmotivierten oder unaufmerksamen Probanden auseinandersetzt.
Die Studie greift die in der Literatur bekannte Beobachtung auf, dass anonyme Internetstichproben tendenziell anfälliger für unaufmerksames Antworten sind als kontrollierte Laborumgebungen, und prüft, ob die Wahl des Antwortformats diesen Effekt abpuffern kann.
Entgegen der ursprünglichen Hypothese zeigten sich keine signifikanten Vorteile des MFC-Formats gegenüber dem RS-Format bei der Senkung der Quote unaufmerksamen Antwortens, was einen weiteren Forschungsbedarf in diesem Bereich unterstreicht.
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