Bachelorarbeit, 2019
60 Seiten, Note: 1,3
1) Einleitung
2) Strafvollzug
2.1) Arten des Strafvollzugs bzw. der Freiheitsentziehung
2.2) Funktionen von Strafe
2.2.1) Absolute Straftheorien
2.2.2) Relative Straftheorien
2.3) Ziel des Strafvollzugs und die Beeinflussung durch die Medien
2.4) Alltag im deutschen Strafvollzug
2.4.1) Geschlossener Vollzug
2.4.2) Offener Strafvollzug
2.5) Der Strafvollzug aus dem internationalen Blickwinkel
2.5.1) Führend
2.5.2) Mittelwert
2.5.3) Nachholbedarf
3) Migranten im Strafvollzug
3.1) Definition der Begriffe Migrant/in und Ausländer/in
3.2) Straffällige Migranten
3.2.1) Statistische Daten ausländischer Verurteilter / Delinquenten
3.2.2) Soziostrukturelle Merkmale von Migranten
3.2.3) Die Subkultur einer Haftanstalt
3.2.4) Gefangenensubkulturen im Kontext der Migration
3.2.5) Resozialisierung als Ziel des Strafvollzuges
3.3) Spezifische Probleme von ausländischen Inhaftierten
3.3.1) Aufenthaltsgesetz: Barriere für die Resozialisierung ausländischer Inhaftierter
3.3.2) Sprache
3.3.3) Religionsausübung
3.3.4) Mentalität und Sitten
3.3.5) Arbeit und Ausbildung
3.3.6) Freizeit
4) Soziale Arbeit im Strafvollzug
4.1) Grundlagen
4.1.1) Grundprinzipien
4.1.2) Rechtliche Grundlagen
4.1.3) Methodische Grundlagen
4.2) Vorbereitende Arbeitsschritte
4.2.1) Erstgespräch
4.2.2) Die Behandlungsuntersuchung
4.3) Sozialarbeiterische Interventionen im Vollzugsverlauf
4.3.1) Der individuelle Kontakt
4.3.2) Der familiäre Kontakt
4.3.3) Verfügbarkeit des Sozialdienst
4.3.4) Entlassungshilfe
4.4) Ergänzungen zu speziellen Freiheitsstrafen
4.4.1) Untersuchungshaft
4.4.2) Jugendstrafvollzug
4.5) Arbeit im Justizvollzug mit nichtdeutschen Insassen
4.6) Interkulturelle Kompetenzen als Zugangsmöglichkeiten
5) Fazit
5.1) Betrachtung der Arbeit aus der Metaebene
5.2) Schlusswort
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die spezifischen Herausforderungen, denen Migranten im deutschen Strafvollzug gegenüberstehen, und analysiert die Rolle der Sozialen Arbeit in diesem Kontext, um Chancen für eine erfolgreiche Resozialisierung aufzuzeigen.
3.2.3) Die Subkultur einer Haftanstalt
Zur Bewältigung der veränderten Lebenssituation, die mit dem Freiheitsentzug einhergeht, existieren in den Justizvollzugsanstalten subkulturelle Gesellschaftsordnungen, mit eigenen Normen und Werten, sowie besonderen Ritualen. Dabei stellen
„[die] Subkulturen […] Teilsysteme innerhalb des umfassenderen Gesamtsystems einer Anstalt dar. In ihnen können die einzelnen Gefangenen verbotene Mittel anwenden, unerlaubte Ziele verfolgen, die Erwartungen des offiziellen Vollzugsstabs hinsichtlich ihrer Person umgehen und dadurch eine gewisse Freiheit in Unfreiheit erlangen. (Laubenthal 2010, S. 1)“
Bis zum tragischen Tod eines Jugendlichen in der Jugendstrafanstalt der JVA Siegburg im Jahr 2006, wurden Gefangenensubkulturen der Strafvollzugswissenschaft sträflich vernachlässigt. Erst im Anschluss, nachdem der Fall medienwirksam der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, sind wissenschaftliche Untersuchungen in diese Richtung anstellt worden. Auf den ersten Blick offenbart sich diese Gegenkultur durch den anstaltsinternen Schwarzmarkt, mit seinen illegalen Geschäften, insbesondere zur Beschaffung von Betäubungsmitteln und anderen Genussmitteln. Gegenleistungen sind häufig das Übermitteln von Nachrichten, sexuelle Hingabe oder das Einschmuggeln anderer Gegenstände. Weitere Merkmale der Subkultur sind die typischen Tätowierungen und ein eigener Wortschatz und dessen allzeit präsenter Sprachgebrauch. Eine besondere Rolle innerhalb der Haftkultur nimmt die hierarchische Ordnung ein. Mit der Inhaftierung verlieren die Insassen/innen ihren vorherigen gesellschaftlichen Status, sofern es nicht der eines einflussreichen Mitglieds im kriminellen Milieu war. Das der Strafvollzug mit einem hohen Verlust an persönlicher Sicherheit einhergeht und durch ein von Angst dominiertes Klima geprägt ist, beweisen nordamerikanische und deutsche Studien gleichermaßen. So wird Neuinsassen schnell verdeutlicht, dass sie sich einen Platz innerhalb dieses neuen Gefüges erwerben müssen. Besondere Nachteile erleben dabei Menschen, die durch physische Schwäche und mangelnde Durchsetzungsfähigkeit auffallen. Das Ansehen im Gefängnis wird maßgeblich durch Faktoren wie die Haftdauer, -erfahrung, Zugang zu illegalen Gütern, Kontakt zu einflussreichen Mitgefangenen oder Kontaktpersonen außerhalb der Anstalt, Rechtskenntnisse, physische Stärke und Deliktart beeinflusst. Logisch ist, dass Neuzugänge erst einmal ein gesteigertes Opferrisiko erdulden.
1) Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die gesellschaftliche Debatte rund um Migration und Kriminalität und skizziert das Interesse des Autors an der sozialen Arbeit im Justizkontext.
2) Strafvollzug: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Arten des Freiheitsentzugs, die theoretischen Straftheorien und die Ziele des Strafvollzugs im deutschen Rechtssystem.
3) Migranten im Strafvollzug: Hier werden statistische Daten, kulturelle Hintergründe, die Dynamik von Gefangenensubkulturen und die spezifische Problematik für ausländische Inhaftierte in Bezug auf das Aufenthaltsgesetz detailliert analysiert.
4) Soziale Arbeit im Strafvollzug: Dieses Kapitel beschreibt die rechtlichen und methodischen Grundlagen sowie die praktischen Intervalle sozialarbeiterischer Interventionen, von der Aufnahme bis zur Entlassungshilfe, mit Fokus auf interkulturelle Kompetenzen.
5) Fazit: Das Fazit reflektiert den gesamten Forschungsprozess der Arbeit, diskutiert die gewonnenen Erkenntnisse sowie die persönliche Entwicklung des Autors und betont eine Zukunft im Justizkontext.
Strafvollzug, Soziale Arbeit, Migranten, Resozialisierung, Kriminalität, Justizvollzugsanstalt, Aufenthaltsgesetz, Interkulturelle Kompetenz, Gefangenensubkultur, Freiheitsentzug, Migration, Integration, Rückfallprävention, Pädagogik, Justiz
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Migranten im deutschen Strafvollzug und der Rolle der Sozialen Arbeit, um diesen eine erfolgreiche Resozialisierung zu ermöglichen.
Die Arbeit behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen, statistische Kriminalitätsdaten, kulturelle Präferenzen von Migranten, Haftsubkulturen und die spezifischen Herausforderungen durch Sprachbarrieren und aufenthaltsrechtliche Probleme.
Das Ziel ist es, durch eine kritische und objektive Analyse Basiswissen zu schaffen, um die besonderen Herausforderungen für Migranten im Strafvollzug und die Notwendigkeit interkultureller Kompetenzen in der Sozialen Arbeit zu beleuchten.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der Auswertung bestehender statistischer Daten, um ein Bild der aktuellen Situation und der Herausforderungen für betroffene Gefangene und Sozialarbeiter zu zeichnen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen Strafvollzugspraxis in Deutschland, die spezifische Analyse der Gruppe der Migranten sowie die konkreten Interventionsmöglichkeiten und -standards der Sozialen Arbeit innerhalb einer Haftanstalt.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Strafvollzug, Migrationshintergrund, Resozialisierung, interkulturelle Arbeit, Justizvollzugsanstalt und Kriminalprävention beschreiben.
Das Aufenthaltsgesetz kollidiert oft mit dem Resozialisierungsziel des Strafvollzuges, da drohende Abschiebungen dazu führen können, das Maßnahmen als sinnlos erachtet werden, was die Lebensbedingungen für inhaftierte Migranten verschlechtert.
Aufgrund von Sprachbarrieren und der Entwurzelung bilden sich ethnisch geprägte oder subkulturelle Netzwerke innerhalb der Anstalt, die als Schutzmechanismus dienen, aber auch Konfliktpotential bergen und die Resozialisierung erschweren können.
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