Magisterarbeit, 2008
198 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Theoretischer Teil
2.1 Probleme und Chancen von Literaturverfilmungen
2.1.1 Definition und begriffliche Abgrenzung
2.1.2 Historischer Abriss
2.1.3 Die Literaturverfilmung: Abkömmling der literarischen Vorlage oder eigenständiges filmisches Werk?
2.1.4 Zeichentheorie – Abstrakt versus konkret
2.1.5 Die Popularität der Literaturverfilmung
2.2 Filmisches Erzählen
2.2.1 Film als Zeichensystem
2.2.2 Klassisches Storytelling im Film – Einfachheit als Programm
2.3 Theorie der Universalität von Erzählstrukturen: Das Modell der Heldenreise
3 Vergleichende Analyse Das Parfum. Patrick Süskinds Roman (1985) und Tom Tykwers Film (2006)
3.1 Historisch-gesellschaftlicher Entstehungs- und Rezeptionshintergrund
3.1.1 Der Roman
3.1.2 Der Film
3.2 Analytisch-interpretatorischer Roman-Filmvergleich: Die Entwicklungsreise des Jean-Baptiste Grenouille
3.2.1 Inhaltliche Struktur und formaler Aufbau
3.2.2 Die Figur im Roman: Grenouille, das animalische Genie der Maskerade
3.2.3 Die Charakterpsychologie der Figur Grenouille im Film I
3.2.4 Exkurs: Visualisierung der Gerüche im Film
3.2.5 Die Charakterpsychologie der Figur Grenouille im Film II
3.2.6 Eine Sache der Erzählhaltung
3.2.7 Grenouilles unbewusste Sehnsucht nach Liebe
3.2.8 Liebe bewahren: Darstellung der Mädchenmorde in Roman und Film
3.2.9 Die Macht der Liebe: Bacchanal und Kannibalenfestmahl
3.3 Ästhetische Kritik – Die ‚idealen’ Rezipienten
4 Fazit
4.1 Zusammenfassende Einordnung der Filmadaption und Diskussion
4.2 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht interdisziplinär, wie literarische Stoffe mediale Grenzen überwinden und welche Auswirkungen der Medienwechsel vom Roman zum Film auf das Storytelling hat. Am Beispiel von Patrick Süskinds Roman „Das Parfum“ und der Verfilmung von Tom Tykwer wird analysiert, wie die Metamorphose der Hauptfigur Grenouille vom literarischen Scheusal zum Kinohelden filmisch gestaltet und interpretiert wird.
3.2.4 Exkurs: Visualisierung der Gerüche im Film
Im Kapitel 2.1.4 ‚Zeichentheorie – Abstrakt versus konkret’ wurde bereits auf den Unterschied zwischen der literarischen Vorlage als abstraktem schriftsprachlichem Medium und der notwendigen Konkretheit einer visuellen Repräsentation wie des Films hingewiesen. Da die Signifikanten (Bezeichnendes) eines Films mit ihren Signifikaten (Bezeichnetes) beinahe identisch seien, verlaufe die Decodierung sehr viel schneller und einfacher als die Decodierung eines abstrakten sprachlichen Zeichens, wodurch die Filmbilder unmittelbarer wirkten als literarische Worte. Die Zeichen des literarischen Textes (die Wörter) würden sich in ihrer Gestalt weitaus mehr von ihren Bedeutungen (den Gegenständen, die sie bezeichnen) unterscheiden als die Zeichen des filmischen Diskurses (die Bilder). „Genau damit [sind] aber auch veränderte psychologische Wahrnehmungsprozesse und erhöhte Realitätseindrücke bei der Rezeption eines Filmes gekoppelt, die in der Regel eine starke emotionale Beteiligung am Geschehen zur Folge haben und somit wiederum das Gefühl der Unmittelbarkeit vortäuschen.“ Das Filmbild ersetzt das Vorstellungsbild, das sprachliche Zeichen erst evozieren.
Nun interessierte Leser wie Rezensenten von Das Parfum vor allem, wie die Filmemacher es schaffen wollten, die Süskinds Roman konstatierenden Beschreibungen von Gerüchen und Düften filmisch umzusetzen. Dies schien ihnen die größte Sorge im Bezug auf ein mögliches ‚Scheitern’ des Filmes zu sein. Der Erzähler des Romans selbst gibt dazu einen interessanten Hinweis: „Unserer Sprache taugt nicht zur Beschreibung der riechbaren Welt“ (P 160). Grenouilles Sprachentwicklung ist zudem äußerst rudimentär und „mit Wörtern, die keinen riechenden Gegenstand bezeichneten, mit abstrakten Begriffen also, vor allem ethischer und moralischer Natur, hatte er die größten Schwierigkeiten [...], andererseits hätte die gängige Sprache schon bald nicht mehr ausgereicht, all jene Dinge zu bezeichnen, die er als olfaktorische Begriffe in sich versammelt hatte“ (P 33).
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Literaturverfilmungen ein, stellt die Problemstellung sowie den Untersuchungsansatz dar und definiert das Ziel der Analyse am Beispiel von Süskinds „Das Parfum“.
2 Theoretischer Teil: Dieses Kapitel erläutert Probleme und Chancen von Literaturverfilmungen, führt in das filmische Erzählen und die Zeichentheorie ein und stellt das Modell der Heldenreise als Strukturvorgabe vor.
3 Vergleichende Analyse Das Parfum. Patrick Süskinds Roman (1985) und Tom Tykwers Film (2006): Der Hauptteil analysiert den historischen Entstehungs- und Rezeptionshintergrund und untersucht detailliert die Entwicklungsreise der Figur Grenouille im Roman und Film unter Berücksichtigung von Erzählhaltung und filmischer Visualisierung.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Filmadaption zusammen, diskutiert die Werktreue sowie die ästhetische Kritik und gibt einen Ausblick auf künftige medienwissenschaftliche Forschungsansätze.
Literaturverfilmung, Das Parfum, Patrick Süskind, Tom Tykwer, Storytelling, Heldenreise, Medienwechsel, Intermedialität, Roman-Film-Vergleich, Jean-Baptiste Grenouille, Zeichentheorie, Rezeptionsästhetik, Charakterpsychologie, Filmische Adaption, Filmanalyse.
Die Magisterarbeit untersucht, wie ein bekannter literarischer Stoff in ein filmisches Medium übersetzt wird und welche narrativen sowie ästhetischen Anpassungen dabei notwendig sind.
Die zentralen Themen umfassen die mediale Transformation, die Theorie des filmischen Erzählens, das Modell der Heldenreise und die spezifische Charakterpsychologie von Jean-Baptiste Grenouille.
Das Ziel ist die analytische Untersuchung der Metamorphose der Hauptfigur Grenouille sowie der erzähltechnischen Veränderungen beim Übergang vom literarischen Scheusal im Roman zum Kinohelden im Film.
Die Arbeit nutzt einen analytisch-interpretatorischen Vergleich von Roman und Film, ergänzt durch Ansätze der Medienkomparatistik und die Filmanalyse nach Helmut Korte.
Der Hauptteil widmet sich der Aufarbeitung des Entstehungs- und Rezeptionshintergrundes sowie dem detaillierten Vergleich von Struktur, Charakterpsychologie, Erzählhaltung und der Visualisierung von Gerüchen im Film.
Wichtige Begriffe sind Literaturverfilmung, Intermedialität, Storytelling, Heldenreise, Adaptation und Filmanalyse.
Süskinds Roman gilt als einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Romane und die 20-jährige Kampfzeit um die Rechte sowie die vermeintliche Unverfilmbarkeit bieten ein ideales Studienobjekt für die Medienwissenschaft.
Die Arbeit analysiert, wie der Film durch Kameraarbeit, Montage, Musik und Soundeffekte olfaktorische Informationen in eine kinematographische Sprache übersetzt, anstatt sie direkt abzubilden.
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