Masterarbeit, 2009
78 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Zur Methode der Lebensweltanalyse
3 Konkreter Gegenstand der Lebensweltanalyse: rechtsextreme Skinheads
3.1 Rechtsextremismus – eine Begriffsdefinition
3.2 Die Skinhead-Bewegung
3.2.1 Geschichte der Skinheadbewegung
3.2.2 Die unterschiedlichen Gruppierungen in der Skin-Szene
3.2.3 Zum Begriff der Subkultur /Szene
3.3 Zwischenfazit
4 Die Skinhead-Lebenswelt
4.1 Erscheinungsbild und Kleidung
4.2 Sozialstruktur innerhalb der Skinhead-Szene
4.2.1 Personenpotenzial
4.2.2 Alters- und Geschlechtsstruktur
4.2.3 Familiärer Hintergrund
4.2.4 Ausbildung/Bildung
4.3 Musik und andere Kommunikationsmedien
4.3.1 Rechte Musik – Einstiegsdroge, Propagandamittel, Vernetzungsinstrument?
4.3.1.1 Inhalte der Musik
4.3.1.2 Psychologische Wirkung und Funktion
4.3.2 Szenekommunikation: Vom Fanzine bis zum Internet
4.4 Gewalt, delinquentes Verhalten und Straftaten
4.4.1 Statistische Befunde
4.4.1.1 Grundlegende Problematiken
4.4.1.2 Ausgewählte Daten
4.4.2 Qualitative Untersuchungen
4.5 Gruppenprozesse – Das „Wir“- Gefühl
4.5.1 Die Psychologie der Gruppe
4.5.2 Die Bedeutung der Gruppe für rechtsextreme Skinheads
4.6 Ideologie und Weltanschauung
4.6.1 Szenespezifische Ideologiefragmente in der Eigendarstellung
4.6.1.1 Geschichte und Politik
4.6.1.2 Feindbilder und Rassen
4.6.1.3 Selbstverständnis und Tugenden
4.6.2 Haben rechte Skins eine fundierte Ideologie?
4.6.3 Fazit
5. Konsequenzen für die soziale Arbeit im Kontext sozialräumlicher Ansätze
5.1 Ein- und Ausstiegsmotive
5.2 Die Akzeptierende Jugendarbeit
5.2.1 Das Konzept der Akzeptierenden Jugendarbeit nach Krafeld
5.2.2 Die Bedeutung des Aufsuchenden Ansatzes
5.3 Jugendliche und ihre Sozialräume
5.4 Sozialraumanalyse am Beispiel „Distanz(ierung) durch Integration“
5.4.1 Grundsätzliche Überlegungen und Konzeptziele
5.4.2 Thematische Schwerpunkte und Arbeitsbereiche
5.4.3 Stellungnahme
5.4.3.1 Bewertung des Bremer Konzepts für die Arbeit mit rechten Skins
5.4.3.2 Bedeutung der Sozialraumanalyse
6. Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebenswelt rechtsextremer Skinheads, um zu klären, ob das in der Gesellschaft dominierende Bild dieser Gruppierung der Realität entspricht. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie die Soziale Arbeit durch sozialräumliche Ansätze präventiv wirken und Ausstiegswege fördern kann.
4.3.1.2 Psychologische Wirkung und Funktion
Zwar existieren noch keine ausreichenden empirischen Erkenntnisse über die Wirkung rechter Musik, jedoch scheint diese in Abhängigkeit vom sozialen Umfeld, von der individuellen Situation und der Disposition jedes Jugendlichen zu stehen (vgl. Wörner-Schappert 2007: 100). Schon im Verfassungsschutzbericht 2003 wird erwähnt, der Reiz der Szene läge in der „[...] Unterhaltung und Aktion (Skinhead-Musik, Alkoholkonsum, Teilnahme an Konzerten und Demonstrationen) [...]“ (Verfassungsschutzbericht 2003: 42; vgl. auch 2. periodischer Sicherheitsbericht 2006: 147). So stellte Wahl in seinen Interviews mit fremdenfeindlichen Gewalttätern ebenso wie Farin/Seidel in Interviews mit Skinheads heraus, dass rechtsextremistische Musik besonders in Verbindung mit dem Konsum von Alkohol in Gesellschaft die Hemmschwelle für rechtsextreme Straftaten deutlich sinken lässt:
Auf die Frage, was „Skinhead sein“ bedeutet, antworteten: H. 21 Jahre: „Saufen, Konzerte, a way of life. Eine Randgruppe mit Stolz” (Farin/Seidel 2002: 6) und C. 22 Jahre: „Zusammenhalt, Spaß, gute Kleidung, gute Musik, gesellige Alkoholvernichtung.“ (Farin/Seidel 2002: 6)
Kevin: „Ja, Alkohol. Der hat mich halt mehr aggressiv gemacht, aufgeputscht. Und die Musik. [...] Ja. Die aggressiven Texte, die peitschen ja noch mehr hoch“ (Gaßebner 2003: 191) oder Ferdinand: „Die Musik macht aggressiv. Absolut. [...] wenn du da sitzt, und du trinkst mit deinen Kameraden [...] und dann noch die Musik dazu, dann kannst du raus gehen auf die Straße und kannst dir irgendein Opfer suchen [...]“ (Gaßebner 2003: 191).
Die Musik heizt mit ihren emotionalen Texten die Stimmung auf, fungiert als Katalysator, der Vorhandenes verstärkt und manifestiert und somit den Prozess der Ideologisierung antreibt (vgl. Wörner-Schappert 2007: 101, Wahl 2003: 191).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Diskrepanz zwischen der Duden-Definition von Skinheads und der gelebten Realität und leitet die Forschungsfrage nach den Möglichkeiten der Sozialen Arbeit ab.
2 Zur Methode der Lebensweltanalyse: Dieses Kapitel erläutert die theoretische Basis der Lebensweltanalyse nach Husserl, Schütz und Luckmann als Instrument zur Erforschung individueller sozialer und räumlicher Bezugspunkte.
3 Konkreter Gegenstand der Lebensweltanalyse: rechtsextreme Skinheads: Hier werden Definitionen des Rechtsextremismus diskutiert und die Skinhead-Bewegung sowie deren Geschichte, Gruppierungen und der Subkultur-Begriff analysiert.
4 Die Skinhead-Lebenswelt: Dieses Kapitel beschreibt das Erscheinungsbild, die Sozialstruktur, die Bedeutung von Musik, Gewalt und Ideologie innerhalb der Szene sowie die gruppendynamischen Prozesse.
5. Konsequenzen für die soziale Arbeit im Kontext sozialräumlicher Ansätze: Das Kapitel verknüpft die Erkenntnisse der Lebensweltanalyse mit praktischen Ansätzen wie der Akzeptierenden Jugendarbeit und dem Bremer Modell der Sozialraumanalyse.
6. Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert, dass Skinheads kein homogenes rechtsextremes Gefüge bilden und unterstreicht die Relevanz sozialräumlicher Konzepte für die Arbeit mit dieser Zielgruppe.
Rechtsextremismus, Skinheads, Soziale Arbeit, Lebensweltanalyse, Sozialraumorientierung, Jugendarbeit, Gewaltprävention, Gruppendynamik, Identitätsbildung, Aufsuchender Ansatz, Subkultur, Fremdenfeindlichkeit, Radikalisierung, Distanzierung, Integration
Die Arbeit analysiert die Lebenswelten rechtsextremer Skinheads, um die Hintergründe ihres Verhaltens zu verstehen und Konsequenzen für die Soziale Arbeit abzuleiten.
Neben der Struktur und Ideologie der Skinhead-Szene werden die Rolle von Musik, Gewalt, Gruppenprozesse sowie moderne sozialraumorientierte Konzepte der Jugendarbeit behandelt.
Das Ziel ist es, ein umfassendes Bild der Skinhead-Lebenswelt zu zeichnen, um zu prüfen, ob pädagogische Konzepte, speziell sozialraumorientierte Ansätze, für den Umgang mit dieser Gruppe wirksam sind.
Die Arbeit nutzt die Methode der Lebensweltanalyse, um die subjektiven und objektiven Wirklichkeitsregionen der Skinheads zu untersuchen und darauf basierend pädagogische Handlungsfelder zu erschließen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Lebenswelt (Erscheinungsbild, Sozialstruktur, Kommunikation, Gewalt) und eine darauffolgende Untersuchung konkreter Konzepte der Sozialen Arbeit.
Rechtsextremismus, Skinheads, Soziale Arbeit, Lebensweltanalyse, Sozialraumorientierung, Jugendkultur und Gewaltprävention bilden den Kern der terminologischen Ausrichtung.
Die Arbeit zeigt, dass die Szene heute sehr heterogen ist und sich durch staatliche Kontrolle und gesellschaftliche Veränderungen in ihrem Erscheinungsbild und ihrer Kommunikationsform stark angepasst hat.
Die Gruppe fungiert als Ersatzfamilie und bietet Schutz sowie ein Gefühl der Anerkennung, das den Jugendlichen in ihrem oftmals schwierigen familiären oder sozialen Umfeld fehlt.
Sie ermöglicht es Sozialarbeitern, die Lebenssituation der Jugendlichen besser zu verstehen, Ressourcen im Umfeld zu identifizieren und passgenaue, nicht-konfrontative Angebote zu entwickeln.
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