Magisterarbeit, 2009
138 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Rechtsextremismus
3. Ideologische Elemente des Rechtsextremismus
3.1 Nationalismus
3.2 Fremdenfeindlichkeit
3.3 Rassismus
3.4 Antisemitismus
3.5 Geschichtsrevisionismus
3.6 Antipluralismus
3.7 Populismus
3.8 Zwischenfazit
4. Rechtsextreme Organisationen
4.1 Rechtsextreme Parteien
4.1.1 Die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD)
4.1.2 Die Deutsche Volksunion (DVU)
4.1.3 Die Republikaner (REP)
4.2 Rechtsextreme Kameradschaften
4.3 Zwischenfazit
5. Framing
5.1 Definitionen
5.2 Ursprünge des Framing-Ansatzes
5.2.1 Soziologischer Ursprung
5.2.2 Psychologischer Ursprung
5.3 Kommunikatoren und Rezipienten im Framing-Prozess
5.3.1 Kommunikatorenframes
5.3.2 Rezipientenframes
5.4 Medien-Frames
5.4.1 Formal-stilistische Merkmale
5.4.2 Inhaltliche Merkmale
5.5 Zwischenfazit
6. Untersuchung
6.1 Forschungsinteresse
6.2 Forschungsfrage und Hypothesen
6.3 Anlage der Untersuchung
6.3.1 Untersuchungsgegenstand
6.3.2 Untersuchungszeitraum
6.3.3 Auswahlmethode und Stichprobenziehung
6.4 Codebuch
6.4.1 Formale Kategorien
6.4.2 Inhaltliche Kategorien
6.5 Reliabilität
7. Auswertung der Berichterstattung
7.1 Formal-stilistische Merkmale
7.1.1 Platzierung
7.1.2 Journalistische Stilformen
7.1.3 Quellennennung
7.1.4 Artikelgröße
7.1.5 Zwischenfazit
7.2 Inhaltliche Merkmale
7.2.1 Themennennungen
7.2.2 Thematische und episodische Frames
7.2.3. Rechtsextreme ideologische Elemente in der Berichterstattung
7.2.4 Valenz
7.2.5 Emotionalisierung und Skandalisierung
7.2.6 Zwischenfazit
7.3 Rechtsextreme Akteure
7.3.1 Rechtsextreme Personen
7.3.2 Rechtsextreme Parteien
7.3.3 Allgemeine Bezeichnung für rechtsextreme Akteure
7.3.4 Zwischenfazit
7.4 Darstellung rechtsextremer Akteure
7.4.1 Zitierung rechtsextremer Akteure
7.4.2 Moralische und juristische Anschuldigungen
7.4.3 Negative sprachliche Bilder
7.4.4 Zwischenfazit
7.5 Fazit
8. Zusammenfassung und Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht die Berichterstattung über rechtsextreme Akteure in den Dresdner Tageszeitungen Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten, BILD Dresden und Dresdner Morgenpost im Zeitraum von 2004 bis 2008. Das Ziel ist es zu analysieren, wie über diese Akteure berichtet wird, welche thematischen Schwerpunkte gesetzt werden und in welchen Deutungsrahmen (Frames) die Berichterstattung eingebettet ist, um eine Lücke in der kommunikationswissenschaftlichen Forschung zur lokalen Presse zu schließen.
1. EINLEITUNG
Es ist der 14. Februar 2009 - der Gedenktag der Bombardierung Dresdens - das alljährliche Aufeinandertreffen der Rechtsextremen und derer, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren. Jede Seite will für sich die Deutungshoheit über den Gedenktag proklamieren. Jährlich demonstrieren tausende Rechtsextreme in den Straßen Dresdens und propagieren ihre antidemokratischen Ansichten. Darunter sind aber nicht nur Anhänger und Mitglieder rechtsextremer Parteien wie der NPD, auch andere rechtsextreme Organisationen, wie zum Beispiel Kameradschaften, sind durch die mitgeführten Transparente erkennbar. Viele davon kommen aus Sachsen. Die sächsische rechtsextreme Szene ist nach Berichten des Landesamtes für Verfassungsschutz Sachsen (2007, 11) bereits gefestigt und kann auf eine große Zahl an Unterstützern zurückgreifen. Einige rechtsextreme Kameradschaften wie die Skinheads Sächsische Schweiz oder Sturm 34 wurden bereits aufgelöst. Doch Gerichtsverfahren gegen ehemalige Mitglieder zeigen, dass sie auch nach den Vereinsverboten noch immer aktiv in der rechtsextremen Szene agieren.
Der Wahlerfolg der rechtsextremen NPD im Jahre 2004 in Sachsen schockierte nicht nur Politiker. Das als unmöglich Geglaubte - der Einzug Rechtsextremer in das Sächsische Landesparlament - ist geschehen. Die Presseberichterstattung reagierte darauf mit einem „Blätterrauschen“. War dies ein „mediales Strohfeuer“ oder wird kontinuierlich über Rechtsextreme berichtet? Wie erfolgt die Berichterstattung in den vier Dresdner Tageszeitungen? Welche rechtsextremen Akteure werden genannt? In welchen Deutungsrahmen wird über sie berichtet? Gibt es Unterschiede zwischen den untersuchten Tageszeitungen? Diese Fragen beantwortet die vorliegende Studie.
Eine Fokussierung auf die Berichterstattung über die NPD gibt die Heterogenität der rechtsextremen Szene nicht wieder und würde das zu untersuchende Feld zu stark einengen. Die kommunikationswissenschaftliche Forschung weist bereits einige Ergebnisse über die Berichterstattung in überregionalen Tageszeitungen aus, jedoch wurden Rechtsextreme im Allgemeinen oder nur rechtsextreme Parteien untersucht.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Rechtsextremismus in Dresden ein und legt die Forschungsfrage zur Analyse der Berichterstattung in Dresdner Tageszeitungen dar.
2. Rechtsextremismus: Das Kapitel bietet eine theoretische Auseinandersetzung mit verschiedenen Definitionen und Modellen des Rechtsextremismus.
3. Ideologische Elemente des Rechtsextremismus: Hier werden die ideologischen Kernelemente wie Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus vorgestellt, die rechtsextreme Weltanschauungen charakterisieren.
4. Rechtsextreme Organisationen: Dieses Kapitel beschreibt die verschiedenen Organisationsformen des Rechtsextremismus, insbesondere Parteien wie die NPD und lose Strukturen wie Kameradschaften.
5. Framing: Die theoretischen Grundlagen des Framing-Ansatzes werden erläutert, um die Mechanismen der medialen Konstruktion von Wirklichkeit zu erklären.
6. Untersuchung: Das Kapitel legt das Forschungsdesign dar, inklusive des Forschungsinteresses, der Hypothesen sowie der methodischen Anlage der Untersuchung.
7. Auswertung der Berichterstattung: Die empirische Analyse präsentiert die Ergebnisse zur medialen Darstellung rechtsextremer Akteure hinsichtlich formaler, inhaltlicher und akteursbezogener Merkmale.
8. Zusammenfassung und Diskussion: Den Abschluss bildet die Synthese der Forschungsergebnisse sowie eine kritische Reflexion über die lokale Berichterstattung.
Rechtsextremismus, Framing, Inhaltsanalyse, Dresdner Tageszeitungen, NPD, Medien-Frames, Ideologie, Berichterstattung, Politische Kommunikation, Lokalpresse, Nachrichtenwerte, Stigmatisierung, Wahlkampfberichterstattung, Journalismus, Politik
Die Arbeit untersucht, wie in vier Dresdner Tageszeitungen (Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten, BILD Dresden und Dresdner Morgenpost) zwischen 2004 und 2008 über rechtsextreme Akteure und das Phänomen Rechtsextremismus berichtet wurde.
Im Fokus stehen neben den rechtsextremen Akteuren selbst (insbesondere die NPD) auch die ideologischen Hintergründe, die Art der medialen Darstellung (Framing) und die journalistische Aufbereitung in verschiedenen Ressorts.
Das Ziel besteht darin, die Strukturen der Medien-Frames zu analysieren und zu prüfen, welche Deutungsmuster und Perspektiven den Lesern in der lokalen Berichterstattung über rechtsextreme Akteure nahegelegt werden.
Die Untersuchung basiert auf einer quantitativen Inhaltsanalyse. Dabei wurden insgesamt 794 Artikel erfasst und anhand eines kodierten Codebuchs auf formale und inhaltliche Merkmale hin untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Rechtsextremismus und Framing sowie eine umfangreiche empirische Auswertung, die unter anderem die Platzierung von Artikeln, die journalistischen Stilformen und die Darstellung von Akteuren untersucht.
Die Studie ist geprägt durch Begriffe wie Rechtsextremismus, Framing, Medienlogik, Nachrichtenwerte und die spezifische Situation der lokalen Presse in Sachsen.
Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Berichterstattung über rechtsextreme Parteien fast ausschließlich auf die NPD konzentriert, während andere Parteien oder Gruppen kaum oder gar keine Erwähnung finden.
Die Studie identifiziert Unterschiede in der Skandalisierung und emotionalen Sprache; insbesondere BILD Dresden neigt zu einer stärkeren Verwendung negativer sprachlicher Bilder und emotionalisierender Formulierungen im Vergleich zu den Qualitätszeitungen wie der Sächsischen Zeitung.
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