Diplomarbeit, 2009
72 Seiten, Note: 2,3
1 Problemstellung
2 Authentizität als Differenzierungsmöglichkeit
2.1 Die besonderen Rahmenbedingungen von Weblogs aus ökonomischer Perspektive
2.2 Traditioneller Online-Journalismus vs. Weblogs
2.3 Zwischenfazit
3 Investition in Glaubwürdigkeit
3.1 Der Aufbau einer Glaubwürdigkeitsreputation
3.2 Die Übertragung einer Glaubwürdigkeitsreputation
3.3 Zwischenfazit
4 Qualität und Anschlusskommunikation in der Blogosphäre
4.1 Betrachtung des Qualitätsaspektes
4.2 Betrachtung der Anschlusskommunikation
4.3 Zusammenwirken und Einordnung
5 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die medienökonomische Relevanz von Weblogs. Dabei wird analysiert, wie trotz privater Ursprünge und geringer Eintrittsbarrieren einige wenige Weblogs eine hohe Rezipientenaufmerksamkeit und medienökonomische Bedeutung erlangen können, während die Mehrheit der Angebote nach kurzer Zeit wieder verschwindet.
3.1 Der Aufbau einer Glaubwürdigkeitsreputation
Carl Shapiro stellt 1983 in einem Modell den Aufbau von Reputation dar. In seinem Aufsatz „Premiums for High Quality Products as Returns to Reputations“ zeigt er auf, dass bei Unsicherheit der Konsumenten hinsichtlich einer Produktqualität der Anbieter erst eine Anfangsinvestition in die Reputation seiner Produktqualität tätigen muss (vgl. Shapiro 1983, S. 660). Dabei wirkt auf die Konsumenten die Qualität der Vorperiode als Signal auf die Qualität der Gegenwart. Da in der vorangegangenen Investitionsperiode das Produkt zu einem geringen Einführungspreis angeboten werden muss, soll das Qualitätsrisiko der Konsumenten reduziert werden, so kann in der Folgeperiode ein Preisaufschlag auf die eigentlichen Herstellungskosten der Periode verlangt werden.
Dies wird möglich, da die Konsumenten nach einer positiven Konsumerfahrung in der Einführungsperiode nun auch in der Folgeperiode mit einer erneut positiven Konsumerfahrung rechnen. Der Preisaufschlag stellt den Anreiz der Aufrechterhaltung der guten Qualität und damit des langfristigen Erhalts der Reputation dar. Eine Reduktion der Qualität nach der Anfangsperiode darf sich nicht für den Anbieter lohnen. Ein Anbieter, welcher eine Reputationsprämie auf seine Herstellungskosten aufschlagen kann, realisiert einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Anbietern, die lediglich einen Preis in Höhe ihrer Produktionskosten ansetzen können (vgl. Shapiro 1983, S. 661).
Dieses Modell wird nun auf die Berichterstattung in Weblogs angewendet und mögliche Strategien hinsichtlich des Wettbewerbs zwischen Weblogs werden abgeleitet. Es soll gezeigt werden, wie eine Adverse-Selektion, in der gute Qualität sich nicht durchsetzt und von schlechter Qualität verdrängt wird, vermieden werden kann und sich qualitativ gute Weblogs dauerhaft etablieren. Die angebotene Qualität eines Weblogs zeichnet sich in der Darstellungs- und Berichterstattungsweise ab. Eine gute Qualität entspricht dabei einem glaubwürdigen Informationsangebot, welches sich an oben genannte journalistischen Prinzipien anlehnt.
1 Problemstellung: Einleitung in die Thematik der medienökonomischen Bedeutung von Weblogs und Identifikation zentraler Forschungsfragen.
2 Authentizität als Differenzierungsmöglichkeit: Untersuchung der Rahmenbedingungen von Weblogs im Vergleich zum professionellen Online-Journalismus unter Berücksichtigung von Qualitätsunsicherheit und Informationsasymmetrie.
3 Investition in Glaubwürdigkeit: Analyse des Aufbaus und der Übertragung von Reputationsmechanismen als Markteintrittsschranke und Mittel zur Qualitätssicherung.
4 Qualität und Anschlusskommunikation in der Blogosphäre: Untersuchung von Superstar-Phänomenen durch Netzwerkeffekte, Verlinkungsranglisten und den Aufbau von Konsumkapital durch Anschlusskommunikation.
5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Einordnung der Rolle von Weblogs im medienökonomischen Kontext.
Weblogs, Medienökonomie, Erfolgsfaktoren, Authentizität, Glaubwürdigkeit, Reputation, Vernetzung, Informationsasymmetrie, Superstar-Phänomen, Anschlusskommunikation, Konsumkapital, Blogosphäre, Online-Journalismus, Werbemarkt, Markteintrittsbarrieren.
Die Arbeit analysiert Weblogs aus einer medienökonomischen Perspektive, um zu erklären, wie diese aus privatem Ursprung medienökonomische Relevanz erlangen können.
Zentrale Themen sind die Erfolgsfaktoren Authentizität, Glaubwürdigkeit und Vernetzung, die mithilfe ökonomischer Modelle untersucht werden.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, auf welchem Wege Weblogs eine medienökonomische Relevanz erreichen und wie sie sich gegenüber traditionellen Onlinemedien behaupten können.
Die Arbeit nutzt modelltheoretische Ansätze aus der Ökonomik (u.a. von Schmalensee, Shapiro, Rosen und Adler), um die Dynamiken in der Blogosphäre zu erklären.
Im Hauptteil werden zunächst die Rahmenbedingungen von Weblogs und der Aspekt der Authentizität analysiert, gefolgt von einer detaillierten Betrachtung der Glaubwürdigkeitsreputation sowie der Rolle von Vernetzung und Anschlusskommunikation.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Weblogs, Medienökonomie, Reputation, Informationsasymmetrie und das Superstar-Phänomen.
Es erklärt, warum ein geringer Teil an Weblogs eine überproportional hohe Aufmerksamkeit erzielt, während die breite Masse nur geringe Reichweiten erreicht.
Verlinkungen fungieren als Qualitätskriterium und Reputationssignal, das den Suchaufwand der Rezipienten reduziert und den Aufbau von Konsumkapital sowie Aufmerksamkeit fördert.
Glaubwürdigkeit wirkt als Marktzutrittsschranke und ermöglicht es Bloggern, nach einer Anfangsinvestition in Reputation durch höhere Werbeeinnahmen in der Folgeperiode profitabel zu agieren.
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