Masterarbeit, 2016
97 Seiten, Note: 2,0
1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.1 Ausgangssituation und Konkretisierung der Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Begriff und Wesen von Projekten
2.1.1 Definition und Merkmale eines Projektes
2.1.2 Projektarten
2.2 Projektmanagement
2.2.1 Begriffsbestimmung
2.2.2 Aufgaben und Ziele des Projektmanagements
2.2.3 Phasen des Projektmanagements
2.3 Projektcontrolling als Instrument des Projektmanagements
2.3.1 Definition von Projektcontrolling
2.3.2 Stellung und Formen des Projektcontrollings
2.3.3 Charakterisierung von Kennzahlen und deren Grenzen im Projektcontrolling
2.4 Fundierung von Projektabbruchsentscheidungen
2.5 Charakteristika von Eskalationsverhalten
2.5.1 Begriffsbestimmung Escalation of Commitment
2.5.2 Erklärungsansätze der Sozialpsychologie – das Determinantenmodell von Staw/Ross
2.5.3 Die Prototypen nach Staw/Ross
3 Erklärung eskalationslösender Faktoren im Projektkontext
3.1 Projektbezogene Faktoren
3.1.1 Größe des Projektziels
3.1.2 Investitionswirksamkeit
3.1.3 Payoff und Ausgaben für Vollendung
3.1.4 Höhe der Projektabbruchkosten
3.1.5 Durchführbarkeit von Alternativen
3.2 Psychologische Faktoren
3.2.1 Information processing
3.2.2 Optimismus und Kontrollillusion
3.2.3 Framing
3.2.4 Selbstrechtfertigung
3.2.5 Sunk costs
3.3 Soziale Faktoren
3.3.1 Externe Rechtfertigung und Bindung
3.3.2 Normen für Führungspersonen
3.4 Strukturelle Faktoren
3.4.1 Institutionelle Trägheit
3.4.2 Unternehmenspolitische Probleme
3.5 Kontextueller Faktor: Größen außerhalb der Organisation
4 Entwicklung eines kennzahlbasierten Frühwarnsystems zur Vermeidung von Eskalationsverhalten
4.1 Anforderungen an Kennzahlen und ein Frühwarnsystem
4.1.1 Allgemeine Anforderungen an Kennzahlen
4.1.2 Anforderungen und Bedeutung an ein kennzahlbasiertes Frühwarnsystem
4.2 Identifikation und Bewertung eines scheiternden Projektes
4.2.1 Identifikation eines scheiternden Projektes
4.2.2 Überprüfung der Wirtschaftlichkeit eines Projektes
4.3 Erarbeitung von Kennzahlen zur Gegensteuerung bei eskalationsauslösenden Faktoren
4.3.1 Kennzahlen für projektbezogene Faktoren
4.3.2 Kennzahlen für psychologische Faktoren
4.3.3 Kennzahlen für soziale Faktoren
4.3.4 Kennzahlen für strukturelle Faktoren
4.3.5 Kennzahlen für den kontextuellen Faktor
4.4 Konzeptualisierung eines kennzahlbasierten Frühwarnsystems zur Vermeidung von Eskalationsverhalten
5 Zusammenfassung und kritische Würdigung
Die Arbeit verfolgt das Ziel, ein kennzahlbasiertes Frühwarnsystem zu entwickeln, das Projektverantwortliche dabei unterstützt, Eskalationsverhalten in scheiternden Projekten frühzeitig zu erkennen und durch geeignete Gegenmaßnahmen zu verhindern.
1.1 Ausgangssituation und Konkretisierung der Problemstellung
Immer häufiger berichten Medien über gescheiterte Großprojekte, welche ihren ursprünglich geplanten Zeit- und Kostenrahmen um ein Vielfaches überschritten haben und trotzdem weitergeführt werden. In der Presse sind einige Beispiele über gescheiterte Großprojekte mit einer milliardenhohen Kostenüberschreitung in Deutschland zu finden. Für das Projekt Stuttgart 21 wurden ursprünglich 6,5 Milliarden Euro geplant. Aktuellen Schätzungen zufolge werden die Kosten um 50 Prozent überschritten. Auch bei dem Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg haben sich die geplanten Kosten bereits verdoppelt. Ein weiteres Beispiel für ein gescheitertes Großprojekt ist das Konzerthaus Elbphilharmonie in Hamburg. Statt ursprünglich geschätzten 186 Millionen Euro belaufen sich die aktuellen Kosten auf 865 Millionen Euro.
All diese immens gescheiterten Projekte weisen meistens ein ähnliches Verhaltensmuster der Projektverantwortlichen auf: Trotz enormer Kostenüberschreitungen und eines voraussichtlichen Projektverlusts wird an der ursprünglich getroffenen Projektdurchführung festgehalten. Wenngleich ein Projektabbruch eine wirtschaftlich sinnvollere Lösung darstellen würde. Dieses beschriebene irrationale Verhalten der Projektverantwortlichen wird als „Escalation of Commitment“ bezeichnet. Besonders in der heutigen, dynamischen Wettbewerbssituation kann ein derartig eskalierendes Verhalten der Projektverantwortlichen große Gefahren für ein Unternehmen darstellen. Ein großer Imageverlust, unzufriedene Stakeholder und hohe Verluste des Unternehmens sind nicht selten die typischen Folgen eines gescheiterten Projektes.
1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit: Einführung in die Problematik gescheiterter Großprojekte und Definition des Forschungsziels, ein Frühwarnsystem für Eskalationsverhalten zu entwickeln.
2 Theoretische Grundlagen: Vermittlung des notwendigen Wissens über Projektmanagement, Projektcontrolling sowie die sozialpsychologischen Hintergründe der Eskalationsgefahr.
3 Erklärung eskalationslösender Faktoren im Projektkontext: Detaillierte Untersuchung der fünf Kategorien (projektbezogen, psychologisch, sozial, strukturell, kontextuell) als Auslöser für irrationales Festhalten an Projekten.
4 Entwicklung eines kennzahlbasierten Frühwarnsystems zur Vermeidung von Eskalationsverhalten: Erarbeitung konkreter Anforderungen, Indikatoren und mathematischer Ansätze, um den Übergang von Projektfortsetzung zu Projekteskalation messbar zu machen.
5 Zusammenfassung und kritische Würdigung: Abschluss der Arbeit mit einer Reflexion der Ergebnisse und Diskussion der Grenzen des entwickelten Modells.
Projektmanagement, Projektcontrolling, Eskalationsverhalten, Escalation of Commitment, Frühwarnsystem, Kennzahlen, Projektabbruch, Wirtschaftlichkeit, Sunk Costs, Projektrisiko, Stakeholder, Fehlentscheidung, Projektsteuerung, Investitionskontrolle, Rationalität
Die Arbeit untersucht das Phänomen, bei dem Verantwortliche trotz negativer Indikatoren irrational an scheiternden Projekten festhalten, und entwickelt ein Frühwarnsystem mittels Kennzahlen, um dies zu verhindern.
Das Spektrum reicht von den theoretischen Grundlagen des Projektmanagements und Controllings über psychologische Mechanismen der Bindung an scheiternde Entscheidungen bis hin zur operativen Entwicklung eines Frühwarnsystems.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie ein kennzahlbasiertes System Projektleiter frühzeitig dabei unterstützen kann, Eskalationsverhalten zu identifizieren und rechtzeitig korrigierende Maßnahmen einzuleiten.
Die Arbeit nutzt eine deduktive Analyse unter Einbeziehung bestehender sozialpsychologischer Modelle (insbesondere das Staw/Ross-Modell) und verknüpft diese mit betriebswirtschaftlichen Controlling-Instrumenten und Kennzahlensystemen.
Im Hauptteil werden zunächst die verschiedenen Auslöser für Eskalationsverhalten analysiert und anschließend systematisch in Kennzahlen für das Projektcontrolling übersetzt, um ein messbares Frühwarnsystem zu definieren.
Wichtige Begriffe umfassen Projektcontrolling, Escalation of Commitment, Frühwarnsystem, Projektabbruch und die verschiedenen Eskalationsfaktoren.
Das magische Dreieck (Zeit, Kosten, Qualität) bildet das Spannungsfeld; bei Projektstörungen führt der Druck auf diese drei Ziele oft dazu, dass Projektleiter irrational Ressourcen nachschießen, um den ursprünglichen Zielen treu zu bleiben.
Das Modell von Staw/Ross verdeutlicht, wie über vier Phasen hinweg psychologische und soziale Faktoren die rationale Abwägung zwischen Projektnutzen und Projektabbruch verzerren und den Abbruch verzögern.
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