Masterarbeit, 2017
112 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Verantwortung im Zentrum von Moral und Ethik
2.1 Der Verantwortungsbegriff
2.2 Von Ethik, Moral, Werten und Normen
2.3 Verantwortungstypen und Zuweisungsproblematik
2.4 Moralische Dilemmata und moralische Kompetenz
3 Anforderungsdimensionen
3.1 Der Trainer und seine Rolle im System
3.1.1 Rollenanforderungen
3.1.2 Sportsystem
3.1.3 Kommerzialisierung
3.1.4 Politisierung
3.2 Leitbild/ Trainerethos
3.2.1 Verantwortung
3.2.2 Gerechtigkeit
3.2.3 Fairness
3.2.4 Mündigkeit
3.2.5 Freiheit
3.3 Der olympische Gedanke und seine Bedeutung
3.4 Judo und seine Erziehungsfunktion
3.4.1 Entstehung und Philosophie
3.4.2 Erziehungsanspruch und Werte
3.5 Untersuchungsziele
4 Methode
4.1 Erhebungsverfahren
4.2 Untersuchungsdesign
4.3 Auswertungsverfahren
5 Darstellung der Ergebnisse
5.1 Verantwortung
5.2 Gerechtigkeit
5.3 Fairness
5.4 Mündigkeit
5.5 Freiheit
5.6 Friedensgedanke und Völkerverständigung
5.7 Sei-Ryoku-Zen-Yo
5.8 Ji-Ta-Kyo-Ei
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogische Erziehungsverantwortung von Judotrainern im Kontext des organisierten Sports. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit die an Trainerinnen und Trainer im Judosport gestellte Verantwortungsübernahme als Anforderung wahrgenommen wird, um ein tieferes Verständnis für das Trainerhandeln zu entwickeln.
3.1.1 Rollenanforderungen
Anforderungen und Erwartungen werden in der Literatur vor allem in der Form einer Rollenpluralität des Trainers diskutiert. Zunächst sollen beispielhaft einige Rollen genannt werden:
Der Trainer als Fachmann: Voraussetzung für eine erfolgreiche Trainertätigkeit ist sicherlich ein umfangreiches Wissen innerhalb der Sportart, in der die Trainertätigkeit ausgeübt wird.
Der Trainer als Lehrer: Es genügt nicht, lediglich Fachmann zu sein. Vielmehr gilt es, das Wissen so zu vermitteln, dass es von den Athleten verarbeitet werden kann.
Der Trainer als "Motivationsvermittler": Die Leistungsvoraussetzungen der Athleten (Kenntnisse, Fähigkeiten, körperliche Fitness u. a.) müssen so beeinflusst werden, dass die Athleten in der Lage sind, diese Leistungsvoraussetzungen im Wettkampf optimal in Leistungen umzusetzen. Vom Trainer wird erwartet, dass er mittels entsprechender Motivierung im Training, vor und (je nach der Sportart) auch im Wettkampf dazu beiträgt.
Der Trainer als Betreuer: In den meisten Sportarten hat der Trainer die Aufgabe, dem Athleten während des Wettkampfs durch Beratung, Hilfestellung, taktische Entscheidungen, u.Ä. zur Seite zu stehen. Dabei wird von ihm nicht nur erwartet, dass er stets richtige Ratschläge gibt und Entscheidungen trifft, sondern seine eigenen Gefühle auch stets voll unter Kontrolle hat.
Der Trainer als „Motivationsbekräftiger": Auch nach dem Wettkampf fällt dem Trainer eine wichtige Aufgabe zu. Es wird von ihm erwartet, dass er den Athleten je nach dessen Leistungsergebnis so bekräftigt (z. B. lobt, tadelt), dass dieser im Hinblick auf die zukünftigen Leistungsziele optimal motiviert bleibt.
Der Trainer als Funktionär: Es reicht jedoch nicht aus, dem Athleten gegenüber das Leistungsergebnis zu bewerten. Vom Trainer wird auch erwartet, dass er dem Verein, dem Verband und der allgemeinen Öffentlichkeit gegenüber das Leistungsergebnis bewertet und gegebenenfalls gemeinsam mit verschiedenen Gremien aufgrund dieser Bewertung größere Planungen und Organisationsmaßnahmen durchführt (Gabler & Hahn, 1975, S. 186).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die erzieherische Bedeutung der Trainerrolle im Sport und identifiziert eine Forschungslücke in Bezug auf die Wahrnehmung von Erziehungsverantwortung durch Trainer im Judosport.
2 Verantwortung im Zentrum von Moral und Ethik: Dieses Kapitel definiert und differenziert grundlegende Begriffe wie Verantwortung, Ethik, Moral, Werte und Normen als theoretisches Fundament.
3 Anforderungsdimensionen: Hier werden die verschiedenen Faktoren, die Anforderungen an den Trainer stellen – wie das Sportsystem, das Trainerethos, olympische Ideale und die Spezifik des Judo – detailliert analysiert.
4 Methode: Das Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen: die Wahl der Gruppendiskussion als Erhebungsverfahren und die Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring zur Auswertung.
5 Darstellung der Ergebnisse: Die Ergebnisse aus den Gruppendiskussionen werden anhand der theoretischen Kategorien dargestellt und im Hinblick auf die gelebte Trainerpraxis kritisch diskutiert.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die gewählte Methodik und gibt einen Ausblick auf notwendige weiterführende Forschung sowie Verbesserungen in der Trainerausbildung.
Trainerrolle, Erziehungsverantwortung, Judosport, Moralische Kompetenz, Sportethik, Trainerethos, Olympiade, Wertevermittlung, Gruppendiskussion, Qualitative Inhaltsanalyse, Mündigkeit, Fairness, Sportpädagogik, Leistungssport, Breitensport
Die Arbeit untersucht die pädagogische und erzieherische Verantwortung von Trainerinnen und Trainern im Judosport und erforscht, wie diese Anforderungen von den Trainern selbst in der Praxis wahrgenommen werden.
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle des Trainers als Pädagoge, Moralist und Sachverständiger sowie den Auswirkungen des Sportsystems, wie Leistungsdruck und Kommerzialisierung, auf die erzieherische Arbeit.
Das primäre Ziel ist es, ein differenziertes Bild der Erziehungsverantwortung im Judo zu zeichnen und zu ergründen, ob Trainer sich der komplexen Anforderungen an ihre Vorbildfunktion bewusst sind.
Es wird ein qualitativer Ansatz gewählt. Daten werden durch Gruppendiskussionen mit B-Lizenz-Trainern erhoben und anschließend mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.
Neben der theoretischen Herleitung relevanter Begriffe und Anforderungen (wie Ethik, Normen und Judoprinzipien) steht die Analyse der Diskussionen im Zentrum, in denen Trainer ihre praktischen Erfahrungen in verschiedenen Verantwortungsbereichen reflektieren.
Verantwortung, Trainerethos, Mündigkeit, Gerechtigkeit, Judo-Prinzipien (Sei-Ryoku-Zen-Yo und Ji-Ta-Kyo-Ei) und pädagogische Erziehung sind die zentralen Begriffe der Arbeit.
Die Ergebnisse zeigen, dass Trainer dieses Prinzip zwar als technisch wichtig anerkennen, bei der praktischen Umsetzung jedoch häufig der sportliche Erfolg und die Ausbildung zum Leistungssportler in den Vordergrund rücken.
Die Studie deckt eine Diskrepanz auf: Während die Etikette theoretisch ein Fundament bilden sollte, zeigt die Untersuchung, dass viele Trainer diese kaum explizit thematisieren, was auf einen erheblichen Nachholbedarf in der fachlichen Ausbildung hindeutet.
Die befragten Trainer betonen die Wichtigkeit eines persönlichen Bezugs für den Trainingserfolg einerseits, sehen aber die Gefahr emotionaler Abhängigkeit, weshalb eine "professionelle Distanz" als Schutzmaßnahme konsensual als notwendig erachtet wird.
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