Masterarbeit, 2021
68 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Inklusion
2.1. Begriffserklärung
2.2. Entwicklungen der Inklusion im Bildungsbereich
2.3. Forschungsstand zur Inklusion
2.3.1. Die Schüler*innenseite
2.3.2. Die Seite der Lehrkräfte
2.3.3. Forschungsstand über die Assistenzkräfte, Eltern und Studierenden
3. Inklusion im Sportunterricht und sportpädagogische Perspektiven
3.1. Ziele
3.2. Vorgaben im Schulgesetz und in Curricula
3.3. Forschungsstand zur Inklusion im Sportunterricht
3.4. Inklusive Sportdidaktik
3.4.1. Konzepte und Modelle
3.4.2. Weitere Ansätze
3.4.3. Blick in die Praxis
4. Forschungslücken
5. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Inklusionsthematik im bundesdeutschen Schulsystem mit Fokus auf das Fach Sport. Das primäre Ziel besteht darin, durch eine Literaturanalyse die spezifischen Perspektiven zur Inklusion im Sportunterricht auf empirischer und konzeptioneller Ebene zu ergründen und die daraus resultierenden Herausforderungen für die Beteiligten zu reflektieren.
3.4.3. Blick in die Praxis
An dieser Stelle sollen keine Paradebeispiele von Sportstunden aufgeführt werden, die es in großer Stückzahl in der Literatur und im Internet zu finden gibt. Viel wichtiger ist es an dieser Stelle, auf ein gängiges Problem aus der Praxis aufmerksam zu machen. Es ist das Problem beziehungsweise die „Gefahr der erstbesten Lösung“ (Wurzel 2008, S. 123). Demnach werden als erstbeste Lösungen jene bezeichnet, die sowohl inhaltlich als auch methodisch einfach sind und auf die schnell zurückgegriffen werden kann, da sie das gemeinsame Sporttreiben schnell und ohne viel Vorbereitung ermöglichen. Allerdings sind die Stunden der erstbesten Lösungen jene Stunden, in denen gewisse Dinge auf Kosten der Schüler*innen zu kurz kommen. Zum einen die Reflektion der gemeinsamen Ziele und zum anderen eine am gleichberechtigten Umgang ausgerichtete Förderung der Schüler*innen, die im Wesentlichen essenzielle Elemente eines inklusiven Sportunterrichts ausmachen (vgl. ebd.).
Das Phänomen der sogenannten erstbesten Lösung führt Wurzel an folgenden zwei Beispielen aus:
1. Beispiel: Ein blinder Schüler wird bei und zwischen den Übungen von einem sehenden Mitschüler an die Hand genommen und durch die Halle geführt. Dabei kommt es zu zwei ungünstigen Situationen. Zum einen, dass der sehende Mitschüler in seinen eigenen Bewegungsbedürfnissen eingeschränkt wird und nicht selbst an den Aufgaben teilnehmen kann und zum anderen die Situation, dass ungeprüft der Fall angenommen wird, dass der blinde Mitschüler Unterstützung benötigt. Somit wird dem blinden Schüler Unselbstständigkeit unterstellt, anstatt seine Selbstständigkeit im Sinne der Inklusion zu fördern. Das Vorhandensein der Orientierungsfähigkeit wird dem blinden Schülers damit abgesprochen, sodass er dieser bevormundet wird.
2. Beispiel: Wenn es um Fußball geht, kommt es häufig zu der Annahme, dass es ein Jungensport sei. Dazu schlägt die Lehrkraft im Schulsportunterricht vor, dass zuerst alle Mädchen einer Mannschaft angespielt werden müssen, um ein Tor zu schießen. Das Tor wird dann vermutlich noch von einem Jungen geschossen. Auch hier handelt es sich um eine Bevormundung, wie auch bei den Regeln, dass ein von einem Mädchen erzieltes Tor doppelt zählt oder immer zuerst die Mädchen gewählt werden sollen, um keines von ihnen bis zum Ende warten muss und übrigbleibt. Letztlich zeigt sich, dass die Methoden bevormundenden und diskriminierenden Mitleidscharakter innehaben.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Inklusion im deutschen Schulsystem ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage zur empirischen und konzeptionellen Ebene des inklusiven Sportunterrichts.
2. Inklusion: Das Kapitel definiert den Inklusionsbegriff, beleuchtet historische Entwicklungen im Bildungswesen und stellt den aktuellen Forschungsstand aus der Sicht verschiedener am Prozess beteiligter Akteure dar.
3. Inklusion im Sportunterricht und sportpädagogische Perspektiven: Hier werden die Ziele, gesetzliche Rahmenbedingungen, der spezifische Forschungsstand sowie didaktische Konzepte für den inklusiven Sportunterricht analysiert.
4. Forschungslücken: Dieses Kapitel identifiziert Rückstände und Defizite in der aktuellen Forschungslage und diskutiert notwendige Forschungsdesiderate für die Zukunft.
5. Fazit und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und ein kritischer Ausblick auf die notwendige Transformationsarbeit und den Mentalitätswandel im Bildungssystem gegeben.
Inklusion, Sportunterricht, Behinderung, Inklusionsdidaktik, Heterogenität, Sonderpädagogik, UN-Behindertenrechtskonvention, Schulentwicklung, Sportpädagogik, Lehrerprofessionalität, Partizipation, Differenzierung, Diagnostik, Barrierefreiheit, Menschenrechte.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Perspektiven auf eine inklusive Gestaltung des Sportunterrichts, vor allem im Kontext der rechtlichen und bildungspolitischen Vorgaben sowie wissenschaftlicher Erkenntnisse.
Neben dem grundlegenden Inklusionsverständnis stehen der internationale und nationale Forschungsstand, die Rolle der Lehrkräfte, die Bedeutung von förderorientierten didaktischen Konzepten sowie aktuelle Herausforderungen aus der Schulpraxis im Vordergrund.
Die Forschungsfrage widmet sich der systematischen Erschließung der Perspektiven auf einen inklusiven Sportunterricht, aufgeteilt in eine empirische und eine konzeptionelle Analyseebene.
Die Arbeit basiert auf einer literaturbasierten Analyse, welche aktuelle Forschungsbeiträge und Diskurse aus der Sportwissenschaft und Sonderpädagogik aufbereitet und synthetisiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Inklusionsbegriffs und die spezifische Anwendung auf den Sportunterricht, wobei Didaktikkonzepte, Zielvorgaben und die Rolle der verschiedenen Akteure detailliert dargestellt werden.
Die zentralen Begriffe umfassen unter anderem Inklusion, Sportunterricht, Heterogenität, Differenzierung, Sportpädagogik und Lehrerprofessionalität.
Der Autor betont, dass Sportlehrkräfte zwar den Willen zu inklusiven Settings zeigen, jedoch häufig unter unzulänglichen Rahmenbedingungen leiden und sich nach gezielten didaktischen Hilfestellungen und Ausbildungsangeboten sehnen.
Dies beschreibt das Phänomen, wenn Lehrkräfte aus Bequemlichkeit oder Zeitdruck "einfache" Lösungen wählen, die zwar kurzfristig funktionieren, aber die Schüler*innen in ihrer Selbstständigkeit einschränken oder sogar bevormundend (z.B. Mitleidseffekte) wirken können.
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