Bachelorarbeit, 2008
35 Seiten
1 Einleitung
2 Einführung in die Thematik
2.1 Der Begriff Gewalt
2.2 Gewalt im Mittelalter
2.3 Gewalt und Literatur
3 Die Gewaltakte
3.1 Totschlag Reymonds an seinem Onkel (Z. 120-214)
3.2 Verbrennung des Klosters Maillezais (Z. 1859-1932)
3.3 Tötung Horribels (Z. 2099-2262)
3.4 Die Rache der drei Schwestern (Z. 2526-2594)
3.5 Geffroys Rache am Grafen vom Forst (Z. 2708-2760)
4 Darstellung der Gewalttaten
4.1 Sprachlich
4.2 Inhaltlich
5 Verknüpfungen der Gewaltszenen
5.1 Sprachlich
5.2 Inhaltlich
6 Fazit
7 Bibliographie
Diese Arbeit untersucht die zentrale Rolle von Gewalt im deutschen Prosaroman "Melusine" von Thüring von Ringoltingen, analysiert deren Darstellung und Einbettung in die Handlung sowie die intertextuellen Verknüpfungen spezifischer Gewaltszenen innerhalb der Familie der Lusignan.
3.2 Verbrennung des Klosters Maillezais (Z 1859-1932)
Die Verbrennung des Klosters Maillezais durch Geffroy wird im Roman zweimal geschildert. Zum ersten Mal geschieht dies durch den Erzähler (Z. 1859-1932), welcher allwissend ist37, und zum zweiten Mal durch einen Boten (Zeilen 1907-1915). Für die Untersuchung der Gewalttat wird die Version des Erzählers berücksichtigt, da sie ausführlicher ausfällt. Einzig in Bezug auf die Wertung der Gewaltszene wird auch die Schilderung des Boten miteinbezogen.
Inhalt
Geffroy, der sechste Sohn von Reymond und Melusine, erfährt von einem Boten, dass sein Bruder Froymond Mönch im Kloster Maillezais geworden ist. Darüber wird er derart wütend, dass er wie ein wildes Schwein zu schäumen beginnt, weil sein Bruder in seinen Augen mit dem Eintritt ins Kloster den Ritterstand verachtet. Aus diesem Grund will er das Maillezais und alle darin lebenden Mönche vernichten. Geffroy reitet zum Kloster und bedroht die Mönche mit dem Tod. Obwohl Froymond seinem Bruder versichert, dass er dem Kloster aus freien Stücken beigetreten ist und sich dort sehr wohl fühlt, sperrt Geffroy alle Mönche ins Kloster ein und setzt es in Brand. Sämtliche Mönche kommen aufgrund von Geffroys Brandstiftung um.
1 Einleitung: Diese Einleitung verortet das Thema Gewalt in der Literatur des Mittelalters und führt in den Melusinenroman von Thüring von Ringoltingen ein, wobei die Forschungsfrage nach der Darstellung und Einbettung von Gewalt formuliert wird.
2 Einführung in die Thematik: Dieses Kapitel definiert Gewalt als physischen oder psychischen Zwang und diskutiert den historischen Kontext des Mittelalters sowie die Bedeutung von Gewalt als rotem Faden in der Literatur.
3 Die Gewaltakte: In diesem zentralen Kapitel werden fünf spezifische Gewaltszenen – vom Totschlag Reymonds bis hin zu Geffroys Rache – inhaltlich zusammengefasst, ihre Auslöser identifiziert und die direkten Folgen für die Beteiligten beleuchtet.
4 Darstellung der Gewalttaten: Dieser Abschnitt analysiert sowohl die nüchterne sprachliche Gestaltung der Szenen als auch die inhaltlichen moralischen Wertungen durch den Erzähler und die betroffenen Figuren.
5 Verknüpfungen der Gewaltszenen: Hier werden die inneren Zusammenhänge der Gewalttaten aufgedeckt, wobei insbesondere Rache, Zorn und die Kettenreaktion innerhalb der Familiengeschichte der Lusignan im Mittelpunkt stehen.
6 Fazit: Das Fazit stellt fest, dass das Werk strukturell auf Gewalt basiert und zeigt eine Entwicklung hin zur Sühne auf, die eine gewaltlosere Zukunft der Familie andeuten könnte.
7 Bibliographie: Dieses Kapitel listet alle verwendeten Primär- und Sekundärquellen auf, die zur wissenschaftlichen Untersuchung der Thematik herangezogen wurden.
Gewalt, Melusine, Thüring von Ringoltingen, Mittelalter, Rache, Zorn, Familiengeschichte, Lusignan, Literaturwissenschaft, Gewaltdarstellung, Prolepse, Schuld, Sühne, Struktur, Mittelalterliche Literatur.
Die Arbeit untersucht die Darstellung, Bedeutung und Verknüpfung von Gewalttaten innerhalb des Melusinenromans von Thüring von Ringoltingen.
Zentrale Felder sind die literarische Ästhetik von Gewalt, die mittelalterliche Gewaltauffassung, die Motivation der Akteure sowie die erzählerische Strukturierung durch Prolepsen.
Ziel ist es, die aufschlussreichen Szenen des Werks hinsichtlich ihrer Gewaltanwendung, deren Darstellung und der Einbettung in die Gesamthandlung systematisch zu analysieren.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text strukturell und inhaltlich auf Gewaltmotive untersucht und diese in den Kontext der mittelalterlichen Forschung einordnet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der fünf wichtigsten Gewaltakte, deren sprachliche und inhaltliche Darstellung sowie die Analyse ihrer gegenseitigen Verknüpfungen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Gewalt, Rache, Familiengeschichte, Lusignan, Zorn, Sühne und mittelalterliche Literatur.
Geffroy wird als die gewalttätigste Figur des Romans dargestellt, dessen Handeln den Kern der destruktiven Kettenreaktionen bildet, gegen Ende jedoch eine Entwicklung durch Reue und Sühne erfährt.
Melusine agiert sowohl als Auslöserin (durch ihr dämonisches Erbe und die Verfluchungen) als auch als moralische Instanz, die bestimmte Taten rechtfertigt oder als notwendig bewertet.
Der Autor beschreibt die Taten auffallend nüchtern und informativ, wobei die Wirkung der Szenen maßgeblich durch Vorausdeutungen (Prolepsen) verstärkt wird.
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