Bachelorarbeit, 2023
38 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Theoretischer Rahmen
2.1 Das Parfum im Kontext der Postmoderne
2.2 Zur Definition des Genie-Begriffs
2.3 Eine Annäherung an den Begriff der Identität
2.4 Die Sinne in der Literatur
3 Identität und das Selbst
3.1 Identitätsverlust durch Geruchlosigkeit
3.2 Grenouilles (Außenseiter-)Rolle im gesellschaftlichen Kontext
3.3 Schauspiel und Illusion
3.4 Züge des Animalischen: die Zeck- und Frosch-Metaphorik
4 Grenouille als olfaktorisches Genie
4.1 Grenouille als Duft-Künstler
4.2 Zur Polarität zwischen Schöpfertum und Zerstörung: ein ‚genialer‘ Mörder?
4.3 Grenouilles Scheitern und die Destruktion des Genie-Konzepts
5 Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die tragische Entwicklung des Protagonisten Jean-Baptiste Grenouille aus Patrick Süskinds Roman „Das Parfum“ unter besonderer Berücksichtigung des Geniekonzepts. Ziel der Arbeit ist es, die existenzielle Identitätsproblematik, die auf Grenouilles fehlendem Eigengeruch basiert, zu analysieren und zentrale Wendepunkte zu beleuchten, um die Frage zu klären, ob sein Bestreben, sich künstlich eine Identität zu erschaffen, von Beginn an zum Scheitern verurteilt war.
1 Einleitung
Ihm war, als würde er zum zweiten Mal geboren, nein, nicht zum zweiten, zum ersten Mal, denn bisher hatte er bloß animalisch existiert in höchst nebulöser Kenntnis seiner selbst. Mit dem heutigen Tag aber schien ihm, als wisse er endlich, wer er wirklich sei: nämlich nichts anderes als ein Genie; und daß sein Leben Sinn und Zweck und Ziel und höhere Bestimmung habe: nämlich keine geringere, als die Welt der Düfte zu revolutionieren. (DP 54)
Diese Gedanken beschäftigen den von Euphorie erfüllten Jean-Baptiste Grenouille im Anschluss an seinen ersten Mord an einem jungen Mädchen und veranschaulichen einen ersten Schlüsselmoment in der Entwicklung von Süskinds Protagonisten. Dieser erkennt an dieser Stelle sein vermeintlich wahres Wesen, wird jedoch im weiteren Verlauf damit konfrontiert, dass es sich dabei um eine Illusion handelt. Infolge der Erkenntnis über sein geruchloses – und folglich auch liebloses – Wesen, das einen Gegensatz zu seiner genialen olfaktorischen Begabung bildet, beginnt die Suche nach seiner Identität, und somit die Suche nach dem Selbst.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Identitätsproblematik von Jean-Baptiste Grenouille ein und formuliert das Ziel der Arbeit, seine Entwicklung als „olfaktorisches Genie“ kritisch zu untersuchen.
2 Theoretischer Rahmen: Das Kapitel bietet eine theoretische Fundierung durch die Einordnung des Romans in die Postmoderne, eine Definition des Geniebegriffs sowie eine Erläuterung von Identität und der literarischen Bedeutung der Sinne.
3 Identität und das Selbst: Hier wird der Identitätsverlust durch Geruchlosigkeit analysiert, Grenouilles Rolle als Außenseiter beleuchtet und der Einsatz von Schauspiel, Illusion sowie animalischen Metaphern detailliert betrachtet.
4 Grenouille als olfaktorisches Genie: In diesem Teil wird Grenouille als Duft-Künstler thematisiert und das Spannungsfeld zwischen genialem Schöpfungsakt und mörderischer Destruktion sowie sein letztendliches Scheitern diskutiert.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert, dass Grenouilles Bemühungen um eine künstliche Identität und soziale Integration zwangsläufig zum Scheitern führen müssen, da diese auf einer flüchtigen Maskerade basieren.
Jean-Baptiste Grenouille, Das Parfum, Patrick Süskind, Geniekonzept, Identität, Geruchssinn, Postmoderne, Außenseiter, Animalismus, Künstlertum, olfaktorische Wahrnehmung, Schöpfertum, Destruktion, Selbstfindung, Manipulation.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der tragischen Entwicklung von Jean-Baptiste Grenouille im Roman „Das Parfum“ und analysiert seine Identitätskrise als geruchloses Individuum.
Die zentralen Themen umfassen Identitätssuche, das Geniekonzept, die Dialektik zwischen Schöpferkraft und mörderischer Zerstörung sowie die Rolle der Sinne in der Literatur.
Das Ziel ist es, die Entwicklung Grenouilles zu untersuchen und die Frage zu klären, warum sein künstlich erzeugter Identitätsentwurf von vornherein zum Scheitern verurteilt war.
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen und eine theoretische Aufarbeitung basierend auf philosophischen, soziologischen und literaturwissenschaftlichen Diskursen.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen, die Identitätsentwicklung des Protagonisten, seine Rolle in der Gesellschaft sowie sein Wirken als „olfaktorisches Genie“.
Wichtige Begriffe sind Grenouille, Identität, Genie, Geruchssinn, Postmoderne, Maskerade und das Motiv des Animalischen.
Da Geruch für die zwischenmenschliche Identifikation essenziell ist, führt Grenouilles Geruchlosigkeit zu einem existenziellen „Nichts“ und zwingt ihn zur permanenten Flucht in künstliche Duftmasken.
Die Zeckenmetaphorik verdeutlicht seine extreme Anspruchslosigkeit, Widerstandsfähigkeit und seine parasitäre Lebensweise, durch die er sich von der Zerstörung anderer nährt.
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