Diplomarbeit, 2008
71 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1 Was ist Diskriminierung?
1.1 Definition von Diskriminierung
1.2 Rolle von Vorurteilen und Stereotypen
1.3 Strategien zum Abbau von Vorurteilen
2 Sexuelle Orientierung
2.1 Konzeptuelle Erfassung von Homosexualität
2.2 Studien zur Situation von Lesben und Schwulen in der Arbeitswelt
2.2.1 Grenzgänge – Schwule und Lesben in der Arbeitswelt
2.2.2 Out im Office
2.3 Zwischenfazit
3 Antidiskriminierungspolitik
3.1 Das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
3.1.1 Europarechtliche Hintergünde
3.1.2 Arbeitsrechtliche vs. zivilrechtliche Regelungen
3.1.3 Kritik am AGG
3.2 Diversity Management
3.2.1 Monokulturelle vs multikulturelle Organisationen
3.2.2 Umsetzung und Dimensionen des DiM
3.2.3 Betriebswirtschaftlicher vs. ideeller Nutzen
4 Beispiele zur Umsetzung von DiM
4.1 Bewertung der Maßnahmen
4.2 Diversity @ Ford
4.3 Bewertung der Selbstdarstellung
5 Kritische Anmerkungen
5.1 Möglichkeiten und Grenzen von Diversity Management
5.2 Fokus auf die sexuelle Orientierung
Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die aktuelle Antidiskriminierungspolitik in Deutschland – konkret das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) auf rechtlicher und Diversity Management auf organisatorischer Ebene – geeignet ist, Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Orientierung am Arbeitsplatz entgegenzuwirken.
1.2 Rolle von Vorurteilen und Stereotypen
In der Alltagssprache werden Vorurteil und Stereotyp nahezu synonym gebraucht, obwohl sie in der wissenschaftlichen Erörterung klar voneinander abgegrenzt werden und ihre unterschiedlichen Komponenten herausgestellt werden können. Kein Mensch ist vorurteilsfrei und frei von Stereotypen, denn diese kognitiven Stützen entlasten die Psyche und erfüllen damit wichtige Funktionen. Sie entstehen bereits relativ früh im Rahmen der Sozialisation.
Die sozialpsychologische Vorurteilsforschung befasst sich mit der Entwicklung und Entstehung von Vorurteilen und Stereotypen. Die disziplinär übergeordnete Einstellungsforschung hingegen untersucht grundlegend Meinungen und Einstellungen und das Konzept der Einstellung stellt das theoretische Gerüst zur Analyse von Vorurteilen und Stereotypen dar.
„Eine Einstellung ist ein mentaler und neuraler Bereitschaftszustand, der durch die Erfahrung strukturiert ist und einen steuernden oder dynamischen Einfluß auf die Reaktionen eines Individuums gegenüber allen Objekten und Situationen hat, mit denen dieses Individuum eine Beziehung eingeht.“
Alternativ wird unter einer Einstellung auch die relativ stabile Tendenz von Menschen verstanden, auf bestimmte Objekte mit ganz bestimmten Wahrnehmungen, Meinungen, Vorstellungen, Gefühlen und Verhalten zu reagieren. Das heißt Menschen die Homosexuelle nicht mögen, werden bei einem weiteren Zusammentreffen mit einer homosexuellen Person die gleichen negativen Assoziationen haben. Vorurteile und Stereotype basieren auf diesem Schema und daran zeigt sich die Konstanz beziehungsweise die Schwierigkeit beim Abbau von eben diesen.
Einleitung: Die Einleitung erläutert die rechtliche und gesellschaftliche Verbesserung der Situation von Lesben und Schwulen, führt das AGG ein und stellt die zentrale Forschungsfrage zur Wirksamkeit der Antidiskriminierungspolitik.
1 Was ist Diskriminierung?: Dieses Kapitel definiert Diskriminierung, erläutert psychologische Mechanismen von Vorurteilen und Stereotypen sowie deren Entstehung und die Rolle der Stigmatheorie.
2 Sexuelle Orientierung: Hier werden Begrifflichkeiten geklärt, identitätstheoretische Perspektiven beleuchtet und Studien zur realen Arbeitssituation von Lesben und Schwulen ausgewertet.
3 Antidiskriminierungspolitik: Dieses Kapitel analysiert das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz sowie das Managementkonzept Diversity Management auf theoretischer Ebene.
4 Beispiele zur Umsetzung von DiM: Hier wird die Praxis des Diversity Managements anhand von Beispielen, insbesondere der detaillierten Fallstudie zu Ford, untersucht.
5 Kritische Anmerkungen: Dieses Kapitel hinterfragt die Möglichkeiten und Grenzen von Diversity Management, vergleicht es mit anderen Konzepten und fokussiert spezifisch auf die sexuelle Orientierung.
Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Notwendigkeit ganzheitlicher Ansätze und mahnt einen gesellschaftlichen Wertewandel an.
Diskriminierung, Antidiskriminierungspolitik, AGG, Diversity Management, Homosexualität, sexuelle Orientierung, Vorurteile, Stereotype, Stigmatisierung, Arbeitswelt, Unternehmenskultur, Vielfalt, Chancengleichheit, Ford-Werke, Minderheiten
Die Arbeit befasst sich mit der Diskriminierung von Lesben und Schwulen in der deutschen Arbeitswelt und untersucht, wie rechtliche Rahmenbedingungen und organisatorische Diversity-Konzepte dem entgegenwirken können.
Im Zentrum stehen die Konzepte Diskriminierung, sexuelle Orientierung, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und Diversity Management (DiM) als Instrument der Unternehmenskultur.
Es soll geklärt werden, ob und wie die aktuelle Antidiskriminierungspolitik – bestehend aus dem AGG und Diversity Management – effektiv in der Lage ist, Diskriminierungen der sexuellen Orientierung am Arbeitsplatz zu reduzieren.
Die Arbeit ist als theoretische Analyse angelegt, die soziologische und psychologische Erklärungsansätze (z.B. Stigmatheorie) mit der Auswertung vorhandener empirischer Studien und der Analyse von Unternehmensdarstellungen kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Diskriminierung, die Auseinandersetzung mit sexueller Orientierung, eine detaillierte Analyse der Antidiskriminierungspolitik, die Anwendung von Diversity Management in der Praxis am Fallbeispiel Ford sowie eine kritische Reflektion der Ansätze.
Die zentralen Begriffe sind Diskriminierung, Antidiskriminierungspolitik, AGG, Diversity Management, sexuelle Orientierung, Vorurteile und Unternehmenskultur.
Beide Gruppen sind gleichermaßen von Diskriminierungen am Arbeitsplatz betroffen, wobei die Ähnlichkeit der Diskriminierungsstrukturen darauf hindeutet, dass die Homosexualität an sich der entscheidende Faktor für die Benachteiligung ist.
Ford dient als Fallbeispiel für die praktische Umsetzung von Diversity Management, wobei analysiert wird, wie der Autohersteller das Thema durch diverse Mitarbeitergruppen und Programme als Pfeiler seiner Unternehmenskultur integriert hat.
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