Bachelorarbeit, 2017
39 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Die maghrebinische Erzähltradition
2.1 Die Entwicklung der maghrebinischen Literatur in französischer Sprache
2.2 Fiktion oder Realität? – Romaninhalte und Autorenbiographien im Vergleich
3 Die Darstellung des Identitätskonflikts maghrebinischer Migranten in Frankreich
3.1 Was ist Identität? – Zur Definition eines vielschichtigen Begriffs
3.2 Identitätskonflikte in der maghrebinischen Literatur
3.3 Der Wechsel von Erzählperspektiven zur Illustration des inneren Konflikts?
3.4 Die Migrationsmotive in den vorliegenden Werken
3.5 Kulturelle Unterschiede im französischen Alltag
3.5.1 Französisch, Arabisch oder Berberisch? – Zum Sprachgebrauch der Protagonisten
3.5.2 Religiosität = Identität?
3.5.3 Die Bedeutung nationaler Traditionen
3.5.4 Maghrebinische vs. französische Mentalität
3.6 Die Rückkehr ins Heimatland
3.6.1 Die Gefühle bei der Rückkehr
3.6.2 Die Wahrnehmung des Heimatlandes
3.7 Das Gefühl der Fremdheit
4 Schlussbetrachtung
5 Bibliographie
Diese Arbeit untersucht die Darstellung von Identitätskonflikten bei maghrebinischen Migranten in Frankreich anhand ausgewählter Romane. Ziel ist es, zu analysieren, wie die Protagonisten mit den Herausforderungen des Lebens zwischen verschiedenen Kulturen umgehen, welche Rolle ihre Ursprungsidentität spielt und inwiefern der Identitätskonflikt bei einer Rückkehr in das Heimatland bewältigt werden kann.
3.1 Was ist Identität? – Zur Definition eines vielschichtigen Begriffs
Bevor jedoch auf die Frage nach der Darstellung und des Ausmaßes des Identitätskonflikts in den ausgewählten Romanen eingegangen werden kann, wird in diesem Kapitel zunächst der Begriff Identität näher beleuchtet. Da Identität ein vielschichtiger Begriff ist, der keine präzise und einheitliche Definition aufweist, soll er erst auf Basis verschiedener soziologischer, pädagogischer und psychologischer Fachliteratur untersucht werden.
Etymologisch gesehen stammt der Begriff Identität aus dem Lateinischen, von identitas, was so viel wie (Wesens-)Einheit bedeutet, „die Übereinstimmung einer Person, eines sozialen Gebildes, einer kulturellen Objektivation oder einer bestimmten Naturgegebenheit mit [...] sich selbst.“55 Laut dem amerikanischen Psychoanalytiker Eric H. Erikson, der durch sein Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung bekannt wurde, wird Identität [...] durch Interaktion mit anderen und im Kontext der eigenen Kultur gebildet. Sie umfasst u.a. verschiedene Bereiche der Selbstwahrnehmung wie bspw. Geschlecht, Gruppenzugehörigkeiten, persönliche Eigenschaften (Persönlichkeitsmerkmal) oder eigene Kompetenzen (Kompetenz), wird während der gesamten Entwicklung gebildet und ist somit als ein Prozess zu verstehen, der lebenslang dauert [...].56
Im Allgemeinen bezieht sich der Begriff eher auf das Individuum, das einzigartig ist und sich auf eine bestimmte Art und Weise von anderen Menschen unterscheidet. Für das Individuum ist es deshalb sehr wichtig, sich seiner persönlichen Identität bewusst zu sein: „Insofern thematisiert der Begriff das fundamentale Streben des Menschen nach Einheitlichkeit und Unverwechselbarkeit der eigenen Person (Individualität), sein Streben nach Selbsterkenntnis und Selbstgestaltung.“57 Neben der personalen Identität gibt es jedoch auch noch die Möglichkeit der kollektiven Identität, die sich meist auf kulturelle Gemeinsamkeiten stützt. Die französische Definition des Petit Roberts aus dem Jahr 2016 lautet diesbezüglich folgendermaßen: „Identité culturelle : ensemble de traits culturels propres à un groupe ethnique (langue, religion, art, et.) qui lui confèrent son individualité ; sentiment d'appartenance d'un individu à ce groupe.“58 Es ist also auch möglich, seine eigene Identität über eine bestimmte ethnische Gruppe, der man angehört, zu definieren.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der postkolonialen Identitätskonflikte in der maghrebinischen Literatur ein und definiert die methodische Auswahl der drei analysierten Romane.
2 Die maghrebinische Erzähltradition: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die frankophone Literatur aus dem Maghreb und ordnet die ausgewählten Autoren in ihren zeitgeschichtlichen Kontext ein.
3 Die Darstellung des Identitätskonflikts maghrebinischer Migranten in Frankreich: Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Facetten von Identitätskonflikten unter Berücksichtigung von Sprache, Religion, Tradition und Mentalität bei den Protagonisten.
4 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Migration und die Rückkehr ins Heimatland bei den untersuchten Migranten oft zu einem Gefühl der Heimatlosigkeit führen.
5 Bibliographie: Das Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie der herangezogenen Internetseiten.
Maghreb, Frankreich, Migration, Identität, Identitätskonflikt, Identitätskrise, frankophone Literatur, Postkolonialismus, Rückkehr, Exil, Zerrissenheit, Heimat, Religion, Sprache, Diaspora
Die Arbeit untersucht das Gefühl der inneren Zerrissenheit und Identitätskonflikte bei maghrebinischen Migranten, die nach Frankreich emigriert sind und später in ihre Heimatländer zurückkehren.
Die zentralen Themenfelder umfassen die soziokulturelle Bedeutung von Sprache, Religion, nationalen Traditionen und die spezifische Mentalität der Protagonisten in Bezug auf ihr Exil und ihre Herkunft.
Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie der Identitätskonflikt durch die Migration verursacht wird und ob eine Rückkehr ins Heimatland diesen Konflikt auflösen kann.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die unter anderem erzähltheoretische Ansätze (wie z.B. Fokalisierung nach Genette) und soziologische Fachliteratur zur Definition von Identität heranzieht.
Im Hauptteil werden die Kategorien Sprache, Religion, Tradition und Mentalität vergleichend an drei ausgewählten Romanen von Tahar Ben Jelloun, Assia Djebar und Malika Mokeddem analysiert.
Zu den Schlüsselwörtern gehören Migration, Identitätskonflikt, Exil, Diaspora, Frankophonie, Heimat und kulturelle Hybridität.
Die Rückkehr führt bei den Protagonisten oft zur Erkenntnis, dass sie sowohl in Frankreich als auch in ihrer alten Heimat keine feste Identität mehr finden können, was zu einem Gefühl der Fremdheit führt.
Die Unterschiede ergeben sich vor allem aus dem Bildungsgrad, der religiösen Bindung und der Dauer des Aufenthalts in Frankreich, was bei Mohamed zu einem Festhalten an konservativen Traditionen und bei den anderen zu einer stärkeren kulturellen Anpassung führt.
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