Masterarbeit, 2022
81 Seiten, Note: 1,5
1) Einleitung
1.1) Forschungsstand
2. Theoretische Grundlagen von Verschwörungstheorien
2.1) Fiktion und Wirklichkeit: Reale Verschwörungen vs. Verschwörungstheorien.
2.2) Geschichte der Verschwörungstheorien
2.3) Reinalter Theorie
2.4) Theorie Michael Butter
2.5) Psychologie der Verschwörung
2.5.1) Verschwörungen und Menschliche Bedürfnisse
2.5.2) Verschwörung ein Gesellschaftliches Thema?
2.6) Zusammenfassung und Arbeitsbegriff:
3) Verschwörungen während und nach der Französischen Revolution
3.1) Die Französische Revolution - Ein Überblick
3.2) Illuminaten und Freimaurer
3.3) Medialisierung als Katalysator der Verschwörungstheorie
3.4) Eudämonia, Deutsches Volksglück. Ein Journal für Freunde von Wahrheit und Recht und Johann August Starck
3.5) Verschwörungstheorien von Abbé Augustin Barruel
3.6) Kennzeichen der Verschwörung
4) Trump und die Erstürmung des Kapitols in Washington D.C.
4.1) Die Präsidentschaft Donald Trumps und der Deep State
4.2) Beteiligte an der Erstürmung des Kapitols
4.3) Soziale Medien, Fake News, gefühlte Wirklichkeiten und Desinformationen
4.4) Verschwörungen in der Präsidentschaft Donald Trumps
5) Vergleich
5.1.1) Katalysatoren, Betroffene, psychologische Aspekte
5.1.2) Die Verschwörer und ihre Pläne
5.1.3) Strukturen der Verschwörung
6.) Fazit
Die Arbeit untersucht, ob Verschwörungstheorien im Kontext historischer Umbrüche wie der Französischen Revolution und politischer Ereignisse wie dem Sturm auf das Kapitol in Washington D.C. strukturelle Gemeinsamkeiten aufweisen und welche überzeitlichen Faktoren deren Entstehung begünstigen.
Fiktion und Wirklichkeit: Reale Verschwörungen vs. Verschwörungstheorien
Im Amerikanischen Recht ist eine Conspiracy ein Zusammenschluss zu einer Straftat zum Nachteil dritter, dieser ist aus der Mittätertheorie des Mordes entstanden. Auch im deutschen Gesetzbuch gab es bis in das Jahr 1968 hinein einen „Geheimbündelei“-Paragraphen, der sich mit Verschwörungen befasste und 1851 eingeführt wurde. Speziell dieses Gesetz wurde im Zuge der erstarkenden Freimaurerbewegung in Europa eingeführt und sollte Geheimbünde verfolgbar machen. Heute werden stattdessen die Bildung krimineller Vereinigungen oder auch die versuchte Beteiligung zur Begehung eines Verbrechens verfolgt und haben den „Geheimbündelei“-Paragraphen somit ersetzt.
Doch was unterscheidet eine Verschwörungstheorie von einer Verschwörung? Die erste Unterscheidung lässt sich auf der Begriffsebene mit dem Zusatz „Theorie“ feststellen. Eine Theorie ist eine These, die weder verifiziert noch falsifiziert wurde. Oftmals wird dieser Begriff im wissenschaftlichen Rahmen genutzt und beschreibt einen Prozess, der mit der Suche nach Wahrheit beginnt, welcher aber auf Grundlage von Indizien beginnt. Nachdem man seine These zu den vorgefundenen Gegebenheiten formuliert hat, beginnt man damit, die These wissenschaftlich zu überprüfen und zu analysieren, ob die Ergebnisse die These bestätigen oder ob sie diese widerlegen. Der Beginn des Verifizierungs- bzw. Falsifizierungsprozesses zumindest würde auch für Verschwörungstheorien gelten, denn Verschwörungstheoretiker*innen gehen zuerst ebenfalls Indizien nach, welche zu bestimmten Theorien führen, nur sind die Theorien selten belegbar. Zwar können Teilaspekte einer Verschwörungstheorie durchaus wahr sein oder wahr werden, jedoch ist dies für die gesamte Verschwörungstheorie eher unwahrscheinlich. Hier scheitert die Theorie an ihren Ansprüchen. Durch das ständige Wachstum und auch die stets neu gefundener Aspekte unter dem Credo „alles ist miteinander verbunden“ können Verschwörungstheorien sich in unterschiedlichste Richtungen entwickeln und werden so auch immer schwerer in Gänze belegbar. Michael Butter argumentiert, dass es noch keine Verschwörungstheorie gab, die sich im Nachhinein als wahr herausgestellt hätte.
1) Einleitung: Stellt das Phänomen Verschwörungstheorien als gesellschaftlich relevantes Thema vor und leitet zur Forschungsfrage über, die Ereignisse der Französischen Revolution und der Erstürmung des Kapitols vergleicht.
2. Theoretische Grundlagen von Verschwörungstheorien: Definiert Verschwörungstheorien, grenzt sie von realen Verschwörungen ab und beleuchtet psychologische sowie soziale Mechanismen, die den Glauben daran begünstigen.
3) Verschwörungen während und nach der Französischen Revolution: Untersucht historische Verschwörungsnarrative um Illuminaten und Freimaurer, die im Zuge der Französischen Revolution entstanden, und analysiert deren Verbreitung durch zeitgenössische Publizistik.
4) Trump und die Erstürmung des Kapitols in Washington D.C.: Analysiert die Entstehung moderner Verschwörungsmythen rund um Donald Trump, den "Deep State" und die Rolle sozialer Medien während der Erstürmung des Kapitols.
5) Vergleich: Stellt beide historischen Ereignisse gegenüber, um Gemeinsamkeiten in der Struktur, den psychologischen Katalysatoren und den Motiven der Verschwörer zu identifizieren.
6.) Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Verschwörungstheorien in Krisenzeiten als Instrument zur Komplexitätsreduktion und Feindbildkonstruktion dienen.
Verschwörungstheorien, Französische Revolution, Donald Trump, Kapitol, Deep State, Illuminaten, Freimaurer, Populismus, Medienrevolution, Psychologie, Gesellschaft, Radikalisierung, Feindbild, QAnon, Politische Kommunikation
Die Arbeit analysiert die Struktur und Funktion von Verschwörungstheorien anhand von zwei geschichtlichen Fallbeispielen: der Zeit der Französischen Revolution und der Präsidentschaft Donald Trumps, gipfelnd in der Erstürmung des Kapitols.
Zentrale Felder sind die historische Entwicklung von Verschwörungstheorien, die psychologische Erklärbarkeit von Verschwörungsglauben, der Einfluss von Medien auf deren Verbreitung sowie der gesellschaftliche Umgang mit solchen Mythen.
Das primäre Ziel ist es, Gemeinsamkeiten zwischen historischen Verschwörungsmythen und modernen, im Internet verbreiteten Theorien zu finden, um deren Entstehung und Funktion in Krisenzeiten wissenschaftlich zu fundieren.
Es handelt sich um einen komparativen (vergleichenden) Ansatz, der auf der Analyse von Literaturquellen, zeitgenössischen Schriften sowie aktuellen medienpsychologischen Erkenntnissen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Mythen der Französischen Revolution, eine Untersuchung der Geschehnisse in den USA während der Trump-Ära und einen abschließenden direkten Vergleich.
Schlüsselwörter sind insbesondere Verschwörungstheorien, Deep State, Illuminaten, Medienrevolution, Krisenzeiten, Feindbildkonstruktion und psychologische Mechanismen.
Die Arbeit nutzt wissenschaftliche Definitionen, um zu zeigen, dass reale Verschwörungen meist kurzfristige, auf einen Umsturz ausgerichtete Interventionen kleiner Gruppen sind, während Verschwörungstheorien als irrationale, ideologische Welterklärungsmodelle fungieren.
Die Pandemie wird als aktueller Katalysator identifiziert, der bestehende Ängste verstärkte und somit den Nährboden für die Verbreitung der QAnon-Theorie und die Radikalisierung von Anhängern im Zuge des Kapitol-Sturms bildete.
Er dient als Beispiel für eine moderne Form der System-Verschwörungstheorie, die von Donald Trump instrumentalisiert wurde, um staatliche Institutionen zu delegitimieren und Gegner als Teil eines geheimen Komplotts zu zeichnen.
Der Autor schließt, dass Verschwörungstheorien eine reale Gefahr für Demokratien darstellen und fordert daher eine Stärkung des offenen Diskurses sowie Investitionen in Aussteigerprogramme, um der Radikalisierung entgegenzuwirken.
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