Bachelorarbeit, 2022
43 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung und Aufbau der Arbeit
2. Überblick über die zu untersuchenden Zertifikate
2.1 Funktionsweise von Diskontzertifikaten
2.2 Funktionsweise von Barrier-Diskontzertifikaten
3. Bewertung von Diskontzertifikaten und Barrier-Diskontzertifikaten
3.1 Bestandteile der untersuchten strukturierten Finanzprodukte
3.2 Wertermittlung anhand von Evaluation by Duplication
4. Sensitivitätsanalyse
4.1 Delta: Kursänderung des Underlyings
4.2 Theta: Veränderung der Restlaufzeit
4.3 Gamma: Veränderung des Delta
4.4 Vega: Veränderung der Volatilität
4.5 Rho: Veränderung des risikofreien Zinssatzes
5. Barrier-Diskontzertifikate als Anlage für private Investoren
6. Fazit
Die Arbeit untersucht Funktionsweise, Bewertung und Sensitivitäten von Diskont- und Barrier-Diskontzertifikaten, um deren Eignung als Anlageinstrument für private Investoren zu bewerten und ein tieferes Verständnis für die Preisfindung durch Replikation zu schaffen.
2.2 Funktionsweise von Barrier-Diskontzertifikaten
Die Barrier-Diskontzertifikate sind eine Weiterentwicklung der Diskontzertifikate und stellen eine Mischung aus Diskontzertifikat und Bonus-Zertifikat dar. Durch ihr komplexes Rückzahlungsprofil und ihre Pfadabhängigkeit gehören sie zur Kategorie der exotischen Optionen. Ein Barrier-Diskontzertifikat verbrieft dem Anleger gegenüber dem Emittenten das Recht auf Zahlung eines festgelegten Höchstbetrages, sofern der Kurs des Underlyings während der gesamten Laufzeit immer über oder unter einer sogenannten Barrier notiert. Taleb (1996) definiert eine solche Barrier als ein Preisniveau im Markt, auch „Trigger“ genannt“, welches, wenn getroffen, das Auszahlungsprofil der Option ändert. Wenn der Kurs des Underlyings innerhalb der Laufzeit diese Schwelle unterschreitet oder berührt, wandelt sich das Barrier-Diskontzertifikat in ein gewöhnliches Diskontzertifikat um. Hierdurch erhält der Anleger dann bei Fälligkeit eine festgelegte Anzahl Aktien mit dem entsprechenden Wert als Tilgungsleistung und nicht mehr den Höchstbetrag, ungeachtet des weiteren Kursverlaufs. Sollte der Kurs des Underlyings über die gesamte Laufzeit die Schwelle nicht unterschreiten oder berühren, so erhält der Anleger eine höhere Rückzahlung als bei einem „normalen“ Diskontzertifikat (vgl. Abb. 4). Es wird eine Rendite erzielt, welche sich aus der Differenz des aktuellen Kurses des Underlyings zum fixierten Höchstwert ergibt.
1. Einleitung und Aufbau der Arbeit: Einführung in die wachsende Bedeutung strukturierter Finanzprodukte in Deutschland und Darlegung der Themenfelder der Arbeit.
2. Überblick über die zu untersuchenden Zertifikate: Erklärung der Funktionsweise sowie der Auszahlungsprofile von Diskontzertifikaten und deren Weiterentwicklung zu Barrier-Diskontzertifikaten.
3. Bewertung von Diskontzertifikaten und Barrier-Diskontzertifikaten: Detaillierte Darstellung der Replikation als Elementarinstrumente und der Preisfindung mittels der „Evaluation by Duplication“-Methode.
4. Sensitivitätsanalyse: Untersuchung der sogenannten „Greeks“ (Delta, Theta, Gamma, Vega, Rho) zur Ermittlung der Risiken und der Reaktion der Produktwerte auf verschiedene Marktvariablen.
5. Barrier-Diskontzertifikate als Anlage für private Investoren: Kritische Diskussion der Eignung für Privatanleger, beleuchtet durch Risikofaktoren wie Komplexität und institutionelle Preisvorteile.
6. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Ergebnisse und Empfehlung zum Einsatz dieser Finanzprodukte unter Berücksichtigung der individuellen Investorenerfahrung.
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Die Arbeit analysiert die Funktionsweise, die faire Bewertung und das Risikoprofil von Diskont- und Barrier-Diskontzertifikaten im Vergleich zu klassischen Anlageformen.
Im Zentrum stehen die Struktur dieser Produkte, ihre Replikation aus Standard-Finanzinstrumenten sowie die Auswirkungen von Marktschwankungen auf ihren Wert.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Preisfindung dieser Instrumente zu vermitteln und zu klären, unter welchen Bedingungen sie eine sinnvolle Anlage für Privatanleger darstellen.
Die Autor verwendet das Prinzip der „Evaluation by Duplication“, bei dem die Zertifikate in ihre Bestandteile zerlegt und mittels Black-Scholes-Modell bewertet werden, ergänzt durch eine Sensitivitätsanalyse in Excel.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Funktionsweisen und die praktische Sensitivitätsanalyse, in der detailliert geprüft wird, wie Änderungen von Kursen, Laufzeiten und Volatilitäten den Wert beeinflussen.
Schlüsselbegriffe sind Diskonzertifikate, Barrier-Optionen, Preiskontrolle durch Replikation sowie die Risikokennzahlen (Greeks) wie Delta, Theta und Vega.
Ein Barrier-Diskontzertifikat verfügt über eine zusätzliche Schwelle (Barrier). Wird diese berührt, verliert das Produkt seinen speziellen Status und wandelt sich in eine normale Struktur um, was zusätzliche Pfadabhängigkeiten schafft.
Sie ermöglicht es, den theoretisch fairen Preis komplexer Produkte exakt zu bestimmen, indem man sie als Kombination aus (Zero-)Bonds und Optionen (z. B. Down-and-In Puts) nachbildet.
Aufgrund der hohen Komplexität und der bei Privatanlegern oft beobachteten Fehlentscheidungen (Dispositions-Effekt) sowie möglicher ungünstiger Pricing-Strukturen der Emittenten sind diese Produkte eher für erfahrene Investoren geeignet.
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