Masterarbeit, 2021
84 Seiten, Note: 1,0
I Die Prüferwahl als Weichensteller – Problemstellung, Zielsetzung und Gang der Arbeit
II Grundlagenteil
1 Begriffsabgrenzungen
1.1 Funktionen und Ziel der Prüfung
1.2 Prüfungsqualität
1.3 Prüferwahl und Prüferwechsel
2 Prüferwahl im Kontext der Theorie
2.1 Prinzipal-Agenten-Theorie
2.1.1 Allgemeine Merkmale
2.1.2 Anwendung im Kontext der Prüferwahl
2.1.3 Signalling-Theorie
2.2 Quasirentenmodell
2.2.1 Das Grundmodell
2.2.2 Erweiterung des Modells um Nichtprüfungsleistungen
3 Prüfermarkt in Deutschland
3.1 Überblick Branchenstruktur
3.2 Ursachen der Marktkonzentration
III Analyse der Prüferwahl durch Unternehmen
1 Überblick
2 Einflussfaktoren bei der Prüferwahl
2.1 Prüfungshonorar
2.2 Eigentümerstruktur
2.3 Finanz- und Ertragslage und nichteinwandfreies Testat
2.4 Nichtprüfungsleistungen
2.5 Reputation
2.6 Sonstige Gründe
3 Status quo: gesetzliche Regelungen zur Prüferwahl in Deutschland
3.1 Kompetenzverteilung bei der Prüferbestellung
3.2 Regulatorische Neuregelungen und ihre Auswirkungen
3.2.1 EU-Reform der Abschlussprüfung
3.2.2 Gesetz zur Stärkung der Finanzmarktintegrität
3.2.3 Wesentliche Regulierungsinhalte
3.2.3.1 Externe Rotationspflicht
3.2.3.2 Verfahren zur Abschlussprüferwahl
3.2.3.3 Prüfungsausschuss
3.2.3.4 Nichtprüfungsleistungen
4 Quo vadis: mögliche Perspektiven der Prüferwahl
4.1 Gemeinschaftsprüfungen und Mandatsdauer
4.2 Prüfungsausschuss und Prüferbestellung
4.3 Weitere Perspektiven
IV Der Weg als Ziel – Zusammenfassung und Fazit
Die Arbeit untersucht das Gefüge der Prüferwahl durch Unternehmen in Deutschland, um wesentliche Wirkungszusammenhänge zwischen regulatorischen Maßnahmen und dem übergeordneten Ziel der Stärkung der Prüfungsqualität zu identifizieren.
2.1.2 Anwendung im Kontext der Prüferwahl
Zur Anwendung der PAT im Kontext der Prüferwahl dient die Beziehung zwischen dem Eigentümer (z. B. Aktionär) als Prinzipal und dem Manager des Unternehmens (z. B. Vorstand) als Agent als Ausgangspunkt.50 Der Manager bekommt von dem Eigentümer die Unternehmensleitung bzw. entsprechende Entscheidungsbefugnisse delegiert. Der angenommene Interessenskonflikt kann sich z. B. daraus ergeben, dass der Eigentümer an einer langfristigen Gewinnmaximierung interessiert ist, während der Manager eine eher kurz-/mittelfristige Gewinnmaximierung (Zeit seines Amtes) bei gegebenem Arbeitseinsatz anstrebt.51 Da der Eigentümer nicht im täglichen Geschäft involviert ist, liegen ihm weder vollständige Informationen über relevante Sachverhalte vor noch kann er die Handlungen des Managements vollständig beobachten.52 Es resultiert ein zeitlicher, qualitativer und/oder quantitativer Informationsvorsprung, den der Manager zu seinem individuellen Vorteil ausnutzen kann.53 Diese grundsätzliche Problematik der Informationsasymmetrie kann z. B. durch Wissenstransfer in Form von Berichtspflichten entschärft werden. Der Jahresabschluss und Lagebericht eines Unternehmens stellen wichtige Informationsinstrumente dar, durch die der Eigentümer relevante Informationen sichten und beurteilen kann.54 Rechnungslegungsnormen tragen zu einer realitätsgetreuen Leistungs- und Ergebnisdarstellung des Agenten bei und normieren den Informationsfluss bis zu einem gewissen Grad, während Wahlrechte und bilanzpolitische Ermessensspielräume das Informationsgefälle wiederum bestärken.55
Der Manager hat die Möglichkeit, auf rechnungslegungsrelevante Größen Einfluss zu nehmen und so die zu veröffentlichenden Informationen gewissermaßen zu steuern. Er kann etwa bei einer kritischen wirtschaftlichen Lage des Unternehmens geneigt sein, das Unternehmen finanziell deutlich besser darzustellen, um z. B. Kapitalgeber zu behalten oder zu werben. Neben den zulässigen bilanziellen Gestaltungsmöglichkeiten besteht die Gefahr der illegalen Bilanzmanipulation.56 Die Rechnungslegung allein reicht daher nicht zwingend aus, um die Informationsasymmetrie und damit die Agency-Kosten des Eigentümers in ausreichendem Maße zu senken.
I Die Prüferwahl als Weichensteller – Problemstellung, Zielsetzung und Gang der Arbeit: Das Kapitel führt in das Thema ein, erläutert die Bedeutung der Abschlussprüfung für die Finanzmarktstabilität und definiert das Ziel, Wirkungszusammenhänge zwischen Prüferwahl und Regulatorik aufzuzeigen.
II Grundlagenteil: Hier werden theoretische Grundlagen wie die Prinzipal-Agenten-Theorie und das Quasirentenmodell sowie der Status quo der Branchenstruktur des deutschen Prüfermarktes dargestellt.
III Analyse der Prüferwahl durch Unternehmen: Dieses Kapitel analysiert spezifische Einflussfaktoren wie Prüfungshonorar und Eigentümerstruktur sowie die Auswirkungen aktueller gesetzlicher Regelungen auf die Prüferwahl.
IV Der Weg als Ziel – Zusammenfassung und Fazit: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung im Kontext der Zielsetzung und diskutiert die zukünftige Bedeutung regulatorischer Überwachung für die Prüfungsqualität.
Prüferwahl, Wirtschaftsprüfung, Prüfungsqualität, Prinzipal-Agenten-Theorie, Quasirentenmodell, Prüfungshonorar, Eigentümerstruktur, EU-Abschlussprüfungsreform, FISG, externe Rotationspflicht, Nichtprüfungsleistungen, Überwachung, Reputation, Marktkonzentration, Corporate Governance.
Die Arbeit untersucht das Zusammenspiel zwischen der Auswahl des Abschlussprüfers durch Unternehmen und den geltenden regulatorischen Rahmenbedingungen in Deutschland, insbesondere unter dem Ziel der Sicherung einer hohen Prüfungsqualität.
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Erklärungsansätzen für die Prüfungsnachfrage, der Rolle von Einflussfaktoren bei der Mandatsvergabe und der kritischen Analyse aktueller Gesetze wie dem FISG.
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie regulatorische Maßnahmen die Prüferwahl beeinflussen und inwiefern diese Interaktionen zur Stärkung der Prüfungsqualität und zum Vertrauen der Öffentlichkeit beitragen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse ausgewählter Theorien sowie der Auswertung empirischer Studien und gesetzlicher Regelungen zur deutschen Prüfungspraxis.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse einzelner Einflussfaktoren auf die Prüferentscheidung sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit regulatorischen Neuregelungen.
Wesentliche Begriffe sind Agency-Kosten, Prüferrotationspflicht, Informationsasymmetrie, Reputation und die Rolle von Prüfungsausschüssen.
Das FISG verschärft insbesondere die Unabhängigkeitsvorgaben, verpflichtet deutsche Unternehmen von öffentlichem Interesse zur Bildung von Prüfungsausschüssen und schränkt Spielräume bei der Beauftragung von Nichtprüfungsleistungen ein.
Die Eigentümerstruktur bestimmt das Agency-Konfliktpotenzial; je nach Anteil externer Investoren oder Stimmrechtskonzentration variiert das Bedürfnis nach einer externen, glaubwürdigen Überwachung durch einen renommierten Abschlussprüfer.
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