Masterarbeit, 2022
114 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung und Relevanzbegründung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Misogynie
2.1.1 Eine Definition der Misogynie
2.1.2 Facetten von Misogynie in gegenwärtigen Diskursen
2.1.3 Misogynie in digitalen Kommunikationsräumen
2.1.4 Misogyne Rollenbilder in gesellschaftlichen Milieus
2.2 Die Querdenker-Bewegung
2.2.1 Entstehung und Entwicklung der Protestbewegung
2.2.2 Zusammensetzung der Bewegung: Querdenken als Bindeglied zwischen diversen Milieus
2.2.3 Querdenker:innen und Frauenfeindlichkeit?
2.3 Die Rolle der Plattform Telegram in der Querdenker-Bewegung
2.4 Ziel der Forschungsarbeit
3. Methodik
3.1 Begründung der methodischen Vorgehensweise und Gütekriterien
3.2 Auswahl der Stichprobe
3.3 Operationalisierung
3.4 Durchführung der qualitativen Inhaltsanalyse
3.5 Ethische Reflexion der Studie
4. Ergebnisse
4.1 Die Darstellung von Misogynie in der Querdenker-Szene: Aufwertung und Abwertung
4.2 Hintergründe der kommunizierten Misogynie: Ursprung und Kontext
4.3 Gewalt gegen Frauen: unzulässig oder legitimiert
4.4 Frauen und Berufstätigkeit: Politikerin oder nichts
4.5 Das Idealbild der Frau als Partnerin und Mutter
4.6 Die (Un-)Gleichberechtigung von Frau und Mann
5. Diskussion
5.1 Interpretation und Einordnung in den Forschungsstand
5.2 Limitationen und mögliche Anschlussstudien
6. Ausblick
7. Literaturverzeichnis
8. Anhang
8.1 Kategoriensystem
8.2 Kodierleitfaden
Diese Masterarbeit untersucht die Verbreitung und Ausprägung von misogynen Frauenbildern innerhalb der deutschen Querdenker-Bewegung auf Telegram. Das primäre Ziel ist es, die in dieser heterogenen Bewegung kursierenden frauenfeindlichen Narrative empirisch zu erfassen und zu analysieren, um so eine Lücke im aktuellen wissenschaftlichen Wissensstand zu schließen.
Die Darstellung von Misogynie in der Querdenker-Szene: Aufwertung und Abwertung
Als ersten Punkt kann festgehalten werden, dass sich in den Telegram-Chats der Querdenker-Bewegung tatsächlich misogyne Frauenbilder verbreiten. Die Nutzer:innen kommunizieren Frauenfeindlichkeit in zahlreichen Facetten, die in den folgenden Kapiteln näher beleuchtet werden. Zunächst widme ich mich der Frage, in welchen Formen Misogynie grundsätzlich in den Telegram-Chats der Querdenker:innen auftritt. Misogyne Überzeugungen werden in den Beiträgen sowohl über eine Aufwertung als auch eine Abwertung von Frauen vermittelt. Direkte Angriffe auf Frauen kommen jedoch nur in bestimmten Fällen vor. Eine offensichtliche Abwertung des gesamten weiblichen Geschlechts findet nicht statt, extreme Beleidigungen richten sich aber an einzelne, spezifisch benannte Frauen (B_20, B_27, B_36, B_57). Diese werden in den Chats mitunter als „Schlampe“ (B_34), „Abschaum“ (B_35), „arrogante, dumme Pharmahure“ (B_38) oder „Fotze“ (B_39, B_41) bezeichnet. Weiter verbreitet in den Telegram-Chats ist eine eher subtile Abwertung einzelner Frauen oder Typen von Frauen.
Nutzer:innen äußern sarkastische Kommentare (B_17, B_32, B_65) oder Spott (B_22, B_34, B_53) über Eigenschaften, Meinungen oder Verhaltensweisen von Frauen und setzen diese damit herab. Auch vermeintlich humorvolle Bemerkungen (B_25, B_30, B_36, B_44) oder Memes (B_23, B_42, B_50) werden genutzt, um frauenfeindliche Überzeugungen zu übermitteln. Der Humor, der innerhalb der Telegram-Chats der Querdenker:innen verwendet wird, wirkt zwar bei oberflächlicher Betrachtung harmlos, ist im Kern aber boshaft oder höhnisch und demonstriert eine erkennbare Abneigung der Verfasser:innen gegenüber bestimmten Frauen oder Frauentypen. Eine weitere Form der subtilen Abwertung von Frauen ist das Äußern von Kritik unter Einbezug einer externen Quelle. In diesen Fällen kritisieren Kommunikator:innen Frauen nicht direkt selbst, sondern zitieren kritische Aussagen, die tatsächlich (B_16, B_33) oder nur dem Anschein nach (B_28) von einer anderen Person getätigt wurden.
1. Einleitung und Relevanzbegründung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Misogynie ein und begründet die Relevanz der Untersuchung von frauenfeindlichen Inhalten innerhalb der Querdenker-Bewegung auf Telegram.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erörtert das Phänomen Misogynie, die Entstehung der Querdenker-Bewegung sowie deren Nutzung der Plattform Telegram als Kommunikationsraum für radikale Inhalte.
3. Methodik: Das Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der qualitativen Inhaltsanalyse, das Sampling der Telegram-Kanäle, die Operationalisierung der Misogynie sowie eine ethische Reflexion zum verdeckten Vorgehen bei der Datenerhebung.
4. Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen die differenzierte Darstellung von Frauen in der Szene, von der Abwertung bis hin zu einer idealisierenden Aufwertung, und thematisieren Gewalt gegen Frauen sowie das Idealbild von Partnerin und Mutter.
5. Diskussion: Das Kapitel diskutiert die gewonnenen Erkenntnisse im Kontext des bestehenden Forschungsstandes und reflektiert die Limitationen der explorativen Studie.
6. Ausblick: Der Ausblick betont die Notwendigkeit weiterer Forschung zur Bekämpfung von Misogynie und unterstreicht die psychische Belastung für Forschende in diesem Themenfeld.
Misogynie, Frauenfeindlichkeit, Querdenker-Bewegung, Telegram, Qualitative Inhaltsanalyse, Patriarchat, Antifeminismus, Rollenbilder, Verschwörungsdenken, Esoterik, Gender, Online-Kommunikation, Gewalt gegen Frauen, Rechtsradikalismus, Victim Blaming.
Die Arbeit untersucht, wie frauenfeindliche Frauenbilder in den Telegram-Kanälen der Querdenker-Bewegung kommuniziert und verbreitet werden.
Zu den zentralen Themen gehören patriarchale Rollenbilder, Gewalt gegen Frauen, das Idealbild der Frau als Mutter und Partnerin sowie die Verschränkung von Misogynie mit esoterischen und rechtsextremen Ideologien.
Das Ziel ist es, empirische Erkenntnisse über frauenfeindliche Tendenzen in einer bisher kaum untersuchten Protestbewegung zu gewinnen und die Mechanismen hinter diesen Aussagen offenzulegen.
Es handelt sich um eine qualitative Inhaltsanalyse von ausgewählten Telegram-Nachrichten, wobei ein deduktiv-induktiv gebildetes Kategoriensystem zum Einsatz kommt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Misogynie-Begriffs und der Querdenker-Szenen sowie eine detaillierte Auswertung der erhobenen Chat-Daten hinsichtlich der Kommunikation von Misogynie.
Sie wird durch Begriffe wie Misogynie, digitale Kommunikation, Querdenken, Geschlechterkonstruktionen und qualitative Inhaltsanalyse charakterisiert.
Telegram fungiert als zentraler, kaum moderierter Kommunikationsraum, der Anonymität bietet und den Austausch von radikalen, insbesondere verschwörungstheoretischen und frauenfeindlichen Inhalten ermöglicht.
Die Bewegung nutzt ein System von „gut“ (nach patriarchalen Maßstäben konforme, idealisierte) und „schlecht“ (emanzipierte, feministische oder politisch gegnerische) Frauenbildern, um weibliches Verhalten zu kontrollieren und zu sanktionieren.
In diesem Kontext wird die Unterordnung der Frau oft mit einer „naturbelassenen“ Ordnung oder göttlichen Vorbestimmung begründet, was Frauen einerseits idealisiert, andererseits in ihrer Handlungsfreiheit stark einschränkt.
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