Examensarbeit, 2009
54 Seiten
1. Einleitung
2. Grundlagen und Fragen der internationalen Heil- und Sonderpädagogik als methodologische Basis der deskriptiven und komparativen Analyse
2.1 Begriffliche Dimensionen
2.2 Bezug zu anderen Wissenschaften
2.3 Merkmalsbereiche der int. Heil- und Sonderpädagogik
2.3.1 unmittelbare Merkmale
2.3.1.1 Personenkreis
2.3.1.2 Methoden
2.3.1.3 Personal
2.3.1.4 Institutionen
2.3.2 mittelbare Merkmale
2.4 Ziele und Aufgabenschwerpunkte der internationalen Heil- und Sonderpädagogik
2.4.1 Beitrag zur Erkenntniserweiterung
2.4.2 Politik- und Praxisberatung
2.4.3 Internationale Verständigung
2.5 Probleme internationaler Heil- und Sonderpädagogik
2.6 Perspektiven der int. Heil- und Sonderpädagogik
3. Kontextdimensionen und Strukturen des Bildungssystems in der Schweiz
3.1 Grundlegende Informationen zur Schweiz und ausgewählte Kontexte
3.2 Bildungswesen in der Schweiz
3.2.1 Generelle Aspekte
3.2.2 Das 3- Säulen- Modell
4. Strukturen der Bildung und Förderung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf
4.1 Geschichte der Schweizer Heilpädagogik
4.1.1 Historische und terminologische Entwicklung der europäischen Heil- und Sonderpädagogik
4.1.2 Spezifische Historik der Schweizer Heilpädagogik
4.2 Rechtliche Grundlagen
4.2.1 Die Invalidenversicherung
4.2.2 Der Neue Finanzausgleich (NFA)
4.2.2.1 Zweck, Mittel und Ziele der NFA
4.2.2.2 Interkantonale Vereinbarung über Zusammenarbeit im Bereich der Sonderpädagogik
4.3 Konzeption der Integration
4.3.1 Wie integriert sind Menschen mit Behinderungen in der Schweiz?
4.3.2 ‚Inclusive Education’ – Ein Modell für die Schweiz?
4.4 Entwicklungen und Perspektiven sonderpädagogischer Förderung
4.4.1 Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren
4.4.2 Das WASA- Projekt
5. Komparative Überlegungen zur sonderpädagogischen Förderung in der Schweiz und in Deutschland anhand ausgewählter Vergleichsmerkmale
5.1 Personenkreis
5.2 Institutionen – Stellenwert der Integration
5.3 Bildung
5.4 Sonderpädagogik allgemein
5.5 Bevölkerung
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Strukturen der Bildung und Förderung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in der Schweiz, analysiert deren aktuellen Wandel und vergleicht sie mit den Gegebenheiten in Deutschland, um Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen.
2.3.1.1 Personenkreis
Mit dem Personenkreis ist die Zielpopulation der Sonderpädagogik gemeint. Diese sind Menschen mit Behinderungen. Es wird hinterfragt, wie sie erfasst werden, wie sie sich charakterisieren lassen und welche gesellschaftlich soziale Position sie haben (Buerli 1997, S.20). Die Klientel zeigt eine erhöhte individuelle Bedürfnisorientierung. Die Zielperson muss eigenständig in ihrer Individualität erfasst und ihr muss ferner ein Bildungsrecht zugestanden werden.
Der jeweilige besondere Förderbedarf der Zielpopulation der Sonderpädagogik soll erkannt werden und dementsprechend der jeweiligen Person zukommen. Zusätzlich stellt sich bei dem Merkmal des Personenkreises die Frage, wie sich die quantitative Entwicklung darstellt. Es gilt also zu untersuchen, ob es zu einer Ab- bzw. Zunahme bezüglich der Anzahl von Menschen mit sonderpädagogischem Förderbedarf kommt, ebenso wie die Frage der Klassengröße (im Sinne einer individuellen Förderung) sehr relevant ist (ebd, S.25). Ferner bedeutsam ist die Frage nach qualitativen Aspekten der Zielpopulation. Hierbei stellt sich z.B. die Frage, ob die Klientel sich multikulturell zusammensetzt, welche Aufgaben daraus resultieren. Eine weitere Frage ist die des Einbezugs Schwerstbehinderter in den Personenkreis, wie auch das Problemfeld älterer bzw. arbeitsloser Menschen mit Behinderungen. Von besonderer Bedeutung ist ferner die Position, die das Individuum in der Gesellschaft einnimmt- ob es etwa sozial integriert ist, oder doch eher ausgegrenzt lebt.
Die Frage nach Partnerschaften von Menschen mit besonderem Förderbedarf kann ebenfalls eine durchaus berechtigte wie wichtige Frage sein.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Ziel der Arbeit, die Strukturen der sonderpädagogischen Bildung in der Schweiz zu analysieren und deren Wandel sowie Zukunftsperspektiven aufzuzeigen.
2. Grundlagen und Fragen der internationalen Heil- und Sonderpädagogik als methodologische Basis der deskriptiven und komparativen Analyse: Dieses Kapitel klärt die wissenschaftlichen Begriffe und Ansätze nach Alois Buerli, die als Basis für den internationalen Vergleich dienen.
3. Kontextdimensionen und Strukturen des Bildungssystems in der Schweiz: Hier werden die Rahmenbedingungen der Schweiz, das Bildungssystem und das 3-Säulen-Modell als Grundlage für sonderpädagogische Fragestellungen dargestellt.
4. Strukturen der Bildung und Förderung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf: Das Herzstück der Arbeit befasst sich mit der Historie, den rechtlichen Grundlagen wie NFA und Invalidenversicherung sowie aktuellen Integrationskonzepten und Entwicklungsprojekten.
5. Komparative Überlegungen zur sonderpädagogischen Förderung in der Schweiz und in Deutschland anhand ausgewählter Vergleichsmerkmale: Dieses Kapitel führt einen direkten Vergleich der sonderpädagogischen Systeme beider Länder anhand definierter Merkmale wie Personenkreis, Institutionen und Bildung durch.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet den positiven Wandel und die Reformbemühungen im schweizerischen Bildungswesen.
Sonderpädagogik, Heilpädagogik, Schweiz, Integration, Inklusion, Bildungssystem, Sonderpädagogischer Förderbedarf, HarmoS, NFA, Internationale Sonderpädagogik, Behinderung, Schulentwicklung, Chancengerechtigkeit, Bildungsstandards, multiprofessionelle Teams.
Die Arbeit analysiert die Strukturen und aktuellen Veränderungsprozesse der sonderpädagogischen Bildung in der Schweiz sowie deren theoretische und rechtliche Einbettung.
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Heilpädagogik, die gesetzlichen Rahmenbedingungen, Integrationskonzepte, Schulentwicklungsprojekte wie das WASA-Projekt sowie einen Vergleich mit Deutschland.
Das primäre Ziel ist es, den aktuellen Wandel und die Dynamik der schweizerischen Bildungslandschaft für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf darzulegen und zukünftige Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen.
Die Arbeit stützt sich auf den Ansatz der internationalen Heil- und Sonderpädagogik nach Alois Buerli, um deskriptive und komparative Analysen durchzuführen.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodologische Grundlegung, die Kontexte des Schweizer Bildungswesens, eine tiefgehende Analyse der Strukturen und rechtlichen Grundlagen der Förderung sowie einen komparativen Vergleich zu Deutschland.
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Sonderpädagogik, Integration, Inklusion, Schweizer Bildungswesen, NFA, HarmoS und interdisziplinäre Zusammenarbeit geprägt.
Der NFA hat eine Aufgabenentflechtung zwischen Kantonen und Bund bewirkt und das Sonderpädagogik-Konkordat eingeleitet, welches den sonderpädagogischen Bereich unter den Bildungsauftrag der Volksschule stellt.
Das WASA-Projekt dient als wichtige empirische Grundlage, die aufzeigt, dass politische Zielvorgaben und multiprofessionelle Teamarbeit entscheidende Faktoren für eine gelungene Integration sind.
Aufgrund von Reformen wie HarmoS und der Ablösung der Invalidenversicherung durch kantonale Regelungen (NFA) befindet sich die Schweiz in einer Phase der Harmonisierung und strukturellen Neuausrichtung.
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