Diplomarbeit, 2009
98 Seiten, Note: 1,0
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
EINLEITUNG
L-S-PROBLEM IM SPANNUNGSFELD PHILOSOPHIE – NEUROBIOLOGIE
Aktualität des Leib-Seele-Problems
In wessen Kompetenzbereich fällt das Leib-Seele-Problem
Die Aufgabe der Philosophie – Was ist die Aufgabe der Neurobiologie
DAS LEIB-SEELE-PROBLEM
Wo sind die grundlegenden Probleme?
Kulturelle Vorraussetzungen für das Leib-Seele-Problem
DUALISMUS
Substanzdualismus
Eigenschaftsdualismus
Kritikpunkte am Dualismus
MATERIALISMUS
Reduktionistischer Physikalismus
Nichtreduktionistischer Physikalismus
Kritik am Materialismus
ALLGEMEINE THEORIEN ZUM GEIST-KÖRPER-ZUSAMMENHANG
Die Theorie der Supervenienz
Die Vorteile der Supervenienz in der Neurophilosophie
Die Theorie der Emergenz
Schwache Emergenz
Starke Emergenz
Emergenz im Bereich kognitiver Neurowissenschaften
SINGERS KONZEPT DER GEISTENTSTEHUNG
Evolution und Aufbau des Gehirns
Die Organisation der Ebene des Nervensystems
Wie wird Mentales im Gehirn repräsentiert?
Von Repräsentationen zum Bewusstsein
Metarepräsentation
Nutzen der Metarepräsentation
Ich-Erfahrung und Selbstkonzept
Frühkindliche Ontogenese
Gene und Gelerntes
Die Ebene des Geistes
KRITISCHER TEIL
Grundlegende kritische Betrachtung der Emergenztheorie
Kritische Analyse der Verwendung der Emergenztheorie bei Singer
Wie versteht Singer Emergenz?
FEHLER UND UNZULÄNGLICHKEITEN IN DER BEGRIFFSSPRACHE
Naturalistische Fehlschlüsse und Hermeneutische Projektionen
Begriffliche Fehler
Begriffliche Fehler vermeiden
ÜBERGANG VON ERSTER-PERSON ZU DRITTER-PERSON
Brückentheorien
Erste-Person versus Dritte-Person
Erklärungslückenproblematik
Wie versteht Singer das Phänomen des subjektiven Erlebens?
Das „Innere Auge“
Das Selbst als Soziales Konstrukt
Sozial vermittelte Phänomenale Gegenstände
KONKLUSIO
Was wurde geklärt?
Welche Fragen bleiben offen?
Abschließende Worte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der neurobiologischen Erklärung von Bewusstsein. Im Zentrum steht dabei die Auseinandersetzung mit dem Leib-Seele-Problem im interdisziplinären Spannungsfeld zwischen Philosophie und Neurowissenschaft, wobei kritisch hinterfragt wird, ob und wie moderne kognitive Neurowissenschaften, insbesondere am Beispiel von Wolf Singer, das subjektive Erleben ohne ontologische Brüche erklären können.
Die Frage der Philosophie – Was ist die Aufgabe der Neurobiologie?
Im Zuge dieses Streits stellt die Philosophie die Kompetenz der Neurobiologie in Frage, dass diese etwas entdecken könnte, was das psychophysische Problem ein für alle Mal lösen würde. „In der Philosophie des Geistes wird nicht zuletzt beklagt, dass neurowissenschaftliche Auseinandersetzungen mit dem Mentalen dazu neigen, die Komplexität und Vielfalt des Bewusstseins auszublenden und durch stark vereinfachte Modelle zu ersetzen. Die phänomenale Armut in den Neurowissenschaften gehe weit über das Maß hinaus, das die unabdingbaren Reduktionen wissenschaftlicher Forschung erfordern.“
Die Philosophie empfindet die neurobiologischen Konzepte von Geistigem und Bewusstsein oftmals als reduktiv und eliminativ, in dem Sinne, dass die Neurowissenschaften die für sie unangenehmen Teile des Bewusstseins, wie seine Subjektivität und Erste-Person-Ontologie auslassen, wodurch sie eine nur mangelhafte Erklärung des Leib-Seele-Problems liefern können. Die Neurowissenschaften arbeiteten in ihrem Gebiet der messbaren neuronalen Aktivitäten, indem sie auch alle Phänomene aus der Beobachter-Perspektive analysieren. Die neurobiologischen Erkenntnisse können Auskünfte geben über die Lokalisation neuronaler Aktivitäten, doch sie verfügen nicht über eine adäquate Erklärung, wie diese Aktivitäten mit Erlebnissen von Personen zusammenhängen, und wie aus dem Neuronenfeuer Gedanken, Gefühle, Erinnerungen, eine Innenperspektive, usw. entstehen kann.
EINLEITUNG: Darstellung des Leib-Seele-Konflikts und der Zielsetzung der Arbeit, die Problematik anhand der Thesen von Wolf Singer kritisch zu beleuchten.
L-S-PROBLEM IM SPANNUNGSFELD PHILOSOPHIE – NEUROBIOLOGIE: Untersuchung des Machtkampfes und der Kompetenzverteilung zwischen philosophischer Begriffsanalyse und neurobiologischer Empirie.
DAS LEIB-SEELE-PROBLEM: Analyse der grundlegenden Unvereinbarkeit zwischen mentalem und physischem Geschehen sowie der kulturellen Verankerung dieses Problems.
DUALISMUS: Überblick über historische und moderne dualistische Positionen sowie deren Schwachstellen in der heutigen Wissenschaft.
MATERIALISMUS: Darstellung monistischer Ansätze und der Herausforderungen für materialistische Erklärungen geistiger Phänomene.
ALLGEMEINE THEORIEN ZUM GEIST-KÖRPER-ZUSAMMENHANG: Einführung in die Theorien der Supervenienz und Emergenz als Lösungsansätze für den Zusammenhang ontologisch verschiedener Ebenen.
SINGERS KONZEPT DER GEISTENTSTEHUNG: Detaillierte Betrachtung von Wolf Singers Ansatz, der auf Evolution, Selbstorganisation und Iteration basiert.
KRITISCHER TEIL: Philosophische Reflexion und kritische Analyse der Emergenztheorie sowie der Fehlannahmen innerhalb neurobiologischer Begriffskonstrukte.
FEHLER UND UNZULÄNGLICHKEITEN IN DER BEGRIFFSSPRACHE: Auseinandersetzung mit dem Kategorienfehler der Übertragung subjektiver Eigenschaften auf das Gehirn.
ÜBERGANG VON ERSTER-PERSON ZU DRITTER-PERSON: Untersuchung der Problematik, wie der Perspektivenwechsel zwischen subjektivem Erleben und objektiver Beobachtung methodisch zu überbrücken ist.
KONKLUSIO: Abschließende Zusammenfassung der wissenschaftlichen Einordnung des Bewusstseins als biologisches Phänomen und der offenen Fragen.
Leib-Seele-Problem, Neurobiologie, Philosophie des Geistes, Bewusstsein, Emergenz, Supervenienz, Wolf Singer, Metarepräsentation, Erste-Person-Ontologie, Physikalismus, Selbstorganisation, Iteration, Subjektivität, Reduktionismus, Brückentheorien.
Die Arbeit untersucht das sogenannte Leib-Seele-Problem im aktuellen Spannungsfeld zwischen der Philosophie und der Neurobiologie und analysiert, wie diese Disziplinen bei der Erklärung des Bewusstseins interagieren.
Zentral sind die Analyse des menschlichen Bewusstseins, die Frage nach dem Verhältnis von mentalen Zuständen zu neuronalen Prozessen sowie die kritische Auseinandersetzung mit reduktionistischen und emergenten Erklärungsansätzen.
Ziel ist es, das Konzept des Neurobiologen Wolf Singer kritisch zu beleuchten und aufzuzeigen, wo innerhalb neurobiologischer Erklärungsmodelle begriffliche Fehler entstehen, insbesondere bei dem Versuch, subjektives Erleben objektiv messbar zu machen.
Die Arbeit basiert primär auf einer philosophischen Begriffs- und Theorieanalyse sowie einer kritischen Auseinandersetzung mit neurobiologischen Forschungsergebnissen und deren Interpretation im Kontext der Philosophie des Geistes.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung von Theorien wie Emergenz und Supervenienz, der Anwendung dieser Theorien auf Wolf Singers Konzept der Geistentstehung sowie einer kritischen Analyse der dabei auftretenden begrifflichen Unzulänglichkeiten.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Leib-Seele-Problem, Emergenz, Physikalismus, Erste-Person-Ontologie und Metarepräsentation.
Die Erste-Person-Perspektive ist entscheidend, da der Autor hervorhebt, dass diese eine subjektive Qualität besitzt, die sich prinzipiell der objektiven „Dritte-Person-Perspektive“ der empirischen Wissenschaften entzieht.
Der Autor kritisiert den Begriff als vage Metapher, die zur hermeneutischen Projektion verleitet, da Singer dem Gehirn damit Eigenschaften zuschreibt, die eigentlich nur einem Subjekt zukommen können.
Es verdeutlicht die Schwierigkeit, wie das Gehirn aus verteilten neuronalen Aktivitäten eine einheitliche, kohärente Repräsentation eines Wahrnehmungsobjekts erzeugt, was Singer durch Synchronisation der neuronalen Entladungen zu erklären versucht.
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