Examensarbeit, 2008
71 Seiten, Note: 2
Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
I. EINLEITUNG
II. DIE GESCHICHTE DER BEFREIUNGSKRIEGE
1. DER URSPRUNG DER BEFREIUNGSKRIEGE
2. DER VERLAUF DER BEFREIUNGSKRIEGE
2.1. Die Konvention von Tauroggen
2.2. Der Frühjahrsfeldzug 1813: die Schlachten bei Großgörschen und Bautzen
2.3. Der Herbstfeldzug 1813: die Schlachten bei Großbeeren, Dresden, Dennewitz und Leipzig
2.4. Die Rheinüberquerung 1814
2.5. Die endgültige Niederlage Napoleons: die Schlacht bei Waterloo
3. DIE FOLGEN DER NAPOLEONISCHEN NIEDERLAGE
4. DIE BEDEUTUNG DER VÖLKERSCHLACHT 1813
III. ERSTE DENKMALE IN DER ZEIT DES DEUTSCHEN BUNDES
1. EINZELDENKMALE
1.1. Das Schwarzenbergdenkmal 1838
1.2. Das Poniatowskidenkmal 1814
1.3. Das Fricciusdenkmal 1863
1.4. Das Kugeldenkmal Milchinsel 1845
2. DER VEREIN ZUR FEIER DES 19. OKTOBERS 1813
2.1. Das Denkmal am Monarchenhügel 1847
2.2. Das Kugeldenkmal von Möckern 1850
2.3. Das Denkmal am Galgenberg 1852
2.4. Das Denkmal am Wachtberg 1854
2.5. Das Denkmal am Kolmberg 1856
2.6. Der Napoleonstein 1857
2.7. Das Denkmal zur Sprengung der Elsterbrücke 1863
3. DIE APELSTEINE
3.1. Der Apelstein Nr. 38 König Karl Johann von Schweden
3.2. Der Apelstein Nr. 40 Captain Bogue
3.3. Der Apelstein Nr. 37 Dombrowski
3.4. Der Apelstein Nr. 22 Gyulai
4. ÜBERRESTE
IV. DIE DENKMALKULTUR IN DER KAISERZEIT
1. DIE ERINNERUNG AN KARL THEODOR KÖRNER
2. DAS VÖLKERSCHLACHTDENKMAL 1913
3. DIE ÖSTERREICHERDENKMALE 1913
4. DIE RUSSISCHE KIRCHE 1913
5. DIE JAHRHUNDERTSTEINE 1913
V. DIE DENKMALKULTUR IM DEUTSCHEN REICH 1934-1945
VI. DIE DENKMALKULTUR NACH 1945
1. DAS RUSSISCH-PREUßISCHE DENKMAL 1988
2. DIE LEIPZIGER STRAßENNAMEN
VII. RESÜMEE: VOM KULT ZUR KULISSE?
Die wissenschaftliche Arbeit untersucht das Gedenken an die Befreiungskriege im öffentlichen Raum von Leipzig und seiner Umgebung durch die Analyse von Denkmalen und Sachzeugen. Ziel ist es, die Erinnerungskultur chronologisch aufzuarbeiten und zu hinterfragen, wie verschiedene Epochen das Geschichtsbewusstsein durch Denkmale konstruiert und tradiert haben.
2.1. Die Konvention von Tauroggen
Das preußische Hilfskorps unter dem Befehl General Yorcks wurde auf dem Rückzug aus Russland von den französischen Verbänden abgeschnitten. In dieser aussichtslosen Lage verhandelte Yorck eigenmächtig mit dem russischen General Diebitzsch über einen Waffenstillstand, der in der Konvention von Tauroggen vom 30. Dezember 1812 das preußische Hilfskorps neutralisierte. „Und so zog sich diese Unterhandlung eine geraume Zeit hin und her, bis es denn endlich demselben gelang, sich insofern mit dem General von Yorck zu einigen, dass dieser heute, einen Seitenmarsch rechts mit der Armee machend, dieselbe nach Tauroggen führen und daselbst bis zum Eingang der Befehle des Königs neutral verbleiben sollte.(…)Schriftlich wurde die Konvention erst späterhin, am 30., in der Mühle zu Poscherun abgeschlossen.“
II. DIE GESCHICHTE DER BEFREIUNGSKRIEGE: Ein Überblick über die Ursprünge, die militärischen Feldzüge und die entscheidende Völkerschlacht bei Leipzig bis hin zum Wiener Kongress.
III. ERSTE DENKMALE IN DER ZEIT DES DEUTSCHEN BUNDES: Analyse der frühen Gedenkformen wie Einzeldenkmale, des Vereins zur Feier des 19. Oktobers, der Apelsteine und anderer physischer Überreste.
IV. DIE DENKMALKULTUR IN DER KAISERZEIT: Darstellung der Denkmalswelle 1913, insbesondere das Völkerschlachtdenkmal, Österreicherdenkmale und die Russische Kirche im Kontext nationaler Einheit.
V. DIE DENKMALKULTUR IM DEUTSCHEN REICH 1934-1945: Betrachtung der Instrumentalisierung des Gedenkens und der Umgestaltung von Erinnerungsorten in der Zeit des Nationalsozialismus.
VI. DIE DENKMALKULTUR NACH 1945: Untersuchung der DDR-Erinnerungskultur, die ideologisch geprägte Auseinandersetzung mit der Geschichte und die Rolle von Straßennamen als Erinnerungsmedium.
VII. RESÜMEE: VOM KULT ZUR KULISSE?: Fazit über den Wandel des kollektiven Gedächtnisses und die Transformation der Gedenkorte von historischer Bedeutung hin zu neuen touristischen oder erinnerungskulturellen Funktionen.
Befreiungskriege, Völkerschlacht bei Leipzig, Denkmal, Erinnerungskultur, Gedenken, Apelsteine, Völkerschlachtdenkmal, Napoleon Bonaparte, Geschichtsbewusstsein, Nationalismus, Historische Sachzeugen, Sachsen, Preußen, Straßennamen, Erinnerungsfragmente.
Die Arbeit untersucht, wie in Leipzig und Umgebung durch Denkmale und andere Sachzeugen im öffentlichen Raum an die Befreiungskriege gegen Napoleon erinnert wurde und wie sich diese Erinnerungskultur über verschiedene Epochen hinweg gewandelt hat.
Zu den zentralen Themen zählen die Geschichte der Befreiungskriege, die Chronologie der Denkmalsetzungen (von den frühen Einzeldenkmalen bis zur Zeit nach 1945) sowie die Rolle von Straßennamen und Denkmalskonzepten wie den Apelsteinen für das kollektive Gedächtnis.
Das Ziel ist es, die „Denkmalsschichten“ Leipzigs chronologisch zu untersuchen, um aufzuzeigen, wie politisch-ideologische Strömungen die Wahrnehmung und Interpretation der Völkerschlacht beeinflusst haben.
Die Autorin wählt einen chronologischen Ansatz und analysiert Sachzeugen im öffentlichen Raum, wobei sie Historiographie und gesellschaftliche Sozialisationsinstanzen als Grundlage für die Deutung des kulturellen Gedächtnisses heranzieht.
Der Hauptteil gliedert sich in die militärgeschichtlichen Grundlagen der Befreiungskriege, die detaillierte Vorstellung der Denkmalschichten des 19. Jahrhunderts, der Kaiserzeit, des Dritten Reiches sowie die Entwicklung der Erinnerungskultur nach 1945.
Die wichtigsten Schlagworte sind Befreiungskriege, Völkerschlacht, Denkmal, Erinnerungskultur, Apelsteine und Geschichtsbewusstsein.
Die Apelsteine stellen ein umfassendes Denkmalkonzept dar, das den Versuch unternimmt, Schlachtkonstellationen präzise vor Ort zu visualisieren und so eine physische Rekonstruktion des historischen Geschehens zu ermöglichen.
Die Autorin schließt Grabmäler und Friedhöfe aus, da diese aufgrund ihrer Lage hinter hohen Mauern der alltäglichen Begegnung zwischen Mensch und Denkmal entzogen sind und somit nicht dieselbe „Raumwirkung“ im öffentlichen Raum entfalten können.
Während in der Kaiserzeit das Gedenken stark national-patriotisch ausgerichtet war, diente die Erinnerung in der DDR der Legitimation des eigenen Staates, oft unter Betonung der deutsch-sowjetischen Waffenbrüderschaft und unter ideologischer Umdeutung der historischen Ereignisse.
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