Diplomarbeit, 2006
69 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Verhaltenstheoretische Grundlagen der Markenpolitik
2.1 Die Marke als Gedächtnisstruktur
2.1.1 Der Begriff der „Marke“
2.1.2 Semantische Netzwerke und Markenschemata
2.2 Merkmale von Markenschemata
2.2.1 Die Einstellung
2.2.2 Markenimage und Markenbekanntheit
3. Co-Branding
3.1 Grundlagen der Markenpolitik
3.1.1 Erscheinungsformen und Nutzen von Marken
3.1.2 Die Markenpolitik und ihre Ziele
3.2 Der Begriff des Co-Brandings
3.2.1 Markenkombinationen als Markenstrategie
3.2.2 Begriffsabgrenzung und Definition
3.3 Wirkung und Chancen des Co-Brandings
3.3.1 Die Interaktion von Gedächtnisstrukturen
3.3.2 Chancen durch das Co-Brand
3.3.3 Chancen für die Einzelmarken
4. Die Wirkung des Co-Brandings
4.1 Ansätze zur Erklärung der Co-Branding-Effekte
4.1.1 Persönlichkeits- und Sozialtheorien
4.1.2 Ansätze zum Vorwärtstransfer
4.1.2.1 Einstellungstheoretischer Ansatz
4.1.2.2 Kognitiver Ansatz
4.1.3 Ansätze zum Rückwärtstransfer
4.1.3.1 Einstellungstheoretischer Ansatz
4.1.3.2 Kognitiver Ansatz
4.2 Erfolgsfaktoren des Co-Brandings
4.2.1 Das Co-Brand als Wirkungsebene
4.2.1.1 Markenstärke und Einstellungstransfer
4.2.1.2 Der Fit
4.2.1.3 Die Wirkung des Marketing-Mixes
4.2.1.4 Persönlichkeits- und Sozialfaktoren
4.2.2 Die Einzelmarken als Wirkungsebene
4.3 Risiken des Co-Brandings
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit analysiert die verhaltenstheoretischen Wirkmechanismen von Co-Branding, insbesondere im Hinblick auf die Einstellungsbildung und den Imagetransfer bei Konsumenten. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie die Wissensstrukturen einzelner Marken im Gedächtnis des Konsumenten interagieren, wenn diese in einer Markenallianz kombiniert werden, und welche Faktoren diesen Transferprozess beeinflussen.
3.3.2 Chancen durch das Co-Brand
Durch die Einführung eines Produktes mithilfe der Strategie des Co-Brandings ergeben sich eine Reihe von Möglichkeiten für die unter dem Co-Brand angebotene Leistung. Eine im Vergleich zu einem Angebot nur unter der eigenen Marke bessere Beurteilung und die damit einhergehende bessere Durchsetzung des Produktes im Markt durch den Transfer von Image und Bekanntheit kann dabei als das Hauptziel des Co-Brandings betrachtet werden (vgl. Redler 2003, S. 23).
Je nachdem ob das Co-Brand in einem durch die Einzelmarke schon beabeiteten oder neuen Markt angeboten wird, werden die Möglichkeiten die sich aus der Strategie des Co-Brandings ergeben können im Folgenden nach Esch/Redler (2003, S.180ff.) in einer differenzierten Betrachtung dargestellt. Die Chancen der Strategie werden danach in die Resultate eines Co- Brandings in seiner Funktion als strategischer Enabler oder strategischer Endorser für ein Unternehmen eingeteilt.
Wird das Co-Branding als ein strategischer Endorser in einem Markt genutzt, der von der Marke bzw. einem Unternehmen bereits vor Eingehen der Allianz bearbeitet wurde, so kann eine Marke von den Image- oder Bekanntheitsbestandteilen einer Portfoliofremden Marke profitieren und dadurch eine Verbesserung der bisherigen Stellung in diesem Markt herbeiführen.
Es besteht weiterhin die Möglichkeit, durch die technischen Fähigkeiten des Partners einen alleine nicht realisierbaren Zusatznutzen mit einem Produkt anbieten zu können (z.B. Kundenkarte mit Zahlungsfunktion von ADAC und Visa).
Die kurzfristige Realisierung eines Mengen- oder Preispremiums sowie die Möglichkeit wichtige Absatzmittler eines Marktes durch die Zusammenarbeit von etwa einer Hersteller- mit einer Handelsmarke („Store-Brand“) langfristig zu binden, stellen weitere Optionen dar, sich durch ein Co-Branding im bereits bestehenden Markt zu profilieren (vgl. Boad 1999, S. 22ff.).
1. Einleitung: Beschreibt die Marktsituation, die Notwendigkeit zur Differenzierung und führt Co-Branding als strategische Option zur Nutzung von Markentransferpotenzialen ein.
2. Verhaltenstheoretische Grundlagen der Markenpolitik: Erläutert die Marke als Wissensstruktur im Gedächtnis des Konsumenten sowie zentrale Konstrukte wie Markenimage, Markenbekanntheit und Einstellung.
3. Co-Branding: Definiert Co-Branding, grenzt es von verwandten Konzepten ab und diskutiert die grundsätzlichen strategischen Chancen sowie Ziele der Markenallianz.
4. Die Wirkung des Co-Brandings: Analysiert detailliert die theoretischen Ansätze (Vorwärts- und Rückwärtstransfer), identifiziert Erfolgsfaktoren wie den Fit und Marketing-Mix-Elemente und thematisiert Risiken der Strategie.
5. Fazit: Führt die zentralen Erkenntnisse über die kognitiven Wirkungsweisen zusammen und benennt zukünftigen Forschungsbedarf für ein umfassendes Modell.
Co-Branding, Markenallianz, Imagetransfer, Einstellungsbildung, Markenschema, Konsumentenverhalten, Vorwärtstransfer, Rückwärtstransfer, Spill-Over-Effekt, Markenfit, Markenvertrautheit, Markenpolitik, Involvement, Produktfit, Informationsverarbeitung
Die Arbeit befasst sich mit der verhaltenstheoretischen Analyse von Co-Branding-Strategien und untersucht, wie die Kombination von zwei oder mehr Marken die Wahrnehmung und Beurteilung durch den Konsumenten beeinflusst.
Die Arbeit behandelt die verhaltenstheoretischen Grundlagen der Markenpolitik, die Definition und Abgrenzung von Co-Branding sowie die Wirkungsmechanismen des Einstellungs- und Imagetransfers zwischen Partner- und Co-Brand-Produkten.
Das Ziel ist es, den Beurteilungsprozess von Konsumenten bei der Wahrnehmung eines Co-Brands auf theoretischer Basis zu erklären und dabei Erfolgsfaktoren sowie Risiken für die beteiligten Einzelmarken zu identifizieren.
Die Arbeit stützt sich primär auf kognitive Theorien der Verhaltensforschung sowie eignungstheoretische Ansätze, um die Prozesse der Informationsverarbeitung und Einstellungsbildung im Kontext von Markenallianzen zu systematisieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die verhaltenstheoretischen Grundlagen, die strategische Einordnung des Co-Brandings, die detaillierte Analyse der Wirkungsmechanismen (Vorwärts- und Rückwärtstransfer) sowie die Identifikation von Erfolgsfaktoren wie Fit und Marketing-Mix.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Co-Branding, Imagetransfer, Markenschema, Spill-Over-Effekt, Markenfit, Konsumentenverhalten und Markenvertrautheit.
Der Fit (Passung) gilt als entscheidender Erfolgsfaktor. Ein hoher Fit zwischen den Partnermarken oder zwischen den Marken und dem Produkt führt zu einer positiveren Beurteilung, da er die Konsistenz in der Informationsverarbeitung fördert.
Beim Rückwärtstransfer überträgt sich die Beurteilung des Co-Brand-Produktes zurück auf die beteiligten Partnermarken, was die Wahrnehmung dieser Marken verändern (stärken oder schwächen) kann.
Das Involvement moderiert den Beurteilungsprozess: Hoch involvierte Konsumenten verarbeiten Informationen intensiver und sind anfälliger für bestimmte Transferprozesse als wenig involvierte Konsumenten, die oft auf Heuristiken zurückgreifen.
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