Examensarbeit, 2007
114 Seiten, Note: 1,0
1. Wie alles begann
1.1. Vorwort zur überarbeiteten Fassung
1.2. Einleitung
2. Was bedeutet Graffiti-Writing?
2.1. Zur Etymologie und heutigen Verwendung des Begriffs
2.1.1. Zum Forschungsstand
2.2. Abgrenzung von Writing und Straßenkunst
2.3. Die historische Entwicklung der Writing-Kultur
2.3.1. Writing in New York
2.3.2. Writing in Europa
2.3.3. Writing in Deutschland
2.3.4. Writing in Berlin
2.4. Exkurs „Style Wars“
3. Die Ästhetik der Writing-Kultur
3.1. Das Tag
3.2. Das Throw-Up
3.3. Das Piece
3.4. Sonderformen
4. Zwei Essays zur Graffiti-Theorie
4.1. Der Essay „the faith of graffiti“
4.2. Der Essay „KOOL KILLER oder Der Aufstand der Zeichen“
4.3. Die Broken-Window-Theorie
4.4. Der urbane Code im Bild der Öffentlichkeit
4.4.1. Rezeption von Writing
4.4.2. Wem gehören die Zeichen?
4.4.3. Wem gehört die Stadt?
4.5. Motivation zum Zeichen
4.5.1. Anonymität und Identität
5. Von der Subkultur zum Mainstream
5.1. Legalität
5.1.1. Illegalität
5.2. Writing als ephemeres Zeichen
5.3. Der Begriff der Subkultur
5.4. Writing und die Kulturindustrie
5.4.1. Tags sells
5.4.2. Im Namen der Dose
5.5. Exkurs: Writerinnen
6. Ist Graffiti-Writing Gegenwartskunst?
6.1. Das Selbstverständnis der Writing-Kultur
6.2. Das Projekt Jazzstylecorner
6.2.1. AKIM alone again
6.3. Graffiti-Writing als Kunstform
7. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Graffiti-Writing, insbesondere dessen historische Entwicklung und ästhetische Ausprägungen in Deutschland mit einem Fokus auf Berlin, um die Frage zu klären, ob und wie sich diese subkulturelle Praxis als Zeichensystem in den Diskurs der zeitgenössischen Kunstgeschichte einordnen lässt.
2.1. Zur Etymologie und heutigen Verwendung des Begriffs
Zuerst soll der Bereich meiner Untersuchung genau benannt und eingeschränkt werden, wobei sich in diesem Fall das Lexem 'Graffiti' als problematisch erweist. Graffiti im herkömmlichen Sprachgebrauch leitet sich etymologisch vom griechischen 'graphein' ab, was soviel wie 'schreiben' meint. Daraus wird im Lateinischen der Begriff 'graphium', der den Griffel bezeichnet, der einerseits als Reißfeder zum Zeichnen dient, andererseits ein Schreibgerät benennt, mit dessen spitzem Ende Zeichen in ein Täfelchen eingraviert werden. Daneben bezeichnet das verwandte 'sgraffito' im vulgärlateinischen die Ritzzeichnungen an öffentlichen Wänden, was der heutigen Verwendung des Wortes inhaltlich schon sehr nahe kommt. Die mit einer bestimmten Fassadengestaltung verbundene Technik des ornamentalen oder figürlichen Kratzens in eine helle Kalkschicht auf einem dunkeln Untergrund verbreitet sich seit dem 14. Jahrhundert von Italien aus bis nach Böhmen und Schlesien.
„Die weite Verbreitung des 'Kratzputzes', des 'sgraffito' oder 'graffito', hat auch die Bezeichnung selbst lebendig gehalten. Dies war die Voraussetzung für einen Bedeutungswandel des Begriffs, der um die Mitte des 19. Jahrhunderts belegbar ist. Die im Wort selbst mitgetragene technische Komponente war ein wesentlicher Anhaltspunkt für eine Bedeutungsveränderung. [...] In deutlicher Unterscheidung zu den offiziellen Inschriften auf antiken Monumenten wurden nun mit der Bezeichnung 'graffiti' alle übrigen Kritzeleien und Ritzzeichnungen bezeichnet. Mit den 'graffiti' war damit das Nichtoffizielle verbunden, und dies dominierte den Begriff schließlich stärker als die technische Ausführung durch das Kratzen.“
1. Wie alles begann: Einführung in die überarbeitete Fassung und die Zielsetzung der Arbeit sowie eine persönliche Einleitung in das Thema.
2. Was bedeutet Graffiti-Writing?: Definition und etymologische Herleitung des Begriffs Writing sowie eine historische Einordnung der Entwicklung von New York über Europa nach Deutschland und Berlin.
3. Die Ästhetik der Writing-Kultur: Detaillierte ästhetische Kategorisierung der verschiedenen Formen wie Tags, Throw-Ups, Pieces und Sonderformen.
4. Zwei Essays zur Graffiti-Theorie: Theoretische Fundierung durch die Auseinandersetzung mit den Essays von Norman Mailer und Jean Baudrillard sowie soziologische Aspekte des urbanen Codes.
5. Von der Subkultur zum Mainstream: Untersuchung der rechtlichen Grauzonen, des ephemeren Charakters der Zeichen sowie der soziologischen Einordnung als Subkultur und deren Kommerzialisierung durch die Industrie.
6. Ist Graffiti-Writing Gegenwartskunst?: Kritische Diskussion über den Kunststatus von Writing, die Rolle von Galerien und die Entwicklung künstlerischer Konzepte wie beim Projekt Jazzstylecorner.
7. Zusammenfassung: Resümee der zentralen Ergebnisse zur kulturellen und gesellschaftlichen Verankerung des Graffiti-Writing als eigenständige urbane Praxis.
Graffiti-Writing, Subkultur, Berlin, Urbaner Raum, Tagging, Ästhetik, Zeichensystem, Identität, Anonymität, Kommerzialisierung, Hip-Hop-Kultur, Gegenwartskunst, Soziologie, Writing-Codes, Jugendkultur.
Die Arbeit analysiert Graffiti-Writing als eine spezifische urbane Zeichensprache, untersucht deren historische Entwicklung und beleuchtet die soziokulturellen Hintergründe der Akteure.
Die Arbeit behandelt die Ästhetik, die theoretische Fundierung durch klassische Graffiti-Essays, die soziologische Einordnung der Subkultur und die Auswirkungen von Kommerzialisierungsprozessen.
Das Ziel ist es, Graffiti-Writing kritisch zu untersuchen und zu hinterfragen, wie sich dieses Zeichensystem in den Diskurs der Kunstgeschichte einbringen lässt, ohne den spezifischen Ursprung als Subkultur zu negieren.
Es handelt sich um einen interdisziplinären Ansatz, der kulturwissenschaftliche Analysen, soziologische Theorien und empirische Beobachtungen sowie Zitate aus der Szene (Interviews) verbindet.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der ästhetischen Differenzierung der Zeichenformen, der Anwendung soziologischer Theorien auf das Graffiti-Phänomen und der Auseinandersetzung mit dem Übergang von der illegalen Praxis zum Mainstream-Produkt.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Writing-Kultur, urbaner Raum, Subkultur, Identitätsstiftung durch Anonymität und die Spannung zwischen illegalem Code und künstlerischer Anerkennung geprägt.
Berlin wird als deutsche Graffiti-Hauptstadt und als ein Ort mit besonderer historischer Entwicklung hervorgehoben, der durch die Teilung und die Wiedervereinigung eine einzigartige Dynamik für die Subkultur bot.
Der Autor widmet den Writerinnen ein eigenes Kapitel, in dem er die Herausforderungen und das meist männlich dominierte Umfeld sowie die spezifischen Erfahrungen von Frauen in dieser Szene thematisiert.
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