Diplomarbeit, 2009
71 Seiten, Note: 1,3
1 EINFÜHRUNG
2 DIE ABGELTUNGSTEUER IM DEUTSCHEN STEUERSYSTEM
2.1 DAS DEUTSCHE EINKOMMENSTEUERRECHT
2.2 MODIFIKATION DES EINKOMMENSTEUERRECHTS DURCH DIE UNTERNEHMENSTEUERREFORM 2008
2.2.1 Rechtslage bis 2008
2.2.2 Rechtslage ab 2009
2.3 KONZEPTION DER ABGELTUNGSTEUER
2.3.1 Besteuerungsgrundsätze
2.3.1.1 Ertragsbesteuerung
2.3.1.1.1 Besteuerung von Gewinnanteilen und sonstigen Bezügen aus KapGes
2.3.1.1.2 Besteuerung weiterer laufender Erträge aus Kapitalanlagen
2.3.1.2 Vermögensbesteuerung
2.3.1.2.1 Besteuerung der Veräußerung von Anteilen an KapGes und anderen Anteilen an Körperschaften
2.3.1.2.2 Besteuerung weiterer Veräußerungsgeschäfte
2.3.2 Berücksichtigung von Werbungskosten
2.3.3 Möglichkeit der Verrechnung von Verlusten
2.3.4 Steuertarif der Abgeltungsteuer
2.3.5 Erhebung der Abgeltungsteuer
2.3.6 Bestandsschutzregelung
2.3.7 Ausnahmen von der Abgeltungsteuer
2.3.7.1 Nichtanwendung der Abgeltungsteuer
2.3.7.2 Versagung der Abgeltungsteuer
2.3.8 Zusammenfassung der Kernpunkte der Abgeltungsteuer
3 GRUNDLAGEN DER ANALYSE VON FINANZMÄRKTEN
3.1 MARKTTEILNEHMER
3.1.1 Fundamentalisten
3.1.2 Chartisten
3.1.3 Market Maker
3.1.4 Flow Trader
3.2 EIGENSCHAFTEN VON FINANZMÄRKTEN
3.2.1 Hypothese effizienter Märkte
3.2.2 Theorie der Behavioral Finance
3.2.3 Stilisierte Fakten von Finanzmärkten
3.2.4 Künstliche Finanzmärkte
3.3 REGULIERUNG UND KONTROLLE VON FINANZMÄRKTEN
3.3.1 Zentralbankinterventionen
3.3.2 Handelsunterbrechungen
3.3.3 Besteuerung von Transaktionen und Gewinnen
4 AUSWIRKUNGEN EINER ABGELTUNGSTEUER AUF INTERNATIONALE FINANZMÄRKTE – EIN MODELL MIT HETEROGENEN MARKTTEILNEHMERN
4.1 DARSTELLUNG DES MODELLRAHMENS
4.2 DEFINITION DER MODELLBAUSTEINE
4.2.1 Preisanpassungsfunktion
4.2.2 Aufträge der Chartisten
4.2.3 Aufträge der Fundamentalisten
4.2.4 Fitnessfunktionen
4.2.5 Gewichtungsfunktionen
4.3 DYNAMIK DES MODELLS
4.3.1 Kalibrierung des Modells
4.3.2 Dynamik ohne Abgeltungsteuer
4.3.2.1 Dynamik mit lag 2
4.3.2.2 Dynamik mit lag 5 und 10
4.3.3 Dynamik mit Abgeltungsteuer
4.3.3.1 Dynamik mit lag 2
4.3.3.2 Dynamik mit lag 5 und 10
4.3.4 Sensitivitätsanalyse
5 ERWEITERUNG DES MODELLS UM DIE VERRECHNUNG VON VERLUSTEN
5.1 MODIFIKATION DES MODELLS
5.2 DYNAMIK DES MODELLS MIT VERLUSTVERRECHNUNGSMÖGLICHKEIT
5.3 SENSITIVITÄTSANALYSE MIT VERLUSTVERRECHNUNGSMÖGLICHKEIT
6 ABSCHLIESSENDE BEMERKUNGEN
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der in Deutschland eingeführten Abgeltungsteuer auf die Stabilität und Effizienz internationaler Finanzmärkte. Durch den Einsatz eines künstlichen Finanzmarktmodells mit heterogenen Marktteilnehmern wird analysiert, wie diese Besteuerung das Anlageverhalten und die Marktdynamik beeinflusst.
3.1.2 Chartisten
Die von den oftmals als naiv bzw. nicht vollständig rational bezeichneten Chartisten durchgeführte technische Analyse ist durch drei grundlegende Prinzipien charakterisiert. (1) Der Finanzmarktpreis enthält alle fundamentalen, politischen, psychologischen und anderen Informationen, die den Preis beeinflussen können. Aus diesem Grund ist es ausreichend, historische Preisbewegungen zu analysieren um Rückschlüsse auf die zukünftige Kursentwicklung ziehen zu können. (2) Finanzmarktpreise bewegen sich in Trends, die zu Beginn ihrer Entstehung identifiziert werden müssen, damit sie möglichst effektiv ausgenutzt werden können. Ein positiver Preistrend bedeutet hierbei ein Kaufsignal, während fallende Preise ein Signal zum Verkauf der Finanztitel setzen. Im Idealfall werden die Wertpapiertransaktionen unmittelbar nach einer Trendumkehr ausgeführt, da somit Gewinne maximiert bzw. Verluste minimiert werden. (3) Bestimmte Kursmuster wiederholen sich, sodass diese zur Prognose zukünftiger Kursentwicklungen herangezogen werden können.
Neben den grafischen Verfahren der technischen Analyse, wie beispielsweise der Trendextrapolation oder dem Erkennen und Bewerten von Trendmustern, spielen auch quantitative Methoden, zum Beispiel die Berechnung von kurz- und langfristigen gleitenden Durchschnitten oder Oszillatoren, eine wesentliche Rolle. Aufgrund der Vielzahl der existierenden Regeln kann sich die technische Analyse als sehr komplex erweisen. Ein Vorteil der technischen Analyse ist allerdings ihre flexible Anwendbarkeit auf verschiedene Finanzmärkte. Während sich Fundamentalisten aufgrund des großen Aufwands der fundamentalen Analyse in der Regel auf einen oder wenige Märkte beschränken müssen, können Chartisten auf beliebig vielen Märkten agieren. Das von Chartisten generierte große Handelsvolumen führt mitunter dazu, dass technische Handelsstrategien häufig als Ursache spekulativer Kursschwankungen verurteilt werden, was die heutige Relevanz technischer Anlagestrategien allerdings keineswegs mindert. Der Grund hierfür ist, dass die technische Analyse sogar langfristig höhere Profite erzielen kann als fundamentale Anlagestrategien. Eine weitere Ursache für die Beliebtheit technischer Handelsstrategien ist die geringe Kostenintensität einfacher technischer Regeln. Während die fundamentale Analyse in der langen Frist dominiert, sind fundamentale und technische Analyse in der kurzen Frist weitgehend gleichbedeutend.
1 EINFÜHRUNG: Die Einleitung umreißt die Motivation zur Untersuchung der Abgeltungsteuer und beschreibt die Methodik eines künstlichen Finanzmarktmodells zur Stabilitätsanalyse.
2 DIE ABGELTUNGSTEUER IM DEUTSCHEN STEUERSYSTEM: Dieses Kapitel erläutert die steuerrechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere die Konzeption der Abgeltungsteuer und deren Auswirkungen auf die Besteuerung von Kapitalerträgen.
3 GRUNDLAGEN DER ANALYSE VON FINANZMÄRKTEN: Hier werden die Rollen verschiedener Marktteilnehmer charakterisiert sowie zentrale Theorien zur Markteffizienz und Regulierungsmaßnahmen diskutiert.
4 AUSWIRKUNGEN EINER ABGELTUNGSTEUER AUF INTERNATIONALE FINANZMÄRKTE – EIN MODELL MIT HETEROGENEN MARKTTEILNEHMERN: Dieses Kapitel stellt das entwickelte Modell vor, kalibriert dieses und analysiert die Marktdynamik mit und ohne Abgeltungsteuer.
5 ERWEITERUNG DES MODELLS UM DIE VERRECHNUNG VON VERLUSTEN: Die Untersuchung wird hier um die rollierende Verlustverrechnung ergänzt, um die Auswirkungen auf die Stabilitätseffekte bei verschiedenen Handelshorizonten zu bewerten.
6 ABSCHLIESSENDE BEMERKUNGEN: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und reflektiert die Modellannahmen sowie Ansatzpunkte für zukünftige Forschung.
Abgeltungsteuer, Finanzmarktmodell, Heterogene Marktteilnehmer, Fundamentalisten, Chartisten, Volatilität, Markteffizienz, Behavioral Finance, Verlustverrechnung, Kursstabilität, Kapitalanlage, Steuersystem, Transaktionskosten, Marktliquidität, Modellierung.
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der im Jahr 2009 in Deutschland eingeführten Abgeltungsteuer auf die Stabilität und Dynamik internationaler Finanzmärkte.
Die zentralen Themen umfassen die Konzeption der Abgeltungsteuer, die theoretischen Grundlagen von Finanzmärkten unter Berücksichtigung verschiedener Anlagestrategien sowie die Modellierung dieser Zusammenhänge mittels computergestützter Experimente.
Das primäre Ziel ist es, durch ein realistisches Finanzmarktmodell mit heterogenen Akteuren zu prüfen, ob die Abgeltungsteuer als Regulierungsmaßnahme zur Stabilisierung internationaler Finanzmärkte beitragen kann.
Es wird ein künstliches, zeitdiskretes Finanzmarktmodell entwickelt, das auf der Theorie der Behavioral Finance basiert und mittels numerischer Simulationen die Auswirkungen der Besteuerung analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Modellrahmens, die mathematische Definition der Modellbausteine, die Kalibrierung sowie die detaillierte Analyse der Marktdynamik unter Variation von Steuersatz und Handelshorizonten.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Abgeltungsteuer, künstliche Finanzmärkte, Volatilität, Verzerrung, Fundamentalisten, Chartisten und Verlustverrechnung.
Chartisten nutzen technische Analyse und historische Kursverläufe für ihre Handelsentscheidungen; sie wirken im Modell häufig destabilisierend, da sie Trends verstärken.
Die Verlustverrechnung ist ein wesentlicher Bestandteil des realen Steuerkonzepts, der die steuerliche Belastung reduziert und somit das Anlegerverhalten und die Stabilisierungseffekte beeinflusst.
Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass die Abgeltungsteuer insbesondere in der kurzen Frist positive Stabilisierungseffekte durch eine Reduktion von Volatilität und Verzerrung bewirkt.
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