Examensarbeit, 2008
24 Seiten, Note: 2,3
EINLEITUNG
I. WTO-RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN DES INTERNATIONALEN TEXTILHANDELS
1.1. Das Multifaserabkommen (MFA)
1.2. Die Uruguay-Runde und ATC (Agreement on Textiles and Clothing)
1.3. Stand der Umsetzung der Uruguay-Vorgaben
II. HANDELSPOLITISCHE INSTRUMENTE FÜR DIE REGULIERUNG DES GLOBALEN TEXTILMARKTES
2.1. Importzölle als Instrument des tarifären Protektionismus
2.2. Einfuhrquoten als nicht-tarifäres Handelshemmnis
2.3. Kosten von tarifären und nicht-tarifären protektionistischen Maßnahmen
III. AUSWIRKUNGEN DER LIBERALISIERUNG DES TEXTILHANDELS AUF DIE WELTWIRTSCHAFT
3.1. Gewinner des Liberalisierungsprozesses
3.1.1. China
3.1.2. Indien
3.2. Verlierer der Textilmarktliberalisierung
3.3. Folgen für die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie
SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die vorliegende Arbeit analysiert den Liberalisierungsprozess des globalen Textil- und Bekleidungshandels im Rahmen der WTO. Ziel ist es, die Auswirkungen dieses Prozesses auf die Weltwirtschaft zu untersuchen, wobei insbesondere die ökonomischen Umverteilungseffekte, die Rolle protektionistischer Maßnahmen sowie die unterschiedlichen Auswirkungen auf Industrienationen und Entwicklungsländer im Zentrum der Forschungsfrage stehen.
1.1. Das Multifaserabkommen (MFA)
Der zunehmende Gebrauch von synthetischen Fasern sowie der wachsende Export von synthetischen Textilien in die entwickelten Länder gaben den Impuls zur neuen Verhandlungsrunde zwischen den Industrie- und Entwicklungsländern, in deren Folge 1974 unter dem Dach des GATT das Welttextilabkommen (WTA) bzw. Multifaserabkommen (MFA - Multi Fibre Arrangement) als Nachfolger von LTA in Kraft trat, welches den Anwendungsbereich von nicht-tarifären Handelsrestriktionen auch auf Nicht-Baumwolltextilien (d. h. Produkte aus Wolle, Kunstfaser und synthetische Stoffe) sowie Bekleidungsartikel ausweitete. Das MFA wurde durch eine Vielzahl bilateraler Einzelabkommen geregelt und behielt seine Gültigkeit infolge von zahlreichen Verlängerungen bis zur Gründung der WTO im Jahr 1995. Dieses Übereinkommen erreichte im Wesentlichen das Gegenteil von den im Rahmen des GATT beschlossenen Vereinbarungen, da es gegen die handelspolitischen GATT-Grundprinzipien wie Reziprozität, Diskriminierungsverbot (Inländerbehandlung und unbedingte Meistbegünstigung), Nicht-Anwendung quantitativer Handelsbarrieren und Abschaffung von Exportsubventionen sowie Zollbindung verstieß.
EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Thematik der internationalen Liberalisierung des Textilmarktes im Rahmen der WTO ein und erläutert die Gliederung sowie die Zielsetzung der wissenschaftlichen Analyse.
I. WTO-RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN DES INTERNATIONALEN TEXTILHANDELS: Dieses Kapitel behandelt die historischen und rechtlichen Grundlagen des Textilhandels, insbesondere die Rolle des Multifaserabkommens und den Übergang zum ATC-Abkommen nach der Uruguay-Runde.
II. HANDELSPOLITISCHE INSTRUMENTE FÜR DIE REGULIERUNG DES GLOBALEN TEXTILMARKTES: Hier werden theoretische Aspekte von Zöllen und Quoten als Instrumente des Protektionismus sowie deren Auswirkungen auf die Wohlfahrt und die Kosten für die Konsumenten erläutert.
III. AUSWIRKUNGEN DER LIBERALISIERUNG DES TEXTILHANDELS AUF DIE WELTWIRTSCHAFT: Das Kapitel analysiert die konkreten Folgen der Liberalisierung, identifiziert Gewinner wie China und Indien sowie Verliererstaaten und betrachtet die spezifischen Auswirkungen auf die deutsche Textilwirtschaft.
SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die Schlussbetrachtung fasst die wesentlichen Ergebnisse der Analyse zusammen und reflektiert die sozioökonomischen Anpassungsschocks, die durch die Liberalisierung auf globaler Ebene ausgelöst wurden.
Liberalisierung, WTO, Textilhandel, Weltwirtschaft, Protektionismus, MFA, ATC, Uruguay-Runde, Importzölle, Einfuhrquoten, Handelshemmnisse, Textilindustrie, Bekleidungssektor, Wohlfahrtsverlust, Globalisierung
Die Arbeit untersucht den Liberalisierungsprozess auf dem globalen Textil- und Bekleidungsmarkt und wie sich dieser Rahmen unter der WTO auf die Weltwirtschaft ausgewirkt hat.
Die zentralen Themen umfassen WTO-Recht, protektionistische handelspolitische Instrumente sowie die Auswirkungen der Marktöffnung auf Produzenten und Konsumenten weltweit.
Das primäre Ziel ist es, eine fundierte Analyse über die Gewinner und Verlierer der Textilmarktliberalisierung zu erstellen und die Folgen für den deutschen Sektor aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse auf Basis ökonomischer Modelle (z.B. nach Krugman/Obstfeld) sowie eine deskriptive Auswertung von Handelsdaten und quantitativen Berechnungen.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Kapitel, die rechtliche Rahmenbedingungen, die Theorie des Protektionismus und schließlich die konkreten Auswirkungen des Liberalisierungsprozesses analysieren.
Wichtige Begriffe sind Liberalisierung, Protektionismus, WTO, MFA, ATC, Importquoten, Zollsenkungen sowie globale Handelsströme.
China wird als einer der größten Gewinner identifiziert, der durch enorme Exportsteigerungen und Kostenvorteile seine Marktposition nach dem Wegfall der Quoten massiv ausbauen konnte.
Lesotho dient als Extrembeispiel für Länder, die durch das Auslaufen des ATC-Abkommens ihre einseitigen Handelsvorteile verloren und einen massiven Einbruch ihrer Textilproduktion sowie hohe Arbeitslosigkeit erlitten haben.
Die deutsche Industrie reagierte mit einer frühen Verlagerung der Produktion in Niedriglohnländer und einer Spezialisierung auf hochwertige Spezialtextilerzeugnisse sowie technische Textilien.
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