Examensarbeit, 2009
72 Seiten, Note: 2,0
1 EINLEITUNG
2 GESTALTERISCHE TECHNIKEN ALS THEMA VON KUNSTUNTERRICHT
2.1 Zur Bedeutung gestalterischer Techniken für den künstlerischen Prozess
2.2 Der Zeichenunterricht
2.3 Vom Zeichenunterricht zur Kunsterziehung
2.4 Aus Kunsterziehung wird Kunstunterricht. Kunstdidaktische Modelle nach 1960
2.5 Konsequenzen für den gegenwärtigen Kunstunterricht
2.6 Zusammenfassung
3 NEUER LEHRPLAN – NEUER KUNSTUNTERRICHT?
3.1 Das Problemfeld Lehrplan für den Kunstunterricht
3.1.1 Lehrplanerstellung
3.1.2 Die Fassungen des sächsischen Lehrplans für das Fach Kunst an Gymnasien der Jahre 1992 und 2004 im Vergleich
3.1.2.1 Ziele und Aufgaben des Faches Kunst/ Kunsterziehung
3.1.2.2 Strukturierung des Lehrplans
3.1.2.3 Didaktische Grundsätze
3.1.2.4 Einbettung gestalterischer Techniken
3.1.3 Der Lehrplan Berlins - Bildkompetenz als neue Aufgabe
3.2 Zwischenbilanz zur Stellung gestalterischer Techniken im und zum erweiterten Verständnis von Kunstunterricht
4 NEUE KONZEPTE DER KUNSTPÄDAGOGIK
4.1 Ästhetische Bildung nach Gert Selle
4.2 Künstlerische Bildung nach Carl-Peter Buschkühle
4.3 Ästhetische Forschung nach Helga Kämpf-Jansen
4.4 Entdeckendes Lernen
4.5 Arts in Learning nach ästhetisch-konstruktivistischer Didaktik
4.6 Performative Ansätze
4.7 Schlussfolgerung für den Kunstunterricht
5 SCHLUSSBETRACHTUNG
Die Arbeit untersucht die Vermittlung und den Stellenwert gestalterischer Techniken im Kunstunterricht im historischen Kontext sowie deren Einbettung in aktuelle Lehrpläne und moderne kunstpädagogische Konzepte, mit dem Ziel, Kriterien für eine prozessorientierte und subjektzentrierte Vermittlung zu definieren.
2.2 Der Zeichenunterricht
Die Anfänge eines systematisch-methodischen, und damit pädagogischen, Zeichenunterrichts finden sich im 16. Jahrhundert. Symptomatisch für diese Tendenz sind zum einen die Gründung der ersten Kunstakademie in Florenz im Jahr 1563, und zum anderen die Veröffentlichung des ersten Zeichenmethodus für Laien durch Alessandro Allori um etwa 1565. Die zahlreichen methodischen Ansätze lassen sich durch vier Typen klassifizieren.
Der erste Ansatz der Lehre lehnt sich an die alte Atelier-Tradition an und sieht eine Lehrzeit in drei Phasen vor. Zunächst werden Kopien zweidimensionaler Vorlagen angefertigt. Hierbei erfolgen Studien einzelner Körperteile, Bewegungs- und Kompositionsstudien sowie Mustersammlungen des jeweiligen Ateliers. In einem zweiten Schritt erfolgt das Zeichnen nach dreidimensionalen Objekten, Abgüssen, Reliefs und dem Gliedermann. Hat der Lehrling auch diese Phase erfolgreich abgeschlossen, widmet er sich dem Zeichnen nach der Natur, das als Zeichnen des menschlichen Körpers nach Modell verstanden wird. Denn in allen drei Phasen stellt den Bezugspunkt größtenteils die menschliche Figur dar. Die gestalterischen Techniken, sowie die Handhabung der Werkzeuge, Farb- und Untergrundbearbeitung erlernt der Schüler dabei durch das bloße Anwesendsein im Arbeitsprozess der Werkstatt oder durch praktische Anleitungen. Während seiner Hilfsdienste im Atelier konzentriert sich die Arbeit vor allem auf die Verwendung graphischer Techniken, die mit Feder und Stift, in Anlehnung an die Kulturtechnik Schreiben, ausgeübt werden. Eine Elementarisierung des Zeichenunterrichts erfolgt hier noch nicht.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung skizziert das Spannungsfeld zwischen Kunst und Pädagogik und führt in die Fragestellung zur Vermittlung gestalterischer Techniken ein.
2 GESTALTERISCHE TECHNIKEN ALS THEMA VON KUNSTUNTERRICHT: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss über die Entwicklung des Kunstunterrichts von den Anfängen im 16. Jahrhundert bis zu den Modellen nach 1960 und diskutiert die Rolle gestalterischer Techniken darin.
3 NEUER LEHRPLAN – NEUER KUNSTUNTERRICHT?: Hier wird die Stellung gestalterischer Techniken im sächsischen Lehrplan für Kunst an Gymnasien (Vergleich 1992 und 2004) sowie im Berliner Curriculum analysiert.
4 NEUE KONZEPTE DER KUNSTPÄDAGOGIK: Das Kapitel stellt verschiedene aktuelle kunstpädagogische Ansätze vor und untersucht deren Strategien zur Vermittlung gestalterischer Techniken.
5 SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Arbeit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zur Neubestimmung des Wesens gestalterischer Techniken durch Eigenvermittlung und Lernen im Experiment zusammen.
Kunstunterricht, gestalterische Techniken, Kunsterziehung, Lehrplananalyse, Bildkompetenz, Ästhetische Bildung, Künstlerische Bildung, Ästhetische Forschung, Entdeckendes Lernen, Performative Ansätze, Prozessorientierung, Selbsttätigkeit, Experiment, Vermittlungsstrategien, Kunstpädagogik.
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie gestalterische Techniken im Kunstunterricht vermittelt werden können und welcher Stellenwert ihnen in historischen sowie aktuellen pädagogischen Kontexten beigemessen wird.
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung des Kunstunterrichts, die Lehrplananalyse (insbesondere in Sachsen), die Definition der Bildkompetenz und die Vorstellung neuerer kunstpädagogischer Konzepte.
Das primäre Ziel ist es, die Rolle gestalterischer Techniken im modernen Kunstunterricht zu klären und Kriterien für eine zeitgemäße, subjektzentrierte Vermittlung abzuleiten.
Die Autorin nutzt eine historische Analyse sowie eine vergleichende Lehrplananalyse, um die Entwicklung und die heutige Stellung gestalterischer Techniken theoretisch fundiert zu reflektieren.
Der Hauptteil analysiert die Genese des Kunstunterrichts, vergleicht die sächsischen Lehrpläne von 1992 und 2004, erläutert die Bedeutung der Bildkompetenz und stellt verschiedene moderne Konzepte der Kunstpädagogik vor.
Schlüsselwörter sind unter anderem Kunstunterricht, gestalterische Techniken, Ästhetische Bildung, Bildkompetenz und prozessorientiertes Lernen.
In modernen Konzepten wandelt sich die Rolle des Lehrers vom reinen Wissensvermittler hin zum Lernbegleiter, der Rahmenbedingungen für das eigenständige, experimentelle Lernen der Schüler schafft.
Sie dient dazu, die Entwicklung von einer lehrerzentrierten, rein darstellenden Methode hin zu einem offenen, prozessorientierten Unterricht zu verdeutlichen, der verschiedene Konzepte und Medien integriert.
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