Bachelorarbeit, 2022
58 Seiten, Note: 1.3
1 Einleitung
2 Narzissmus
2.1 Definition
2.2 Selbstwert
2.3 Neurologische Voraussetzungen
2.4 Narzisstische Persönlichkeitsstörung
3 Autobiographisches Gedächtnis
3.1 Definition
3.2 Gedächtnis
3.3 Neurologische Grundlagen
3.4 Entwicklung des autobiographischen Gedächtnisses
3.5 Funktion des autobiographischen Gedächtnisses
3.6 Inhalte und Struktur des autobiographischen Gedächtnisses
3.7 Störungen des autobiographischen Gedächtnisses
4 Zusammenhang von Narzissmus und autobiographischen Gedächtnis
5 Hypothesen
6 Methode
6.1 Messverfahren
6.2 Durchführung der Studie
6.3 Stichprobe
7 Ergebnisse
8 Diskussion
8.1 Interpretation der Ergebnisse und Diskussion
8.2 Limitation
9 Fazit
10 Literaturverzeichnis
11 Anhang
Diese Bachelorarbeit untersucht empirisch den Zusammenhang zwischen den verschiedenen Ausprägungen von Narzissmus (grandioser vs. vulnerabler Narzissmus) und der Funktionsweise sowie den Inhalten des autobiographischen Gedächtnisses. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, wie sich narzisstische Persönlichkeitstendenzen auf das Erinnerungsvermögen, die emotionale Einfärbung von Erlebnissen und die Distanzierung von persönlichen Erfahrungen auswirken.
Narzisstische Persönlichkeitsstörung
Die narzisstische Persönlichkeitsstörung gilt als eine der zehn Persönlichkeitsstörungen, die in der vierten Ausgabe des Diagnostischen und statistischen Handbuch psychischer Störungen (DSM-IV) anerkannt sind. Die typischen Merkmale der Störung sind u.a. ein starkes Gefühl der Selbstherrlichkeit, mangelnde Empathie für Mitmenschen sowie ein tief verwurzeltes Bedürfnis nach perpetueller Aufmerksamkeit, Bewunderung und Anerkennung. Dabei ist das Selbstwertgefühl betroffener Personen stark abhängig von externer Bestätigung. Darüber hinaus hegen betroffene Personen grandiose Fantasien in Bezug auf sich selbst. Häufig zeigen sich diese Fantasien in der Überzeugung, dass sie schlauer, attraktiver und erfolgreicher als andere Menschen seien. Außerdem tendieren sie dazu, die Mitmenschen um sich herum abzuwerten sowie Gespräche und spezifische Situationen zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen und sich überlegen zu fühlen. Das Gefühl von eigener Abwertung wird als extrem unangenehm empfunden und um jeden Preis vermieden. Darüber hinaus geht eine narzisstische Persönlichkeitsstörung mit Schwierigkeiten in Bezug auf gesunde, zwischenmenschliche Beziehungen einher (vgl. Hartmann, 2018). Personen, die an einer Narzisstischen Persönlichkeitsstörung leiden, pflegen häufig objektorientierte Beziehungen und nehmen diese auch dementsprechend wahr. So werden Mitmenschen wie Partner, Freunde oder Familienmitglieder nicht in ihrer Selbstständigkeit wahrgenommen, sondern dienen in erster Linie der eigenen Selbstwertregulation und bekommen somit die Funktion eines „Selbstobjekts“ (vgl. Dammann, 2012, S. 26).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Mythologie des Narziss ein und erläutert die Relevanz des Themas sowie das Ziel der Arbeit, einen Zusammenhang zwischen Narzissmus und dem autobiographischen Gedächtnis herzustellen.
2 Narzissmus: Dieses Kapitel definiert Narzissmus auf einem Spektrum vom gesunden Narzissmus bis hin zur pathologischen Persönlichkeitsstörung und erörtert verschiedene Subtypen sowie deren neurologische und psychodynamische Hintergründe.
3 Autobiographisches Gedächtnis: Hier werden die Definition, neurologische Grundlagen, die Entwicklung im Kindesalter sowie die Funktionen und Störungen des autobiographischen Gedächtnisses detailliert behandelt.
4 Zusammenhang von Narzissmus und autobiographischen Gedächtnis: Dieser Teil erörtert den theoretischen Forschungsstand zur Verbindung zwischen narzisstischen Persönlichkeitstendenzen und der Art und Weise, wie Personen ihre Lebensgeschichte abrufen und bewerten.
5 Hypothesen: Basierend auf den theoretischen Grundlagen werden spezifische Vermutungen über den Zusammenhang zwischen den verschiedenen Narzissmusfacetten und Gedächtnisfunktionen wie Selbstaufwertungstendenzen oder emotionaler Distanzierung abgeleitet.
6 Methode: Dieses Kapitel beschreibt das Studiendesign, die vier eingesetzten Messverfahren zur Erhebung von Narzissmus und Gedächtniskapazität sowie die Durchführung der Online-Befragung und die Zusammensetzung der Stichprobe.
7 Ergebnisse: Hier werden die Resultate der Korrelationsanalyse präsentiert, die statistisch signifikante Zusammenhänge zwischen narzisstischen Subskalen und verschiedenen Gedächtnisdimensionen aufzeigen.
8 Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert, in Bezug auf den aktuellen Forschungsstand kritisch reflektiert und um Limitationen der Studie ergänzt.
9 Fazit: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die Notwendigkeit weiterer Forschung in diesem explorativen Bereich.
Narzissmus, autobiographisches Gedächtnis, grandioser Narzissmus, vulnerabler Narzissmus, Selbstwertgefühl, Persönlichkeitsstörung, Gedächtnispsychologie, narrative Identität, Emotionsregulation, psychologische Distanzierung, Selbstkonzept, Erinnerungsleistung, empirische Studie, psychische Gesundheit, Gedächtnisstörungen.
Die Arbeit untersucht, ob und wie die unterschiedlichen Ausprägungen von Narzissmus – der grandiose und der vulnerable Narzissmus – die Funktionalität und die Inhalte des autobiographischen Gedächtnisses einer Person beeinflussen.
Die zentralen Felder umfassen die psychologische Definition von Narzissmus, die neurologischen und psychologischen Grundlagen des menschlichen Gedächtnisses sowie deren gegenseitige Beeinflussung.
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob ein Zusammenhang zwischen der Persönlichkeitseigenschaft Narzissmus und dem Abruf sowie der Bewertung autobiographischer Erinnerungen besteht.
Die Autorin führte eine empirische Online-Studie mit 128 Probanden durch, in der verschiedene psychometrische Fragebögen (u.a. NARQ, B-PNI, GMEQ) zur Narzissmus- und Gedächtnismessung eingesetzt und korrelativ ausgewertet wurden.
Neben den theoretischen Grundlagen zu Narzissmus und Gedächtnis werden im Hauptteil Hypothesen aufgestellt, die Forschungsmethodik detailliert beschrieben und die daraus resultierenden Ergebnisse explorativ diskutiert.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Narzissmus, autobiographisches Gedächtnis, Selbstwertgefühl, Persönlichkeitsstörung und Identität definieren.
Sie ist entscheidend, da die Studie zeigt, dass beide Formen unterschiedliche affektive Strategien und Zusammenhänge mit Gedächtnisprozessen aufweisen – während beispielsweise grandioser Narzissmus eher soziale Funktionen des Gedächtnisses betont, ist der vulnerable Narzissmus stärker mit emotionaler Distanzierung verknüpft.
Die Verfahren (GMEQ und Schlüsselwort-Paradigma) wurden gewählt, um sowohl eine Selbsteinschätzung der Phänomenologie des Erinnerns (z. B. Lebhaftigkeit, Distanzierung) als auch die quantitative Verfügbarkeit von Erinnerungen zu verschiedenen emotionalen Reizen zu erfassen.
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